Carsharing als Beitrag zu nachhaltiger und sozialer Mobilität in Offenbach
02.01.2026
Carsharing ist in Offenbach längst mehr als ein Mobilitätsangebot für Einzelne – es ist ein Baustein für eine lebenswerte, gerechte und zukunftsfähige Stadt. Seit eineinhalb Jahren sind im Offenbacher Stadtgebiet Carsharing-Stationen an gut sichtbaren Standorten am Straßenrand in Betrieb. Dieser Zeitraum bot Anlass für einen ersten umfassenden Erfahrungsaustausch, zu dem Bürgermeisterin Sabine Groß die in Offenbach aktiven Anbieter book-n-drive und Stadtmobil eingeladen hatte. Gemeinsam mit Mitarbeitenden des Amts für Mobilität wurde darüber gesprochen, wie das Angebot weiterentwickelt und noch besser im Alltag der Offenbacherinnen und Offenbacher verankert werden kann.
„Parkraum ist auch in Offenbach knapp. Carsharing kann dazu beitragen, dass es weniger private Fahrzeuge gibt und dadurch den Parkraum entlasten. Die meisten Autos werden nur in wenigen Stunden am Tag, oft auch nur in wenigen Stunden in der Woche oder im Monat genutzt. Carsharing kann eine gute und günstige Alternative zum eigenen Auto darstellen und dadurch auch zum Klima- und Umweltschutz beitragen. Dafür ist aber ein gut ausgebautes Angebot an Carsharing-Fahrzeugen erforderlich“, betonte Bürgermeisterin Sabine Groß bereits zu Beginn des Austauschs.
Überwiegend positive Resonanz – gute Entwicklung mit Potenzial
Aus Sicht der Anbieter fällt die bisherige Bilanz überwiegend positiv aus. Die Nachfrage steigt stetig, und immer mehr Menschen nutzen Carsharing als Ergänzung oder Alternative zum eigenen Auto. „Die Kundenzahlen konnten deutlich gesteigert werden“, erklärt Bernd Kremer, Geschäftsführer von Stadtmobil. Trotz der Erfolge gebe es jedoch Unterschiede im Nutzungsverhalten: Während einige Standorte äußerst gefragt sind, bleiben andere – insbesondere in den Randgebieten – schwächer frequentiert. Carsharing brauche Zeit, Vertrauen und Sichtbarkeit im Quartier, so die Einschätzung der Verantwortlichen. Ein kontinuierliches Wachstum sei entscheidend, um langfristig Akzeptanz und Verlässlichkeit zu schaffen.
Mehr Flexibilität für mehr Teilhabe
Ein zentraler Impuls für die Steigerung der Attraktivität könnte die Erweiterung um sogenannte Freefloating-Fahrzeuge sein. Im Gegensatz zum stationsbasierten Carsharing, müssen diese Fahrzeuge nicht an eine bestimmte Station zurückgebracht werden, sondern können in einem definierten Gebiet in einer Stadt oder auch in anderen Städten abgestellt werden. Sie ermöglichen so spontane Mobilität im Stadtgebiet und kommen insbesondere Menschen zugute, die kein eigenes Auto haben oder sich keines leisten können. Andreas Hornig von book-n-drive unterstreicht: „Eine Kombination aus stationären und flexiblen Leihfahrzeugen schafft das volle Nutzungspotenzial.“ Studien, beispielsweise die Stars-Studie des Bundesverbandes Carsharing zeigen zudem, dass Carsharing den privaten Autobesitz reduziert, Flächen freisetzt und so Raum für Begegnung, Grün und Aufenthaltsqualität schafft.
Herausfordernd seien derzeit noch die rechtlichen Rahmenbedingungen des Bewohnerparkens, die Carsharing-Angebote bislang nur eingeschränkt berücksichtigen. Andere Städte haben hier bereits pragmatische Lösungen gefunden. Bürgermeisterin Groß begrüßt diese Ansätze ausdrücklich: „Die Weiterentwicklung hin zu flexibleren Carsharing-Angeboten ist ein wichtiger Schritt für soziale und klimafreundliche Mobilität. ich werde die notwendigen Anpassungen auch in Offenbach prüfen und vorantreiben.“
Ein weiteres Thema war der an Bürgermeisterin Groß herangetragene Wunsch von Nutzern von Carsharing- Angeboten, dass es größere Transporter im Angebot gibt. Bisher werden diese, in Offenbach und auch in vielen anderen Städten aufgrund der vielen Schadensfälle an diesen Fahrzeugen, nicht angeboten. Neue technische Entwicklungen zur Rückverfolgung von Unfällen, machen es jedoch für Anbieter von Sharingangeboten interessant solche Fahrzeuge in die Flotte aufzunehmen. Hierfür bräuchte es jedoch geeignete Stellplätze. Es wurde daher vereinbart, dass die genauen Kriterien dafür ausgetauscht werden sollen und sodann Stellplätze dafür gesucht werden sollen.
Gemeinsam weiterdenken
„Der Erfahrungsaustausch machte deutlich, wie wichtig der regelmäßige Dialog zwischen Stadtverwaltung und Anbietern ist. Bürgermeisterin Sabine Groß zog ein positives Fazit: „Carsharing wird in Offenbach gut angenommen und leistet einen wichtigen Beitrag zu einer Stadt, in der eine gute und bezahlbare Mobilität für alle möglich ist. Der Schritt Stellplätze im öffentliche Raum für Carsharing zur Verfügung zu stellen war damit richtig und wichtig.“
Weiterführende Informationen
Hintergrundinformationen
Beim Carsharing – zu Deutsch „Autoteilen“ – besitzen Einzelne das Auto nicht selbst, sondern teilen es sich mit Anderen. Halter des Autos ist in der Regel ein Carsharing-Unternehmen, bei dem die Kunden sich anmelden, um danach die Fahrzeuge des Anbieters selbstständig buchen zu können. Die Anmeldung zur eigentlichen Fahrt erfolgt kurzfristig über das Internet, eine Smartphone-App oder die Telefonzentrale des Anbieters. Vor Ort wird das Fahrzeug dann mit einer Chipkarte oder mit dem Handy geöffnet und die Fahrt kann beginnen.