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Michèle Latzke mit Tobias Kämmerer
Michèle Latzke (Amt für Öffentlichkeitsarbeit) mit Moderator Tobias Kämmerer. © Stadt Offenbach / georg-foto, offenbach
Offenbach auf Sendung – „Tobis Städtetrip“ lautet die beliebte Sendereihe des Hessischen Rundfunks, für die hr3-Moderator Tobias (Tobi) Kämmerer mit seinem Filmteam unsere kleine Großstadt am Main am 29. Februar und 1. März erkundet hat. Nicht nur die einzelnen Drehorte boten Überraschungen für Tobi, sondern auch die Wege dorthin, die das hr-Team entweder zu Fuß, mit dem Elektro-Bike oder mit einem Boot zurücklegte.
„Tobis Städtetrip – Offenbach hautnah“ könnt ihr im hr-Fernstehen am Dienstag, 28. April, 20.15 Uhr, sehen. Einschalten erwünscht!

Michèle Latzke vom Amt für Öffentlichkeitsarbeit hat den Dreh zusammen mit dem Offenbacher Fotografen Bernd Georg am ersten Tag begleitet und das „Making Of“ dokumentiert. Als kleinen Vorgeschmack auf die Sendung gewährt Michèle hier ihren ganz persönlichen Blick hinter die Kulissen des Filmdrehs:

Das hr-Team nimmt sein Equipment aus dem hr-Wagen
Das hr-Team bereitet den Dreh auf dem Wochenmarkt vor. © Stadt Offenbach / georg-foto.de

Pünktlich um 10 Uhr trifft der Kleintransporter auf dem Offenbacher Wochenmarkt ein. Unübersehbar das auffallende Städtetrip-Branding des Busses, als auch Tobi selbst mit gelber Daunenjacke. Mit an seiner Seite – ein eingespieltes Team bestehend aus vier Personen – Redakteurin Johanna Mihm, Kameramann Lukas Lowack, Kameraassistent Matthias Wagner sowie Toningenieurin Simone Jung.

Filmklappe zu Tobis Städtetrip - Offenbach hautnah
© Stadt Offenbach / georg-foto, offenbach

Das relativ klein gehaltene technische Equipment überrascht im ersten Moment, gerade im Hinblick auf die Kamera, deren Monitor so groß wie ein Mobiltelefon ist. Welche komplexe Technik sich im Inneren des Gerätes verbirgt, bleibt dem Zuschauer verborgen. Die Kamera mit Handgriff ermöglicht dem Kameramann schnelle, authentische und interessante Blickwinkel aufzunehmen. Der Abstand zwischen Kamera und Akteur ist an manchen Stationen nicht mehr als gefühlt zehn Zentimeter – gewissermaßen auf Du und Du.

Die Filmklappe zu „Tobis Städtetrip – Offenbach hautnah“ nimmt das „große Herz“ der Offenbacher vorweg: Ein rotes Herz ersetzt symbolisch den Erstbuchstaben unserer Stadt.

Tobi Kämmerer mit Heidi Jung.
Heidi Jung erklärt Tobi die verschiedenen Sorten an Ofengemüse. © Stadt Offenbach / georg-foto, offenbach

Der erste Drehort auf dem Wochenmarkt verdeutlicht, Tobi ist sehr authentisch und publikumsnah – er wird von Besuchern angesprochen und plaudert freundlich mit ihnen. Das eine oder andere Handy wird noch schnell für Momentaufnahmen gezückt. Neugierig befragt Tobi einzelne Standbetreiber, so auch am Stand von „Carolas feine Knödel“. „Alle selbst gemacht und ohne Ei produziert“, berichtet die Standbetreiberin stolz und Tobi erfährt, dass neben Semmel- und Spinat-Käse-Knödel auch die Geschmacksversion Rote Beete zu den  Verkaufsschlagern gehört und letztere nicht nur von Veganern stark nachgefragt wird.
Am Stand von Ölefanten lässt Tobi sich von der hochwertigen Genusswelt der Öle, Essige und Liköre verführen: Darf es ein Blutorange-Crema, ein Kirsch-Mandel-Balsam oder ein Marillen-Rosen-Aperitif sein? Da hilft nur eins: Probieren!

Der laute Ruf von Heidi Jung, besser bekannt als „Tomaten-Heidi“ bewegt Tobi zu einem Zwischenstopp am Stand der Familiengärtnerei Jung. Ob Tobi die 14 verschiedenen Sorten an Ofengemüse kennt, die Heidi für ihre Kunden im Gebinde zusammengestellt hat, und Tobi freudestrahlend hinhält? Interessiert ist er auch an dem Wassermelonenrettich, er wird frisch vor laufender Kamera aufgeschnitten und probiert. Lecker!

Tobi Kämmerer und Giuseppe Abbate beim Fädenziehen der Käsepaste.
Tobi Kämmerer und Giuseppe Abbate beim Fädenziehen der Käsepaste. © Stadt Offenbach / georg-foto, offenbach

Kulinarisch geht es weiter an der zweiten Drehstation, der Käsefabrik L’Abbate in nächster Nähe zum Wochenmarkt. Andrea und ihr Ehemann Vito Guiseppe empfangen das hr-Team herzlich, auch die Kunden freuen sich über die gelungene Überraschung. Tobi wird eingeladen die bekannten Käsespezialitäten wie Mozzarella, Ricotta und Scamorza zu probieren und als Highlight den italienischen Mozzarella-Käse in der kleinen Familienmanufaktur selbst herzustellen. In hygienisch „attraktiver“ Schutzkleidung betritt Tobi die Produktionshalle und lässt sich interessiert den Produktionsprozess vom erfahrenen Käsemeister Vito Giuseppe erläutern. Ganz in seinem Element ist er beim sogenannten Fädenziehen der Käsepaste, die vor Weiterverarbeitung zum Mozzarella in einem Rührbottich mit 85 Grad heißem Wasser überbrüht und somit elastisch gehalten wird. Zum krönenden Abschluss darf das ganze Team die Eigenproduktion kosten: Auch wenn Tobis Mozzarella-Kugel optisch gesehen nicht ganz mit dem Meisterwerk von L‘Abbate mithalten kann – vom Geschmack her sind beide Versionen erstklassig und nicht vergleichbar mit einem industriell hergestellten Käse aus der Tüte.

Tobi Kämmerer mit dem Vereinsvorsitzenden Thorsten Franke.
Tobi Kämmerer mit dem Vereinsvorsitzenden Thorsten Franke, im Vordergrund Kameramann Lukas Lowack. © Stadt Offenbach / georg-foto, offenbach

Rundum gestärkt geht es dann weiter Richtung Bieber zum Kickers-Fan-Museum. Der bekennende Eintracht-Fan zögert kurz und fragt seinen Kameramann: „Darf ich denn eintreten?“ Doch dann betritt er das Museum, in dem ihn der Vereinsvorsitzende Thorsten Franke und sein Frauenteam aufgeregt und freudestrahlend erwartet. Tobi hat als Eintracht-Fan keine Berührungsängste. Ganz im Gegenteil: er ist bestens vertraut mit den Kickers und seinem Kult. Er betont, dass er durch seine Frau in eine Kickers Familie eingeheiratet hat. Franke führt Kämmerer durch die Ausstellung und ist stolz auf die vielen Exponate, die als Leihgabe vom Verein, und zum größten Teil von Fans und Sponsoren dem Vereinsmuseum zur Verfügung gestellt werden. Darunter auch das Trikot aus dem 1959-er Endspiel von Freddy Schultheis inklusive seiner Kickschuhe, Kniebeinschoner und Stutzen.

Die detailgenaue Nachbildung des DFB-Pokals in der hell erleuchtenden Vitrine hat es Tobi besonders angetan. „Ist es nicht so, dass die Kickers als Zweitligist, die erste Mannschaft war, die den DFB Pokal 1970 gewonnen hat?“, fragt er gut informiert und lässt sich mit dem Pokal fotografieren. Meiner freundlichen Aufforderung aus dem Off, sich einen Kickers-Schal für das Foto umzuhängen, kommt er allerdings nicht nach. Bei aller Liebe – aber das würde ihn doch unglaubwürdig machen, so sein Statement. „Seinen Verein kann man sich nicht aussuchen“ ergänzt Tobi abschließend und lächelt verschmitzt.

Tobi Kämmerer spielt mit Stefan Pitsch, Vorsitzender Digital Retro Park
Tobi Kämmerer und Stefan Pitsch (Vorsitzender Digital Retro Park) treten gegeneinander an. © Stadt Offenbach / georg-foto, offenbach

Viel ehrenamtliches Engagement und Begeisterung wird auch beim nächsten Besuch im „Digital Retro Park“ spürbar – dem Museum für digitale Kultur. Dort wird auf zwei Etagen Computergeschichte geschrieben und die Entwicklung des PC’s ist buchstäblich greifbar: Computer, Automaten, Videospielgeräte und Spielkonsolen laden zum Ausprobieren ein. Vorsitzender Stefan Pitsch freut sich Tobi die vielen Unikate vorstellen zu können, in der Hoffnung, einen weiteren aktiven Mitstreiter zu finden – und so ist es. Das Spielkonsolen-Zimmer, beginnend mit Super Pong aus dem Jahr 1976 bis hin zur Konsole aus dem Jahr 2000, regt Tobis Spielgeist an. Er ist ehrgeizig und scheint ein ausgeprägtes Gewinnergen zu besitzen.

Zum krönenden Abschluss nimmt Pitsch Tobi mit in einen filmreifen Ausstellungsraum im Obergeschoss, eingerichtet im Stil der 1980-er Jahre. Dort zocken die beiden voller Begeisterung gegeneinander auf der Spielkonsole VC 4000. Die einzige deutsche Spielkonsole übrigens, die vom Hörgerätehersteller Interton damals angefertigt wurde. Wer letztendlich gewinnt, bleibt ein Geheimnis. Sehenswert sind auch die im Zimmer arrangierten Accessoires vom Telefunken Kofferradio bis hin zum grünem Telefon mit Wählscheibe. Auch der goldene Quellekatalog von 1981/82 ist ein weiteres interessantes Requisit, in dem die beiden Akteure eifrig blättern und einige Anekdoten zu Computern, Floppy Disks und weiteren interessanten „Themenwelten“ zu berichten wissen.

Mittlerweile wird die letzte Station des ersten Drehtags angesteuert. Das Ankommen bei der Ledermanufaktur Marlon Navarro im Hinterhof der Hassia Fabrik lässt sich leider nur im Regen abdrehen. Sehr schade, dennoch sind alle glücklich, dass es erst jetzt zum Ende hin regnet, denn laut Wettervorhersage sollte es schon am frühen Morgen regnen. Nicht nur der erste Drehtag verdeutlicht dem Team aus Frankfurt: das Wetter wird scheinbar in Offenbach „gemacht“, denn auch am zweiten Drehtag ist das Wetter besser als vorhergesagt.

Tobi Kämmerer mit Marlon Navarro
© Stadt Offenbach

Das Atelier von Marlon Navarro erweist sich als kleines Schmuckstück. Gleich am Eingang ist eine Auswahl seiner Produktpalette zu sehen: von Kleinlederwaren bis hin zu Taschen. In nächster Nähe zum Werktisch verzieren verschiedene Feintäschnerwerkzeuge und Nähgarne die Wände. Ein weiterer Blickpunkt sind die hochwertigen alten Nähmaschinen, an denen Navarro alle Einzelstücke anfertigt. Nach letzten Instruktionen der Redakteurin über den Drehverlauf, betritt Tobi Kämmerer sichtlich angetan das kleine Atelier und lernt die Geschichte des kubanischen Auswanderers kennen. Als ehemaliger Sattler sei er stolz in Offenbach zu sein, hier zu arbeiten und zusammen mit seiner Familie eine Heimat gefunden zu haben. Er liebe sein Handwerk und den Umgang mit dem natürlichem Material, erzählt er, während er vor der laufenden Kamera einzelne Lederteile der Börse Schritt für Schritt zusammensetzt. Zum Schluss darf Tobi selbst Hand anlegen, das tut er mit voller Hingabe und Geschick. Auch nach offiziellem Drehschluss wird noch eifrig mit Nadel und Faden ein Lederteil „bearbeitet“. Als Navarro Tobi das Musterteil schenkt und ihn dabei mit der Prägung „Made by Tobi“ auf der Rückseite überrascht, ist nicht nur Tobi gerührt. Ab diesem Moment scheint eindeutig der Bann zwischen den beiden Teamplayern gebrochen zu sein.

Mein persönliches Fazit des Tages: Der Drehtag zusammen mit Tobias Kämmerer und dem hr-Team war spannend. An allen Stationen gab es interessante Begegnungen, die mir gezeigt haben: Nicht nur der Blick hinter die Kulissen des Drehs, sondern auch hinter die Menschen und ihre Geschichten, ist bereichernd.

Meine Frage an Tobias Kämmerer nach Drehschluss, wie sein Fazit zu Offenbach sei, hat mich umso mehr in meinem positiven Gefühl bestärkt (siehe Video unten). Besonders sein Schlusssatz „die Offenbacher haben schon ein gutes Herz – sehr gut!“, bei dem er sich ans Herz fasst, hat mich berührt. Und ehe ich mich versehe, hat er spätestens beim Ausschalten der Videosequenz meine volle Sympathie. Sehr gut, lieber Tobi! Sehr gut, liebes hr-Team!

Tobi Kämmerer hinterlässt den Offenbacherinnen und Offenbachern ein großes Kompliment nach seinem Drehtag in Offenbach. © Stadt Offenbach am Main

12. März 2020