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Der D’Orvillepark zwischen Mainstraße und Kirchgasse, Isenburger Schloss und Bernardbau, liegt in einem weniger beachteten Winkel der Stadt. Ursprünglich war das Gelände Teil des fürstlichen Schlossgartens. Durch große Platanen und Kastanien, die noch aus der glanzvollen Zeit des Theaterhauses im benachbarten Bassompierrschen Hof zeugen, wirkt die Anlage sehr schattig.

Das 1792 erbaute Schauspielhaus wurde mitsamt den Maingärten im Jahre 1810 von dem Hof- Uhrmacher Johann Heinrich Schlosser gepachtet. Er veranstaltete hier großartige Feste und Maskenbälle, an denen besonders viele Frankfurter teilnahmen. Durch eine Versteigerung gelangte das Gelände 1902 in städtisches Eigentum, was gleichzeitig das Ende für das berühmte Theaterhaus bedeuten sollte.

Das angeblich baufällige Gebäude im damaligen Stadtgarten wurde in den 1930er Jahren abgerissen. Zwischenzeitlich wurde der Park noch nach dem einzigen Offenbacher Seehelden, Admiral Schmidt, benannt, bevor er heute nach einer der bedeutendsten Familien in der Offenbacher Stadtgeschichte heißt.

Die d´Orvilles kamen als hugenottische Glaubensflüchtlinge über Frankfurt am Main nach Offenbach. Johann Georg d´Orville wurde Mitinhaber jener Schnupftabak-Fabrik, die die aus Straßburg zugewanderten Brüder Bernard 1733 in Offenbach errichteten. Es war der erste Industriebetrieb in Offenbach.

Nachdem Peter Bernard, Sohn eines der Firmengründer, 1805 kinderlos verstarb, wurde die Firma von den d´Orvilles übernommen. Der d’Orvillepark besteht aus vielen alten Bäumen, aber nur wenig Grünfläche. Ein Bolz- und Spielplatz prägt einen großen Teil der Anlage. Ein Taubenhaus zwischen den Bäumen wurde 1989 aufgestellt.

Der D´Orville-Park ist heute Teil des Konzepts "Stadt-Park-Fluss". Damit wird das Ziel verfolgt, die Verbindung zwischen Stadt und Fluss stärker zu betonen. Die Parks im Bereich des Kulturkarrees sollen einen sanften Übergang zwischen lauter Geschäftswelt und lauschiger Flusslandschaft bilden.