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Internationale Flaggen in der Bieberer Straße
© Stadt Offenbach
Offenbach ist eine Stadt von beachtlicher Integrationskraft. Menschen aus mehr als 100 Nationen leben hier in weitgehender Eintracht zusammen. Rund die Hälfte der Bevölkerung hat einen Migrationshintergrund. Das sorgt für eine kulturelle Vielfalt, die auch die Einheimischen zu schätzen wissen. Diese Sommertour lädt dazu ein, Offenbachs internationale Seiten kennenzulernen – eine kleine Weltreise, die Sie bequem mit dem Fahrrad zurücklegen können. Starten Sie die Tour am Morgen im Deutschen Ledermuseum, Frankfurter Straße 86.

Der Platz vor dem Museum ist dem 8. Mai 1945, dem Tag der Kapitulation Nazi-Deutschlands gewidmet. Von dort aus blicken Sie auf das ehemalige Städtische Lagerhaus, seit 1938 Sitz des Deutschen Ledermuseums.

Erbaut wurde das Gebäude vor 180 Jahren. Weil die Freie Reichsstadt Frankfurt dem Norddeutschen Zollverein nicht beigetreten war, wurde 1828 auf Beschluss des Großherzogtums Hessen-Darmstadt die Messe von Frankfurt nach Offenbach verlagert. An die Stadt Offenbach erging die Aufforderung, ein Lagerhaus für Messewaren zu errichten. Die Stadt verfügte über ein unbebautes Gelände an der Frankfurter Straße, in der Nähe des Zollamtes. Dort wurde am 15. August 1829, nach nur einjähriger Bauzeit, das Lagerhaus eröffnet.

Das Gebäude in seiner heutigen Gestalt trägt die Handschrift des Begründers des Deutschen Ledermuseums, Professor Dr. Hugo Eberhardt (1874 – 1959). Er war Architekt, wurde 1907 vom hessischen Großherzog Ernst Ludwig nach Offenbach berufen, um die damaligen Technischen Lehranstalten, die spätere Werkkunstschule und heutige Hochschule für Gestaltung zu übernehmen. Eberhardt gründete das Deutsche Ledermuseum am 13. März 1917. Was zunächst in vier große Wandschränke in der Werkkunstschule passte, wuchs dank Eberhardts Sammel-Leidenschaft rasch an. 1938 zog die Sammlung ins ehemalige Städtische Lagerhaus. Eberhardt selbst hatte die Pläne für den Umbau entworfen.

Lehrreich: Schuhe aus verschiedenen Zeiten und Ländern

Heute ist das Museum eine letzte Reminiszenz an Offenbachs Geschichte als Lederstadt von Weltruf. Genau genommen sind dort drei Museen unter einem Dach vereint: das Schuhmuseum mit internationaler Fußbekleidung aus vier Jahrtausenden und einer Kunstgalerie, das Museum für angewandte Kunst (Schwerpunkt Leder) mit Kunsthandwerk und Design vom Mittelalter bis zur Gegenwart, Schwerpunkt Leder, und das Ethnologische Museum mit den Abteilungen Afrika, Amerika, Asien.

Neben einer Darstellung der internationalen Kostümgeschichte aus sieben Jahrtausenden erlaubt die Sammlung Einblicke in die gesamte Geistes- und Kulturgeschichte der Menschheit. Dadurch verdient dieser Teil des Ledermuseums durchaus auch den zusätzlichen Namen "Welt-Schuhmuseum": Etwa angesichts von dreieinhalb Tausend Jahre alten Sandalen aus ägyptischen Mumiengräbern, Stiefelamuletten und schuhförmigen Gefäßen des 8. vorchristlichen Jahrhunderts aus Luristan, perlenbestickten Mokassins von den Great Plains, chinesischen Gin Lien, Plateausandalen aus osmanischen Harems, den Seidenstiefeln der Kaiserin Sissy und den Turnschuhen Joschka Fischers.

Aus den rund 15.000 Objekten dieser einmaligen Sammlung wurden die wichtigsten Stücke ausgewählt.
Aktuell zeigt das Deutsche Ledermuseum außerdem die Ausstellung der Kinderhilfsorganisation Plan International. Die Erlebnisausstellung wendet sich an Besucher und Besucherinnen ab acht Jahren. Sie versetzt sie in die Lebenswelten von Mädchen in Indien, in der Sahel-Zone und in den Anden, wobei Parallelen zum eigenen Lebensumfeld in Deutschland hergestellt werden. Hörstationen, Entdeckungspfade und Mitmach-Aktionen führen dabei hautnah an Alltagssituationen heran.

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Spielen: Der Martin-Luther-Park ist ein internationaler Treffpunkt

Am Ausgang des Ledermuseums wenden wir uns nach rechts in die Frankfurter Straße und durchqueren Sie bis zum Ende. Wir biegen nach rechts auf den Marktplatz ein und halten uns weiter geradeaus auf der Waldstraße. Oberhalb der Einmündung Bleichstraße liegt rechts der Martin-Luther-Park. Die Anlage ist eine wahre Oase mitten in der Innenstadt. Die Sitzecke am Teich lädt zu einer Ruhepause ein. Auf dem fliegenden Teppich können mehrere Kinder gleichzeitig schaukeln. Eine Kombinationsanlage bietet vor allem jüngeren Kindern die Möglichkeit zu Sand- und Geschicklichkeitsspielen. Es gibt einen Seilzirkus, einen Bouleplatz und ein Freiluftschach.
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Sinnlich: Wochenmarkt macht Appetit auf Köstlichkeiten aus aller Welt

Wenn Sie die Tour an einem Dienstag, Freitag oder Samstag unternehmen, sollten Sie nach dem Spielplatzbesuch unbedingt einen Abstecher auf den Wochenmarkt unternehmen. Biegen Sie dazu auf der gegenüberliegenden Straßenseite in die Bleichstraße ein und radeln Sie bis zum Wilhelmsplatz, der sich nach etwa 200 Metern linker Hand erstreckt.

An Markttagen herrscht dort ein quirliges Treiben. Gemüse, Blumen und Obst leuchten farbenfroh in der Sonne, der Duft nach süßen Früchten, Kräutern und Gegrilltem liegt in der Luft. Der Offenbacher Wochenmarkt ist ein beliebter Treffpunkt. Er gilt als einer der schönsten Märkte der Region, der Besucher aus dem gesamten Umland anlockt. Er spiegelt das Flair der Stadt. Nirgendwo sonst lässt sich die liebenswerte Offenbacher Gelassenheit so authentisch erfahren.

Griechische Käsespezialitäten und Oliven, türkischer Honig und makrobiotisches Brot finden sich ebenso wie Spreewald-Gurken, hausgemachte Nudeln oder Ziegenfleisch. Der Wochenmarkt pflegt das Multikulturelle. An vielen Ständen, betrieben von türkischen, spanischen oder italienischen Offenbachern, kann der Besucher all die verführerischen Köstlichkeiten eines mediterranen Urlaubs kaufen.

So viele Leckerbissen machen Appetit. Wer statt kleiner Köstlichkeiten aus der Hand lieber in ein nah gelegenes Lokal einkehren möchte, findet rund um den Platz zahlreiche Möglichkeiten von klassischer bis zu leichter und mediterraner Küche.