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Mainufer
© Stadt Offenbach
Dieser Tagesausflug widmet sich Offenbach am Main. Die Route führt flussaufwärts vom Parkplatz an der Messe über das Isenburger Schloss, dem neuen Mainuferpark und Bürgel bis zum Rumpenheimer Schloss. Als Fahrradtour ist diese Strecke auch mit kleineren Kindern gut zu bewältigen.
Als Ausgangspunkt empfiehlt sich der große Parkplatz unterhalb der Messe Offenbach, direkt am Mainufer. Bevor in die Pedale getreten wird, zieht es vor allem die Kinder ans Wasser: Hier können Enten, Schwäne und Nilgänse beobachtet werden. Erwachsene finden auf Schildern entlang des Ufers interessante Erklärungen rund um den Main und die Binnenschifffahrt.

Lehrreich und spannend: Isenburger Schloss, HfG und Ludo-Mayer-Brunnen

Ein Stückchen flussaufwärts liegt an der Mainstraße das Isenburger Schloss, eines der wichtigsten Kulturdenkmäler Offenbachs. Das mittelalterliche Grafengeschlecht Isenburg, das Offenbach als Residenz und Sitz seiner Landesverwaltung erkoren hatte, ließ es im 16. Jahrhundert errichten. Wegen seiner unterschiedlichen Gestaltung gilt das Schloss nicht nur bei Kunsthistorikern als bemerkenswertes Objekt – und als eines der schönsten Renaissance-Zeugnisse nördlich der Alpen. Denn während die dem Main zugewandte Nordseite eine wehrhafte Fassade aus Teilen der älteren Bausubstanz zeigt, präsentiert die nach 1564 errichtete Südseite zur Stadt hin eine aufgelockerte Renaissancefassade mit anmutigen Galerien.
Nachdem die Grafen Isenburg 1748 zu Fürsten erhoben worden waren, benutzten sie als Wohnsitz nicht mehr das Schloss, sondern bequemere Häuser im Zentrum der Stadt. 1816 verloren sie die Herrschaft über ihr Fürstentum, und Offenbach fiel an das Großherzogtum Hessen-Darmstadt.
In dem ehrwürdigen roten Gebäude studieren seit Anfang des neuen Jahrtausends junge Kreative der Offenbacher Hochschule für Gestaltung. Neben den Bereichen Malerei und Fotografie findet sich hier der Computer-Arbeitsraum; das Erdgeschoss wird für Veranstaltungen freigehalten.

Der spannungsreiche Kontrast zwischen dem modernen Offenbach und seinen Wurzeln setzt sich im Innenhof der renommierten Hochschule fort. Hier begegnet die Renaissance-Fassade dem heutigen HfG-Hauptgebäude: den 1910 bis 1913 errichteten Technischen Lehranstalten. Unterschiedliche Geländer und Kapitelle im Gebäude, die bis heute erhalten sind, dienten damals als Muster für die Architekturstudenten. Mitten im historischen Spannungsfeld thront der Ludo-Mayer-Brunnen, benannt nach einem Lederfabrikanten und Mäzen, der den Neubau der Lehranstalten seinerzeit ermöglicht hatte. Dieser Jugendstil-Brunnen auf dem Campus, geschaffen vom Bildhauer Prof. Heinrich Jobst, ist einer der wenigen kunsthistorischen Sinnbilder Offenbachs.

Spielen in der Mainanlage Bürgel

Zurück am Fluss, führt der Weg vorbei am Mainuferpark zum Mainvorgelände des Offenbacher Stadtteils Bürgel. Hier, auf Höhe der St. Pankratius-Kirche, liegt ein Spielplatz, den Kleinkinder wie Jugendliche gerne besuchen. Die Auswahl auf der 2007 teilsanierten Anlage reicht vom Sandkasten über einen Seilzirkus bis hin zum Bolzplatz. Und während sich der Nachwuchs austobt, können die Eltern die idyllische Lage am Fluss genießen.
Spielplatz Mainpark
Renne, rutschen, klettern: der Spielplatz des Mainuferparks © Stadt Offenbach

Aktiv: Schultheisweiher

Frisch gestärkt, geht die Radtour weiter zum nahe gelegenen Schultheisweiher. Das Gewässer liegt idyllisch im Naturschutzgebiet, und auch wenn hier Baden – je nach Blaualgenkonzentration - nicht immer erlaubt ist (der aktuelle Stand der Dinge findet sich unter www.offenbach.de, Bereich Umwelt), lohnt ein Abstecher an den schönen Sandstrand. Für Tierfreunde empfiehlt es sich, ein Fernglas mitzunehmen, um die Vögel besser beobachten zu können.
Kultur & Tourismus

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Historisches: In Rumpenheim trafen sich einst die Könige

Entlang des Mainbogens und der Kleingärten führt der Radweg weiter in einen der ältesten urkundlich nachgewiesenen Orte des Maingebietes: Rumpenheim wurde erstmals am 1. Juni 770 im „Lorscher Codex“ erwähnt. Der Ort, der seit 1942 zur Stadt Offenbach gehört, hat etwa 4.000 Einwohner. Manche von ihnen wohnen heute dort am Fluss, wo einst Österreichs Kaiser Franz Joseph und Russlands Zar Alexander III. vorbeischauten: im ehrwürdigen Rumpenheimer Schloss.

Das Gebäude zeugt von der höfischen Epoche Rumpenheims, die begann, nachdem das Dorf 1736 mit der Grafschaft Hanau-Münzenberg an das Haus Hessen-Kassel gefallen war. Die landgräfliche Familie erwarb in Rumpenheim ein Herrenhaus und baute es zu einem Schloss aus. Zwischen 1770 und 1805 entstand eine klassische Dreiflügelanlage, deren Ausgangskern noch im Mitteltrakt erhalten ist. Mitte des 19. Jahrhunderts traf sich im Schloss Rumpenheim der europäische Hochadel – neben Dänemarks Regenten Christian IX. und Friedrich VIII waren vor ihren Krönungen auch Englands Königin Mary und der englische König Edward VII. zu Gast. 1863 erlebten die Rumpenheimer ein besonderes Schauspiel: Eine griechische Gesandtschaft erschien in Nationaltracht, um in Rumpenheim dem Prinzen Wilhelm von Schleswig-Holstein-Glücksburg die griechische Königskrone anzutragen. Er nahm sie an und reiste vom Main gen Hellas.

Ende des 19. Jahrhunderts verblasste der höfische Glanz. 1866 hatte Preußen das Kurfürstentum Hessen-Kassel annektiert, Hanau und Rumpenheim fanden sich in einer preußischen Provinz wieder. 1902 verließen die letzten fürstlichen Besitzer das Schloss, um fortan im ererbten Schloss Kronberg im Taunus zu leben.1943 wurde das Gebäude bei einem Luftangriff beschädigt, und in den 70-er Jahren stand der Abriss des Schlosses zur Debatte. Doch dank einer eigens gegründeten Bürgerinitiative fand sich schließlich ein Investor, der den Mitteltrakt ab dem Jahr 2000 denkmalgerecht aufbaute – die Gestalt des Schlosses entspricht heute wieder der um 1805. Seit 2003 leben hier nun Familien in bürgerlicher Behaglichkeit.

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Ansicht Schloss Rumpenheim
Das Schloss Rumpenheim ist ein beliebtes Ausflugsziel. © SOH

Entspannen im Schlosspark

Der angrenzende Schlosspark Rumpenheim lädt mit seinen Schatten spendenden Bäumen zum Schlendern und Ausruhen ein. Doch die Grünanlage spiegelt auch ein Stück Kulturgeschichte: Sie entstand ab etwa 1780, als Gärten nicht länger wie zur Zeit des französischen Barocks mit Lineal und Heckenschere zurechtgestutzt wurden; nun orientierte man sich an englischen Landschaftsgärten. Verschlungene Wege und eine abwechslungsreiche Gartenarchitektur sollten dafür sorgen, dass der Spaziergänger Landschaften von unterschiedlichem Charakter durchwandern kann, die unterschiedliche menschliche Gemütslagen unterstreichen – heiter oder auch melancholisch. Im Schlosspark Rumpenheim ist das besterhaltene Ausstattungselement aus dieser Zeit der Monopteros, unter dessen Kuppel das kurhessisch-großbritannische Allianzwappen prangt.

Um den Charakter der englischen Landschaftsgärten stärker zu betonen, plant das Offenbacher Amt für Stadtplanung und Baumanagement eine Reihe von Maßnahmen. So wurde mit Unterstützung der Bürgerinitiative Rumpenheim der frühere Baumsaal am nördlichen Ende des Parks rekultiviert: Die Verantwortlichen pflanzten 43 Winterlinden und legten neue Wege an. Bis die Besucher hier, wie einst europäische Könige, unter einem geschlossenen Blätterdach wandeln können, wird es noch viele Jahre dauern - doch die Boulespieler treffen sich jetzt schon gerne an diesem Ort.