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In der Nachkriegszeit repräsentierte das Tambourbad ein Idealbild der Freizeitvorstellungen der bundesdeutschen Wohlstandsgesellschaft. Zudem galt es als eines der modernsten Bäder Hessens. Nach der Schließung des Bads 1994 entstand auf dem weitestgehend sich selbst überlassenen Gelände ein wild-romantischer Ort, dessen ehemalige Funktion von der Natur nach und nach überlagert wurde.

Der Bildband dokumentiert auf 48 Seiten die Entwicklung vom Tambourbad zum Sportzentrum „Am Wiener Ring“. Das 1967 eröffnete Tambourbad auf dem Gelände zwischen Bieberer Straße und Heusenstammer Weg mit seiner großen Liegewiese, der Wasserrutsche und dem Sprungturm mit vier Springplattformen galt lange Zeit als eines der modernsten Bäder Hessens und war in Offenbach sehr beliebt. Nachdem das Bad 1994 geschlossen wurde, blieb das Gelände in den folgenden15 Jahren weitgehend sich selbst überlassen. Die Bilder zeigen wie die Natur sich das Gelände Stück für Stück zurück erobern und ein verwunschener, wildromantischer Ort entstehen konnte.

Das Buch ‚Tambourbad‘ wird vom Künstlerpaar Wiebke Grösch und Frank Metzger mit Archiv-Abbildungen des Bades eröffnet, die den Ort als urbanen, funktionalen Ort beschreiben, der ein Idealbild der Freizeitvorstellungen der bundesdeutschen Wohlstandsgesellschaft in der Nachkriegszeit zeichnet. Das Zusammenfließen von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft bildet das grundlegende Motiv der Buchs.

Grösch und Metzger haben von 1991-1997 an der HfG studiert; der Schwerpunkt ihrer künstlerischen Arbeit liegt auf der Auseinandersetzung mit sozio-kulturellen und urbanistischen Themen. Ausgehend von umfassenden Recherchen thematisieren sie die Repräsentationsmechanismen von Architektur und städtischem Raum.

Als die Sport- und Freizeit GmbH Offenbach (SFO) 2009 das Gelände übernahm, um im Auftrag der Stadt das moderne Breitensportzentrum „Am Wiener Ring“ zu bauen, war sie fasziniert von dieser brachliegenden, aber paradiesisch blühenden Landschaft mit den Überbleibseln des Schwimmbads. So entstand die Idee, Wiebke Grösch und Frank Metzger zu bitten, etwas von dem morbiden Charme dieses „alten Schwimmbads im Dornröschenschlaf“ in Bildern festzuhalten. Den beiden ist es gelungen, ein Stück Offenbacher Stadtgeschichte in ihren stimmungsvollen Bildern weiterleben zu lassen.