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Das ehemalige Werksgelände des Druckmaschinenherstellers MAN-Roland in der Christian-Pleß-Straße ist kaum noch zu erkennen: Die seit 2004 leer stehenden Fabrikgebäude werden derzeit nach vieljähriger Planungsphase als Projekt des „Stadtumbaus in Hessen“ abgebrochen. Nur die große Montagehalle an der Senefelderstraße bleibt erhalten und wird nach Abschluss der Abbruch- und Bodensanierungsarbeiten voraussichtlich ab Sommer 2014 in ein Nahversorgungszentrum umgewandelt.

Die Umbruchphase hat das Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement der Stadt Offenbach nun zum Anlass genommen, gemeinsam mit dem Amt für Öffentlichkeitsarbeit eine Broschüre zum Stadtumbaugebiet MAN Roland Werk 1 zu veröffentlichen. Unter dem Titel „Vom Werk zum Wohnquartier“ spannt die Dokumentation einen weiten Bogen von der Entstehung und sukzessiven Erweiterung des Industriestandorts bis zu den anstehenden Veränderungen in den nächsten Jahren.

Das ehemalige Faber und Schleicher-, später MAN-Roland-Werk hatte wesentlichen Einfluss auf die Stadtentwicklung in Offenbach: Die Offenbacher sprachen bis in die achtziger Jahre vom Farber und Schleicher. So hieß das Unternehmen einst. Für viele Familien war die Firma ein Stück Heimat. Die architektonisch hochwertigen Gebäude prägten das Quartier über Jahrzehnte. Um die Vergangenheit zu würdigen und gleichzeitig aufzuzeigen, wie sich der Wandel gestalten wird, liefert die Broschüre auf 46 Seiten wertvolle Informationen und eindrucksvolle Bilder.

Im Gespräch mit ehemaligen „Roländern“ lässt Jörg Muthorst den Alltag im Werk wieder aufleben. Der Autor beschreibt architektonische Besonderheiten ebenso wie den Ideenwettbewerb für eine neue Mitte und den beschlossenen Bebauungsplan. In Interviews mit Muthorst schildert Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider die Ziele für das neue Quartier („Wir wollen einen lebendigen Mittelpunkt schaffen“), und Frankfurts ABG-Chef Frank Junker erläutert seine Gründe, nach dem Hafen erneut in eine ehemalige Industriebrache der Nachbarstadt zu investieren („Offenbach ist ein attraktiver Wohnstandort, den man ausbauen muss“).

Die ansprechende Grafik und Gestaltung der Broschüre übernahm Agnes Stockmann aus Offenbach. Die Kosten für das Werk betragen insgesamt 12.000 Euro.

Die Broschüre wurde erstmals am Donnerstag, 10. Oktober, in der Mensa des Albert-Schweitzer-Gymnasiums, Waldstraße 113, den Anwohnern, die die Planungswerkstatt besuchten, vorgestellt. Das Heft ist ein Dokument Offenbacher Geschichte, aber auch eine Grundlage für die Einbeziehung der Bürger der Stadt in die Planungen für den Park, der auf einer Teilfläche im ehemaligen Werk entstehen soll. Im Rahmen der Bürgerbeteiligung erhalten alle Interessierte im Baubüro, Berliner Straße 60, und zu den Veranstaltungen die Broschüre kostenlos. Im OF InfoCenter sowie bei Theater und Konzerte im Ringcenter gibt es den Folder gegen eine Schutzgebühr von zwei Euro.