Sprungmarken
Suche
Suche

Teilnehmende im Publikum  im Ostpol
© Bernd Georg
Die neue Druckwerkstatt im Bernardbau, Förderungen des Kulturfonds Frankfurt RheinMain, die Zukunft der Stadtbibliothek, Inklusion bei Veranstaltungen und Plastikmüll bei Festen: Diese und weitere Themen standen bei „OB vor Ort – Kulturvereine und –initiativen exklusiv“ am 05. Februar 2020 im Mittelpunkt des gemeinsamen Austauschs im Ostpol, zu dem Oberbürgermeister und Kulturdezernent Dr. Felix Schwenke und das Amt für Kultur- und Sportmanagement eingeladen haben.

Zahlreiche Vereine und Initiativen nutzten das Angebot, das über wichtige Punkte informierte und auch Zeit für eine Aussprache sowie dringende Fragen und Wünsche seitens der ehrenamtlichen Kulturschaffenden bot.

In seiner Begrüßung machte Dr. Schwenke direkt die Bedeutung des gemeinsamen Austauschs deutlich: „Oberstes Anliegen für uns ist es, Sie in Ihrer Arbeit möglichst optimal zu unterstützen. Mein Team aus der Kultur und ich möchten Ihnen heute daher nicht nur zuhören, welche konkreten Anliegen Sie haben, sondern auch erfahren, welche Themen Sie möglicherweise als Gruppe drücken. Was sollen wir weitermachen? Was eventuell ändern?“, so Dr. Schwenke: „Meckern ist deshalb heute ausdrücklich erwünscht.“ Nur so könne es gelingen, Schwächen besser zu machen, Gutes fortzuführen und so gemeinsam die Arbeit der Vereine und Initiativen voranzubringen. Heraus kam ein anregender und konstruktiver Dialog zwischen den Kulturvereinen und der Stadt.

Auf der Tagesordnung des ersten „OB vor Ort“-Abends im Bereich Kultur stand unter anderem die neu entstehende Druckwerkstatt im Bernardbau. Hier machte Dr. Stefan Soltek, Leiter des Klingspor Museums, vor allem auf das einzigartige Profil Offenbachs im Themenbereich Druck, Druckgeschichte und Druckmaschinenherstellung aufmerksam. Dieses Profil gelte es weiter zu schärfen und auch der Öffentlichkeit näherzubringen. Die neu entstehende Druckwerkstatt sei ein idealer Ort, um dies zu erreichen und das Thema Druck als Bestandteil der Stadtidentität auch für die Zukunft fest zu verankern.

Auf große Resonanz stieß auch das Thema Förderungen des Kulturfonds Frankfurt RheinMain (www.kulturfonds-frm.de) bei niedrigen Budgetvolumina, das Kulturamtsleiter Dr. Ralph Philipp Ziegler ausführte und wertvolle Tipps aus der Praxis gab. So könne beispielsweise durch Kooperationen, Sachsponsoring, aber auch Eigenleistungen, die Hürde des für eine Förderung bestehenden Mindestprojektbudgets von 30.000 Euro erheblich minimiert werden. Wobei man sich auch vor Augen halten solle, dass 10.000 Euro von den 30.000 Euro der Projektanteil sei, den es über den Kulturfonds einzuwerben gelte. Beachtet werden müsse bei jeder Antragstellung immer auch die Förderfähigkeit der einzelnen Projekte, die mindestens eines von drei Kriterien erfüllen müssen: 1. Sie tragen zum kulturellen Erbe der Region bei. 2. Sie bringen die Kunst inhaltlich weiter. 3. Sie sorgen für eine Vernetzung von kulturellen Einrichtungen sowie von Künstlerinnen und Künstlern innerhalb der Region. Zudem müssen sie sich durch eine hohe künstlerische Qualität mit nationaler oder internationaler Strahlkraft auszeichnen. Die Projekte können, müssen aber nicht Bezüge zu den jeweiligen Themenschwerpunkten aufweisen. Nicht förderfähig sei hingegen der allgemeine Dauerbetrieb von Kultureinrichtungen, Vereinen, Baumaßnahmen oder auch Vorhaben mit überwiegend kommerziellem Charakter. Außerdem machte Herr Dr. Ziegler auf das Projekt „kulturMut“ (www.kulturmut.de) das Crowdfunding für Kulturprojekte im Rhein-Main-Gebiet aufmerksam, welches der Kulturfonds zusammen mit der Aventis Foundation anbietet.

Inklusion auf Veranstaltungen war ein weiterer Punkt, der zur Sprache kam. Hier machte Anna-Fee Neugebauer vom Amt für Kultur- und Sportmanagement auf Hilfestellungen seitens der Stadt aufmerksam. So können beispielsweise mobile Rampen oder auch Rollstühle ausgeliehen werden, um Veranstaltungen barrierefrei oder möglichst barrierearm zu gestalten. Mit diesem Bereich stehe man jedoch erst am Anfang und sei für Anregungen und Verbesserungsvorschläge jederzeit offen. Anfragen seitens der Kulturvereine und Initiativen für die Bereitstellung von Equipment können an anna-fee.neugebaueroffenbachde gesendet werden.

Auch die Zukunft der Stadtbibliothek und des Bücherturms standen auf der Agenda. Oberbürgermeister Schwenke erläuterte die Hintergründe für den eventuell denkbaren Umzug der Stadtbibliothek und eine mögliche Nachnutzung der frei werdenden Räume. Im jetzigen Zustand werde die Stadtbibliothek den heutigen Anforderungen, sei es als Arbeitsort oder im Bereich der Technik nicht mehr gerecht, auch sei sie schlicht zu klein geworden. Ein „weiter so“ sei daher schon aus Fachsicht der Bibliothek nicht möglich. Eine Verlegung in die Innenstadt könne geprüft werden, um zwei Ziele gleichzeitig erreichen zu können: eine moderne Bibliothek als Ort von Wissen und Arbeit sowie als Beitrag zur dringend benötigten Aufwertung der Innenstadt. Diese Idee werde jedenfalls als Vorschlag der Fachleute im Zukunftskonzept Innenstadt stehen, das sich derzeit in der Ausarbeitung befindet.

Oberbürgermeister Schwenke bezog daher vor den Kulturaktiven klar Stellung und machte deutlich, dass er eine solche Verlagerung befürworte, wenn sie finanziell darstellbar sei. Zugleich betonte er, dass seiner Wahrnehmung nach ein Konsens in der Politik besteht, dass im Falle einer Verlagerung der Stadtbibliothek der Bücherturm als Ort der Kultur weiterhin bestehen bleiben solle. Allerdings nur der Bücherturm selbst, die weiteren Räume müssten dann aus Kostengründen wirtschaftlich optimal genutzt werden.

Oberbürgermeister am Rednerpult
© Bernd Georg

Britt Baumann (Abteilungsleiterin Kulturmanagement) macht abschließend noch einmal auf den neuen Zeitraum für die Kulturvereinsförderung aufmerksam. Dieser startet ab 2020 nun jedes Jahr bereits am 1. März und endet am 8. Mai, so dass genug Zeit für die Antragsstellung gewährleistet sei. Gleichzeitig bat Sie darum, Änderungen in den Zuständigkeiten der Vereine möglichst zeitnah über kulturoffenbachde mitzuteilen, damit auch wirklich alle und vor allem die richtigen Ansprechpartner durch Mailings erreicht werden. Bei Fragen zur Antragsstellung helfen die Kolleginnen und Kollegen im Kulturmanagement gerne weiter und es werde alles getan, um eine umfassende Beratung geben zu können.

Wie von den Vereinen in den Workshops im letzten Jahr gewünscht, wird es am 07./08.11.2020 ein erstes Workshop- und Netzwerktreffen für die Offenbacher Kulturvereine- und initiativen geben, welches nicht nur Informationsformate, sondern auch viel Raum für eine spartenübergreifende Vernetzung der Kulturakteure untereinander bieten wird. Das Angebot kann modulweise genutzt werden.

Nach einer offenen Fragerunde zu den angesprochenen und weiteren Themen, betonte der Oberbürgermeister noch einmal die Wichtigkeit des gemeinsamen Austauschs und versicherte, dass das Amt für Kultur- und Sportmanagement jederzeit ein offenes Ohr hat und gerne Hilfestellung bei aufkommenden Fragen leistet. Offenbach ist eine Stadt der kurzen Wege, die vom Miteinander lebt. Der Abend zeigte einmal mehr, wie wichtig und sinnvoll der direkte Austausch ist und als Angebot gerne angenommen wird.

Oberbürgermeister am Rednerpult Bernd Georg
2 / 2