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Karminsky Innenansicht / Salonhängung
Unbedingt einen Besuch wert ist beispielsweise die Kunstsammlung von Michael Karminski (Nummer 52). In seiner Wohnung in der Berliner Straße 223 hängen etwa 500 Gemälde und Skulpturen von über 40 Künstlern, die sich in der Zeit der Sowjetunion gegen das Regime gestellt hatten. Bild: Tim Peuckert © TIM PEUKERT
150 Künstler, 63 Orte, 2 Tage und ein neues Design. Das sind die Eckdaten der diesjährigen Kunstbiennale „Kunstansichten“. Alle zwei Jahre öffnen sich die Türen zu Ateliers, Galerien und Kunstorten in Offenbach und laden zum Entdecken ein.

„Wir haben die richtigen Leute in der Stadt und das ist ein Glück.“ Allerdings, räumt Dr. Felix Schwenke ein, sei das Programm auch für einen topmotivierten Kulturdezernenten kaum zu bewältigen. Das dürfte für die meisten Besucher gelten. Denn wer sich einlassen möchte, muss Zeit mitbringen. Schließlich gibt es viel zu sehen, von Malerei über Grafikdesign, Skulptur und Videokunst, Fotografie, Siebdruck bis hin zu Soundart und Performance sind dabei alle Spielarten der Bildenden Kunst vertreten. Zur Vorbereitung empfiehlt sich vorher ein Blick in das Kunstansichten-Programm, dort sind alle Kunstorte im Stadtplan verortet. Diesen sowie alle weiteren Informationen gibt es im Klingspor Museum, das auch bei den 15. Kunstansichten Infostand, Lounge und eine der zahlreichen Neuerungen des diesjährigen Kunstfestivals beherbergt.

Denn erstmals wird das Haus von Dr. Stefan Soltek mit einer extern kuratierten Sonderausstellung bespielt. Was die beiden Künstler Maria Anisimona und Sven Prothmann bei ihrer Ausstellung „Mouthing things and words“ genau planen, weiß auch Museumsleiter Soltek noch nicht. Prozessual werde es, erklärt Prothmann, schließlich gehe es bei den ausgewählten Arbeiten um das Nachdenken, die unterschiedlichen Produktionsweisen und „den universellen Dialog von Künstler und Objekt.“ In welchen unterschiedlichen Ergebnissen dieser münden kann, zeigen die Sonderausstellung und die anderen 62 Orte.

Perfekte Plattform

„Die Begeisterung springt einem aus allen Ecken und Enden entgegen“: Die Vielfalt, vor allem der Enthusiasmus der Szene habe ihn überrascht, gesteht David Maier, Mitarbeiter beim Amt für Kultur- und Sportmanagement und neuer Projektleiter der Kunstansichten. Maier ist erst seit Kurzem in Offenbach und hat nicht nur die Stadt für sich entdeckt, sondern auch das bestehende Konzept behutsam durchgelüftet. Das neue Logo und Design sind die auffälligsten Neuerungen, aber auch neue Kunstorte und die gezielte Ansprache junger Künstler bringen frischen Wind in die Werkschau der Offenbacher Künstler. Die von den Teilnehmern übrigens selbst gestaltet wird. Im Gegenzug will Maier sich um eine stärkere Präsenz der Kunstansichten in Stadt und Region kümmern. So ist neben Promotionsständen auf dem Marktplatz und im Stadtplan die regionale Verteilung der Faltpläne geplant. „Das sowie die Sonderausstellung soll die Wahrnehmung Offenbachs als Kunststandort stärken.“ Dazu beitragen wird auch der Magalog, der aus dem bisherigen Katalog hervorgegangen ist. Statt der eher statischen Darstellung von Künstler und Werk soll dieser zum Eintauchen in Text und Bilder auch über den Tag hinaus nach Offenbach einladen.

Darüber, was es wann wo zu entdecken und zu erleben gibt, informiert die Website www.kunstansichten.info

Offenbach am Main, 7. April 2017