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Gruppenbild mit Ralph Ziegler und Stiftungs-Mitgliedern
Raphael Eckardt (Rondeau Production), Roland Böer (Dirigent der eingespielten CD), Dr. Ralph Philipp Ziegler, Wolfang Rawer und Hansjörg Koroschetz (beide Dr. Marschner-Stiftung). © Stadt Offenbach/georg-foto.de
Die Dr. Marschner Stiftung hat seit ihrem Bestehen soziale, kulturelle und wissenschaftliche Projekte in Offenbach mit mehr als fünf Millionen Euro unterstützt. „Die Dr. Marschner-Stiftung ist ein Segen für Offenbach – und das Wirken von Wolfgang Rawer ist es ebenso“, würdigt Oberbürgermeister und Kulturdezernent Dr. Felix Schwenke das Wirken der seit 2005 bestehenden Stiftung – und deren langjährigen für Offenbach Zuständigen, Landgerichtspräsident a.D. Wolfgang Rawer.

„Eine Vielzahl von für Offenbach bedeutenden und wichtigen Projekten hätte nie umgesetzt werden können, wenn sich die Stiftung nicht für die Stadt und ihre Einrichtungen in so außerordentlichem Maß stark machen würde. Aktuell ist es die Stiftung mit der finanziell größten Bedeutung für Offenbach. Allerdings gilt Wolfgang Rawer auch mein persönlicher Dank: mit großem Interesse, mit Offenheit und Engagement war er immer wieder auch selbst in Offenbach präsent und hat sich dadurch ein hervorragendes Verständnis für die Nöte vieler Projekte erarbeitet. Dieses Agieren ist nicht selbstverständlich, daher kommt mein Dank ganz ernsthaft und voller Überzeugung“, so Schwenke weiter.

Vor wenigen Tagen hat sich Wolfgang Rawer im Capitol Theater gemeinsam mit seinem designierten Nachfolger Hansjörg Koroschetz zwei von der Dr. Marschner-Stiftung ermöglichte Projekte vorstellen lassen und damit einen musikalischen Schlusspunkt unter seine verantwortungsvolle Tätigkeit gesetzt. Vier hochwertige Pauken der Berliner Paukenwerkstatt Hardtke, die auch für die Semperoper oder die Bayerische Staatsoper Instrumente baut, und die erste CD-Produktion aus der Capitol Classic Lounge runden die ‚Ära Rawer‘ klingend ab. Hansjörg Koroschetz ist mit der Arbeit der Stiftung und den Akteuren in Offenbach bereits durch ein langjähriges Engagement im Beirat vertraut. Wolfgang Rawer wechselt nun statt Koroschetz in dieses Gremium.

Dr. Jürgen Marschner war gemeinsam mit seiner Mutter Hauptgesellschafter der Kaufhäuser M.Schneider in Frankfurt und Offenbach und verfügte testamentarisch die Gründung der Stiftung. Die Dr.Marschner-Stiftung zählt zu den größeren Frankfurter Stiftungen und ist die einzige, die exklusiv in Frankfurt und Offenbach fördert. Sie begleitet finanziell sowohl kleinere Projekte als auch wirkungsvolle große und ambitionierte Vorhaben aus den Bereichen Kultur, Soziales und Wissenschaft. Seit Anerkennung der Dr. Marschner Stiftung als rechtsfähige Stiftung 2005 wurden rund 15 Millionen Euro an Spenden verausgabt, davon mehr als fünf Millionen in Offenbach. Wolfgang Rawer war von der Gründung der Stiftung an für Offenbach zuständig; für die Frankfurter Projekte der Rechtsanwalt und Notar Peter Gatzemeier.

Das Engagement Wolfgang Rawers erschien aufgrund seiner privaten und beruflichen Bindung mit Offenbach selbstverständlich: Nach langjähriger Präsidentschaft am Amtsgericht in Offenbach (1985-1995) blieb er auch nach seiner beruflichen Veränderung zum Landesgerichtspräsidenten in Gießen mit seiner Familie in Offenbach wohnen. Trotz seines Wechsels aus dem Vorstand in den Beirat fühlt sich Wolfgang Rawer den Offenbacher Projektinitiatoren und Begünstigten weiterhin eng verbunden. Hansjörg Koroschetz will „die Aktivitäten der Stiftung in Offenbach selbstverständlich weiter erhalten und, wo möglich, sogar ausbauen.“

Als Leuchtturmprojekte sind für Offenbach in etwa Vorhaben der Behindertenhilfe Offenbach, beispielhaft in der integrativen Kindertagesstätte Martin-Luther-Park, zu nennen. Die Stiftung wurde beim dringend notwendigen Um- und Neubau der Gruppenräume zu aktuellen Sicherheits- und Hygienestandards hilfreich tätig. Auch Präventivprojekte für Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund sind ein wichtiges Wirkungsfeld der Stiftung in Offenbach, etwa mit dem Box-Club Nordend zur Stärkung der Sozialkompetenz der Jugendlichen sowie zur Weiterentwicklung ihrer Persönlichkeit. Das Ketteler Krankenhaus verstärkte mit Hilfe der Dr. Marschner Stiftung sein Helferteam im palliativen Bereich, ebenso konnte der Offenbacher Verein „Hilfe für Kinder krebsranker Eltern e.V.“ dank der Stiftung neue Informationsbroschüren drucken.

Großes Engagement zeigte die Stiftung auch bei der Grundsanierung des seit 1965 bestehenden privaten Offenbacher Waldzoos. Dieser ist sowohl für Kinder wie Erwachsene eine wichtige Anlaufstelle zur psychischen und physischen Erholung im Alltag. Auch wissenschaftliche Projekte, die ohne finanzielle Unterstützung kaum bis nicht umgesetzt hätten werden können, finden sich im Wirkungsbereich der Stiftung. So ermöglichte sie zahlreiche Ankäufe für das Offenbacher Haus der Stadtgeschichte, ebenso wie die dort aufgelegte Schriftenreihe „Offenbacher Studien“. Im Klingspor Museum leistete die Dr. Marschner Stiftung einen entscheidenden Beitrag zur Aufstockung des Hauses wie auch zu unterschiedlichen Ausstellungen und Katalogen des Hauses, zuletzt „Delphine in Offenbach, die Marcus Behmer-Sammlung“.

Fokus der Dr. Marschner-Stiftung in Offenbach ist im Besonderen sie Unterstützung Offenbacher Institutionen im kulturwissenschaftlichen und künstlerischen Bereich. So ist beispielsweise ein kompletter nach dem Stifter benannter Raum im Deutschen Ledermuseum zu finden. Die Stiftung unterstützte sowohl die Neugestaltung des Raumes, wie die objektschonende Installation von LED-Beleuchtung im Museum. Zudem fördert sie im Ledermuseum auch einzelne Ausstellungen wie die aktuelle Schau „Step by Step. Schuh.Design im Wandel“. Natürlich gehören diverse Vorhaben der international angesehenen Offenbacher Hochschule für Gestaltung ebenfalls zu den durch die Stiftung begünstigten Projekten, etwa die teilweise Finanzierung einer Stiftungsprofessur, jährlich vier Diplom-Stipendien und zwei Deutschland-Stipendien sowie der nach dem Stifter benannte Rundgangpreis der Hochschule.

Auch ein Engagement innerhalb der Musik hält die Dr. Marschner Stiftung für wichtig: Bereits 2013 ermöglichte sie dem Capitol Theater Offenbach die Anschaffung einer digitalen Konzertorgel. Seither kommt die nach amerikanischem Vorbild mit dem Stifternamen verbundene „Dr. Marschner-Orgel“ regelmäßig in der Capitol Classic Lounge zum Einsatz. Das Instrumentarium für die Konzertreihe wird so ergänzt und ausgebaut, zuletzt mit den genannten Pauken.

27. Dezember 2019