Sprungmarken
Suche
Suche

Gruppenbild
Das Foto (Stadt Offenbach) zeigt von links: Dr. Harry Neß (Vorsitzender Internationaler Arbeitskreis Druck und Mediengeschichte), Dr. Stefan Soltek (Leiter Klingspor Museum), Dr. Claus Maywald, (Kurator beim Gutenberg-Museum), Oberbürgermeister Horst Schneider und Dr. Jürgen Eichenauer (Leiter des Hauses der Stadtgeschichte) © Stadt Offenbach
Johannes Gutenberg, der Erfinder des modernen Buchdrucks, ist international bekannt – und mit ihm auch das Gutenberg-Museum in Mainz. Doch der Erfinder des reproduzierbaren Bücherdrucks, Alois Senefelder, ist nur wenigen geläufig. Und welche zeitgeschichtlich bedeutenden Stücke das Haus der Stadtgeschichte in Offenbach aufbewahrt, weiß eigentlich nur das Fachpublikum. Der Flyer „Routen zur Druck- und Mediengeschichte im Rhein-Main-Neckar-Raum“ will nicht nur die beteiligten Museen vorstellen, sondern ihre verborgenen Schätze aufzeigen.

„Es erfüllt mich mit großer Freude, die Buch- und Schriftkunst in Offenbach in solchem Kontext zu präsentieren“, begrüßte Oberbürgermeister und Kulturdezernent Horst Schneider die anwesende Presse bei der Präsentation des Flyers am 1. März im Klingspor Museum. Acht Häuser aus der Rhein-Main-Neckar-Region haben an dem Projekt mitgewirkt. In Offenbach haben sich das Klingspor Museum und das Haus der Stadtgeschichte an der Initiative beteiligt.

Dr. Harry Neß, Vorsitzender des Internationalen Arbeitskreises Druck und Mediengeschichte und Projektinitiator, verwies darauf, dass das Rhein-Main-Neckar-Gebiet eines der ältesten Kulturräume Deutschlands ist und in der Vergangenheit eine innovative Region war. Der Flyer „Route zur Druck- und Mediengeschichte“ sei ein Beitrag zur Vernetzung der Region und zur Identitätsstiftung. Im Vordergrund stehe, Geschichte sichtbar zu machen. „Die Stadt Offenbach ist für eine solche Veröffentlichung prädestiniert“, betonte Neß. „Denn in dieser Stadt trifft die klassische Druck- und Medientechnik auf die Digitalwirtschaft und Kreativwirtschaft“. In Offenbach berührten sich Vergangenheit und Gegenwart.

Dr. Claus Maywald, Kurator beim Gutenberg-Museum, unterstrich die Wichtigkeit der Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen großen international bedeutenden Museen mit kleineren, eher nur lokal bekannten Häusern. Im Vordergrund des Flyers stehe die Wahrnehmung als Region und nicht das einzelne Museum: Was gibt es in der Region in Bezug auf Druck, Schrift, Buch und Kommunikation zu entdecken? „Die Druckgeschichte hat viele Aspekte“, ergänzte Dr. Jürgen Eichenauer, Leiter des Hauses der Stadtgeschichte. Ein Aspekt sei die kommerzielle Nutzung des Steindrucks, die Lithographie. Mit dem Flyer solle dargestellt werden, was im Rhein-Main-Neckar-Raum „druckgeschichtlich schlummert“. Unter dem Stichwort „Route der Medien- und Druckgeschichte“ seien auch noch andere Initiativen, zum Beispiel gemeinsame Veranstaltungen, möglich.

Offenbach am Main, 02.03.2016