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Das Buch "Orte des Glaubens"
© Yves Bierwald, Loretto.Studio

Kirche, Synagoge, Moschee – drei vertraute Begrifflichkeiten und Orte, die sich auch im Stadtbild Offenbachs wiederfinden. Aber was passiert dort eigentlich genau, wie wird Glauben dort gelebt, welche Unterschiede – oder sollten es sogar Gemeinsamkeiten sein - gibt es da eigentlich? Weil Glaubensfragen wieder an Aktualität gewonnen haben und Glaube den Menschen gerade in Zeiten der Krise zwar Hoffnung und Zuversicht gibt, andererseits aber auch als starkes Ausgrenzungsargument genutzt werden kann, gibt die aufwändig gestaltete Publikation „Orte des Glaubens – Grundschulen im interreligiösen Dialog“ Lehrkräften und Pädagogen durchdachte Materialien für die kompetente Aufklärung und Vermittlung an die Hand. Denn bei allen Unterschieden, überwiegen beim genaueren Hinschauen doch die Gemeinsamkeiten zwischen den drei monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam.

„Orte des Glaubens – Grundschulen im interreligiösen Dialog will jungen Menschen die Vielfalt, aber auch die Nähe zwischen den Religionen vermitteln“, so Kulturdezernent und Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke. Schließlich berge Unwissenheit immer eine große Gefahr. Als ehemaligen Lehrer freut ihn die ansprechende Gestaltung des Buches, „die Macher haben an alles gedacht, es gibt Kopiervorlagen und viele konkrete Anknüpfungspunkte im Unterricht.“ Ihm gefällt vor allem der Stadtplan für eine Stadtrallye zu Kirchen und Glaubenshäusern in der Innenstadt und in Bieber, Bürgel und Rumpenheim, denn „die Wissensvermittlung gelingt beim Erleben am besten.“

Konzipiert und umgesetzt haben das Buch das Amt für Kultur- und Sportmanagement im Schulterschluss mit dem Haus der Stadtgeschichte und der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen. Beratend standen Harry Harun Behr, Professor für Islamische Religionspädagogik und Fachdidaktik des Islamischen Religionsunterrichts an der Universität Frankfurt am Main, der Religionspädagoge David Böckling und Manfred Levy vom Bildungsbereich des Jüdischen Museum Frankfurt/ Museum Judengasse zur Seite. Etwas mehr als ein Jahr Arbeit liegt hinter ihr, berichtet Britt Baumann vom Kulturamt der Stadt. Aber gerade in Offenbach, in einer Stadt mit einem hohen Migrationsanteil und einer jahrhundertalten Einwanderungstradition, ist diese Publikation auch ihr eine Herzensangelegenheit. „Hier wohnen Menschen aus den verschiedensten Glaubensgemeinschaften Tür an Tür und ist es selbstverständlich, dass Kinder in Schule und Alltag auf Personen aus anderen Religionen treffen, da sind Toleranz und Verständnis gefragt.“

Finanziert wurde die Publikation zu gleichen Teilen vom Forum Kultur und der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, deren Vorstandsvorsitzender Gerhard Grandke wünscht dem Buch, dass es viele junge Menschen begleitet. „Das gemeinsame Projekt zeigt, dass Judentum, Christentum und Islam einen gemeinsamen Ursprung haben, der Glaube aber an einen Gott unterschiedlichen Ausdruck findet. Sie erfahren Gemeinsamkeiten und lernen, Menschen anderer Religionen mit Achtung und Aufgeschlossenheit zu begegnen.“

„Orte des Glaubens – Grundschulen im interreligiösen Dialog“ adressiert Lehrerinnen, Lehrer und Studienseminare und ist in einer Auflage von 1.000 Exemplaren erschienen. Die kostenfreie Publikation kann im Haus der Stadtgeschichte bestellt werden:

Kontakt:
Haus der Stadtgeschichte
Herrnstraße 61
63065 Offenbach am Main
E-Mail: haus-der-stadtgeschichteoffenbachde  
Rufnummer 069 8065 – 2446 (Herr Nils Ahlgrimm)

Sonstigen Interessierten steht die Publikation zur Ausleihe in der Stadtbibliothek zur Verfügung.

28. Januar 2021

Das Buch "Orte des Glaubens" Yves Bierwald, Loretto.Studio
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