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Ansicht Schloss 1783
Ansicht 1783 © Hergenröder; Stadtarchiv Offenbach
Mit der Eröffnung der Schiffsbrücke vor 200 Jahren jährt sich ein weiteres Jubiläum: Vor 600 Jahren, im Jahr 1419, wird erstmals „die Fähre zu Offenbach über den Mayn“ in einem Erbschaftsvertrag der Herren von Falkenstein schriftlich erwähnt. Immer wieder wird sie in den folgenden Jahrhunderten zum Streitpunkt zwischen den Fürsten diesseits und jenseits des Mains: Eine Akte im Hessischen Staatsarchiv Marburg aus dem Jahr 1559 belegt einen Briefwechsel über „Irrungen zwischen Graf Reinhard von Isenburg-Büdingen und der Herrschaft Hanau wegen Zoll und Überfahrt über den Main bei Offenbach.“

Auch im 18. Jahrhundert ist die „Mainüberfahrt zu Offenbach“ in vielen Dokumenten belegt, dessen Nutzungsrecht aber weiter bei den Herrschern über Fechenheim, den Landgrafen von Hessen-Kassel, lag. Später wurde der Fährbetrieb offenbar verpachtet, wie Dokumente etwa aus dem Jahr 1803 zeigen. 1806 ist der Versuch des mehrfach insolventen Offenbacher Fürsten Carl von Isenburg-Birstein belegt, das Nutzungsrecht der Fähre – und damit den Anspruch auf das Überfahrtgeld – „gegen die Anerkennung der hessen-kasselischen Lehns- und Souveränitätsrechte im Huttenschen Grund“ in Offenbach zu tauschen. Es gelingt nicht. Die letzten Dokumente dieser Ära stammen aus dem Jahr 1813: In Ihnen lässt das Finanzministerium von Hessen-Kassel die „Kosten der Nähe-Fähre zwischen Fechenheim und Offenbach“ genau aufstellen. Eine „Nähe“ war ein breites Boot mit sehr geringem Tiefgang, das in anderen Regionen den Namen „Nachen“ trägt. Sechs Jahre später, 1819, war die Ära der Überfahrt für lange Zeit zu Ende.