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Szene
Ewa Noack, Emanuel Weber, Patrick Hellenbrand, Heiner Junghans © J. Quast
Der Klassiker von Max Frisch: "Andorra" am 11. November 2019

"In Andorra lebte ein junger Mann, den man für einen Juden hielt", so beginnt Max Frisch seine berühmte Parabel über Vorurteile, welche die Wirklichkeit erst schaffen, die sie angeblich beschreiben. Ein andorranischer Lehrer gibt seinen unehelichen Sohn, den Tischlerlehrling Andri, als »gerettetes Judenkind« aus – und eine ganze Stadt erkennt in ihm »Jüdisches«, die »jüdische Intelligenz« die »Heimatlosigkeit« – bis auf Barblin, Andris Halbschwester, die ihn liebt. Die Macht der Vorurteile zwingt Andri, die »jüdischen Verhaltensweisen« anzunehmen. Sein angebliches Jude-Sein sieht er bestätigt, als ihm die Heirat mit Barblin verwehrt wird. Schließlich wird Andri ermordet. Schuld hat – das versteht sich von selbst – niemand.

Max Frisch führt den Antisemitismus in einem Stück ohne Juden vor und entwirft mit Andorra eine Parabel über die Mechanismen und gesellschaftlichen Auswirkungen von Vorurteilen und Meinungsmache gegen das Anderssein. Zum Titel »Andorra« äußerte sich Max Frisch in den Anmerkungen zum Stück: »Gemeint ist natürlich nicht der wirkliche Kleinstaat dieses Namens, nicht das Völklein in den Pyrenäen, das ich nicht kenne, auch nicht ein anderer wirklicher Kleinstaat, den ich kenne. Andorra ist der Name für ein Modell.«

Produktion

Landestheater Detmold
Inszenierung: Alexander Schilling
Bühne und Kostüme: Stephan Mannteuffel
Dramaturgie: Arne Bloch

Andri: Emanuel Weber
Barblin: Ewa Noack
Der Lehrer: Patrick Hellenbrand
Die Mutter / Die Senora: Natascha Mamier
Der Soldat: André Lassen
Der Wirt: Heiner Junghans
Der Tischler: Henning Bormann
Der Doktor: Jürgen Roth
Der Geselle: Adrian Thomser


Termin

Montag, 11. November 2019
19.30 Uhr