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Isenburg Quartett
Das Isenburg Quartett © WestendTV
Musik und Bildende Kunst – das passt wunderbar zusammen. So auch am 22. Oktober um 19 Uhr, wenn in der über 600 Werke umfassenden Privatsammlung von Michael Karminsky das Isenburg Quartett Musik von Haydn, Webern und Hessenberg zum Besten geben wird. Das Streichquartett begeistert immer wieder an den unterschiedlichsten Orten in Offenbach – ob im Sitzungssaal der Sparkasse, auf einem Hausdach, in einer ehemaligen Schuhfabrik oder nun inmitten von Werken von Oskar Rabin oder Eduard Gorokhovsky.

Musikalisch führt die Reise von Haydn über Webern hin zum rhein-mainischen Kurt Hessenberg, dessen 25. Todestag die Musikwelt in diesem Jahr begeht. Die Streichquartette Op. 20 von Joseph Haydn aus dem Jahr 1772, auch "Sonnenquartette" genannt, sind einer der Grundbausteine der Gattung. Während seiner langjährigen Tätigkeit im Schloss Esterházy entwickelte Haydn eine neue kammermusikalische Sprache, die den barocken und vorklassischen Stil um neue technische und expressive Mittel erweiterte und die Grundlagen der Kammermusik der nächsten 150 Jahre setzte. Für das Isenburg Quartett aus den Streichern des Ensemble Modern und der Ensemble Modern Akademie ist er ein Kern fast jeden Programms.

Während Haydns Quartette den Anfang der historischen und musikalischen Entwicklung dieser Gattung darstellten, können Anton Weberns Bagatellen Op. 9 (1913) als "Nullpunkt" der Geschichte der Streichquartettliteratur verstanden werden. Die extreme Reduzierung der Mittel und der aphoristische Charakter seiner Miniaturen (die sechs Bagatellen haben eine Gesamtdauer von knapp vier Minuten) vereinen mathematische Ordnung und Verdichtung des romantischen Ausdrucks und schlagen somit eine Brücke zwischen dem Expressionismus des 19. Jahrhunderts und der Avantgarde der Nachkriegszeit.

Das Programm endet mit dem ersten Streichquartett Op. 8 (1934) des Frankfurter Komponisten Kurt Hessenberg. Hessenberg war viele Jahre Kompositionsprofessor an der Frankfurter Musikhochschule. Besonders seine Chor- und Orgelwerke prägen neben Namen wie Hugo Distler oder Ernst Pepping die deutsche Kirchenmusik der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entscheidend.

Das Isenburg Quartett besteht sämtlich aus Streichersolisten internationaler Klasse, mit Jagdish Mistry, Diego Ramos Rodriguez, Megumi Kasakawa und Michael M. Kasper. Sie sind allesamt Mitglieder des Ensemble Modern und dessen internationaler Akademie. Gegründet in Offenbach, benannte sich das Quartett nach der langjährigen Stadtherrschaft und Erbauerin des Renaissanceschlosses, dem Fürstenhaus Isenburg. Die Musiker konzertieren weltweit auf international etablierten Bühnen, doch in ihrer Heimatstadt Offenbach findet man sie ganz bewusst nur an den ungewöhnlichsten Orten: Ein Streichquartett zwischen Hinterhof und Palais – ob im Isenburger Schloss, dem Club Robert Johnson oder den Räumlichkeiten der Mainarbeit.

Karten gibt es im Vorverkauf für 16 Euro (ermäßigt: 9 Euro) im OF-Infocenter, Salzgäßchen 1, Rufnummer 069 840004-170 oder an der Abendkasse. Die Adresse ist auf den Tickets angegeben oder wird unter Tel. 069 8065 2437 sowie unter kulturoffenbachde mitgeteilt.

5. Oktober 2019