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Quirlig, lustig, cool wird es, wenn Kult-Schauspieler Michael Quast naive Touristen aus der Provinz an der Nase herumführt, indem er ihnen samt perfekt prickelnder Musik alle möglichen Pariser Klischees vorgaukelt. Davon kann man sich am 15. Oktober um 19.30 Uhr im Büsingpalais in Offenbach selbst überzeugen, wenn Quast die Solo-Operette „Pariser Leben“ von Jacques Offenbach spielt. Eine wilde Truppe aus dem Rotlicht- und Dienstbotenmilieu spielt feine Gesellschaft, was mit Hilfe von viel Alkohol auch gelingt.
Die Wirklichkeit des Pariser Lebens gleitet immer mehr ins Reich der Fantasie, und das Trugbild wird immer mehr zur Wirklichkeit des – eben „Pariser Lebens“. Und zwar sowohl für die Betrüger als auch für diejenigen, die betrogen werden wollen. Hört sich kompliziert an, ist aber äußerst charmant und sehr unterhaltsam. Vor allem dann, wenn mit Michael Quast ein unnachahmliches Multitalent auf der Bühne steht und ganz alleine eine Operette zeigt, die sonst nur mit zig Solisten, Chor und Orchester funktioniert.

"Zauberer und Illusionisten"

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung betitelte Quast als einen Zauberer und Illusionisten: Nur begleitet von Rhodri Britton am Flügel, singt, tanzt und spielt Michael Quast Operetten von Jacques Offenbach als virtuoses Ein-Mann-Theater. Ganz in der Tradition von Karl Krauss lässt er auf diese Weise das subversive Potential von Offenbachs anarchischer Kunst jenseits von Can-Can und Krinolinenröcken hervortreten.

Damit rührt Quast an den Kern der Offenbachschen Werke, die über weite Strecken des 20. Jahrhunderts meist als putzige Historienparodien verniedlicht wurden, aber eben herrliche Gesellschaftskritik und aktive freche Arbeit an einer menschlicheren Welt sind. „Pariser Leben“ steht dabei ohnehin voll in der Gegenwart des Entstehungsjahrs 1867, in dem auch die Handlung angesiedelt ist. Selbstverständlich ist, dass Tagesaktuelles wie Touristik, Eisenbahn oder Tageszeitung auch diese Operette bestimmten – und die Art des Humors und der Gesellschaftsanalyse ist ohnehin absolut zeitlos auch für die Gegenwart.

Teil des Musikfestivals „Jacques Offenbach in Offenbach“

Die Solo-Operette „Pariser Leben“ ist Teil der dreimonatigen Musikfestivals „Jacques Offenbach in Offenbach“, das den 200. Geburtstag des weltberühmten Komponisten Jacques Offenbach gebührend feiert. Karten gibt es für 18 Euro (ermäßigt 10 Euro) im OF InfoCenter im Salzgässchen 1, und an der Abendkasse. Beginn ist um 19.30 Uhr, Einlass ab 19 Uhr.

Der Veranstaltungsort ist für Rollstuhlfahrer zugänglich, Behindertenparkplätze sind vorhanden, Blindenführhunde willkommen.