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Bild von einem Mikrofon vor Publikum
© Bruno Cervera
Ein prickelnd frisches Kleeblatt kultureller Sommermärchen mitten in der schwierigen Welt der Corona-Pandemie erschaffen die Stadt Offenbach und ihre Partner im Sommer 2020.

Oberbürgermeister und Kulturdezernent Dr. Felix Schwenke gibt Einblicke in das, was im Sommer 2020 in Offenbach begeistern soll: „Die Offenbacher Sommernächte sind ein Beitrag dafür, dass die Menschen später auch im Rückblick auf das Jahr 2020 Erinnerungen an Freizeit mit Kultur haben werden“, beschreibt Schwenke die Intention der Stadt bei den Projekten und kleinen Festivals. „Offenbach wird eben auch im Sommer 2020 ein lebenswerter Ort sein – und wir tun natürlich auch im Sommerprogramm alles dafür, unser Publikum vor der Pandemie zu schützen.“

Gestartet wird bei den Veranstaltungen mit städtischer Beteiligung Anfang Juli. Die Stadt hatte entschieden, bis zum 28. Juni keine eigenen Veranstaltungen zu betreiben: „Risikominimierung beginnt bei der Vermeidung sozialer Kontakte. Nicht jede Möglichkeit muss auch sofort genutzt werden. Daher wollten wir unsererseits Raum geben, dass die Pandemie noch weiter abflachen kann, bevor wir starten“ so OB Schwenke.

Open-Air-Festival Parkside im Hof

Endlich wieder gemeinsam Kultur erleben – das wird ab 2. Juli für zwei Monate möglich sein. Ein kleines und charmantes Festival unter freiem Himmel auf dem ehemaligen Clariant-Gelände wird schon bald einigen Durst nach Kultur löschen. „Von Anfang Juli bis Ende August werden das Kulturmanagement der Stadt Offenbach und die Betreiber von Parkside Studios, Lederpalast, Rebell(i)sche Studiobühne, von Filmklubb und afip (akademie für interdiziplinäre prozesse) jede Woche von Donnerstag bis Samstag Livemusik und Open-Air-Kino auf dem Freigelände der Parkside Studios präsentieren. Für einige der Veranstaltungen sind bereits Tickets erhältlich“, freut sich Oberbürgermeister und Kulturdezernent Dr. Felix Schwenke. Diese sind allerdings aufgrund der Corona-Pandemie stark limitiert.

Banner des Festivals
© Audrey Lie

Los geht es am 2. Juli mit der Rebell(i)schen Studiobühne und „Wie ein rollender Stein“, einem musikalisch-literarischen Kammerpop-Programm mit Songs und Prosatexten des Literaturnobelpreisträgers Bob Dylan. Am Tag darauf zeigt das Capitol Symphonie Orchester eine sommerliche Serenade und packende Klassik im Kammerorchester-Format. Es spielt mit Edward Elgar und Antonio Vivaldi traumhaft schöne klassische Sommerabendmusik, aber auch mit der Kammerorchester-Version von Sven Helbigs „Pocket Symphonies“ Spannendes von heute. In der Woche darauf ist am 9. Juli das Frankfurter Duo The Ohohohs zu Gast in den Parkside Studios.

Noch mehr Klassik gibt es am 23. Juli mit dem isenburg Quartett. Sie präsentieren ein einstündiges Programm bestehend aus Werken von Franz Joseph Haydn und Roman Hofstetter, Alexander Borodin und Nikos Skalkottas, die neben Großmeistern auch heute weniger Gehörtes und gleichwohl Begeisterndes bieten.

Der Filmklubb gastiert an mehreren Tagen unter anderem mit Live-Vertonungen von Filmen – darunter „Raumschiff Enterprise“ am 24. Juli – mit dem Synchronsprecher Ralph Turnheim. Autorin und Regisseurin Julia Finkernagel liest am 13. August „Ostwärts“, dazu werden Filmausschnitte gezeigt. Noch mehr Kino gibt es dann mit dem Lederpalast. An insgesamt sechs Abenden werden Filme wie „Bohemian Rhapsody“ und „A star is born“ gezeigt. Auch die afip ist mit an Bord und wird an vier Abenden das musikalische Programm gestalten und gleichzeitig am 29. August mit einem Auftritt des sudden orchestra den Abschluss des Festivals bilden.

Insgesamt wird an 27 Veranstaltungsabenden ein abwechslungsreiches Programm gezeigt, das online unter www.offenbach.de/parkside-im-hof abgerufen werden kann. Hier finden sich auch alle Uhrzeiten, Ticketpreise sowie die jeweiligen Ticketlinks. Zu beachten ist außerdem, dass es keine Abendkasse geben wird. 

Kleiner Offenbacher Kultursalon

Live-Auftritte im Corona-Sommer? Das Capitol Theater in Kooperation mit dem Amt für Kulturmanagement  macht’s möglich. Maximal 40 Gäste können das Programm in gemütlicher Atmosphäre genießen.

„Durch die anhaltenden Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie haben die Freiberufler*innen im Musik-, Theater- und Kulturbereich derzeit kaum Auftritts- und somit Einnahmemöglichkeiten. Das wollen wir ändern und ihnen eine Bühne geben“, begründet Kulturdezernent und Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke das Angebot, das ihm sehr am Herzen liegt.

Zur Verfügung steht der Max-Dienemann-Saal im Capitol, auch bekannt als „Universum“: Der kleine historische Saal im Obergeschoss ist ausgestattet mit einer  gewölbten Decke, hohen Fenstern, einer kleinen Bühne und insgesamt fast 200 Quadratmetern Fläche. Es gibt einen eigenen Zugang, separate Toiletten – und damit ideale Bedingungen für einen kleinen Kultursalon vor Live-Publikum. Der große Kuppelsaal im Capitol bleibt dagegen weiter geschlossen: Hier könnten sich aufgrund der geltenden Einschränkungen nur 100 bis 150 Personen gleichzeitig aufhalten, und das sei bei einer normalen Kapazität von 866 Plätzen zur Kostendeckung im Moment finanziell nicht darstellbar, sagt Birgit von Hellborn, Geschäftsführerin des Capitols, die die Idee und das Konzept für den Kultursalon entwickelte.

Dafür stellt das Capitol den Künstler*innen nun das Universum mit einer festen Ausstattung kostenfrei zur Verfügung. „Mit Zweiersofas und –sesseln schaffen wir in dem Saal eine Wohnzimmeratmosphäre, auch ein kleines Getränkeangebot wird es geben“, kündigt die Geschäftsführerin an. Insgesamt finden rund 40 Gäste Platz, wobei die Einhaltung der geltenden Hygiene- und Schutzmaßnahmen selbstverständlich ist. Am Platz dürfen die Mund-Nasenmasken abgenommen werden, sodass sich Reaktionen und Mimik des Publikums auf die Agierenden übertragen.

Wer im kleinen Kultursalon auftritt, kümmert sich eigenständig um den Ticketverkauf, die Registrierung der Gäste sowie die Werbung (mit Unterstützung des Capitols) und kann sämtliche Einnahmen (abzgl. Steuern und Gebühren) für sich behalten.

Das Theater selbst hält seine Ausgaben durch eigenes Personal und studentische Aushilfen so gering wie möglich. Dennoch entstehen Zusatzkosten, insbesondere für die Einhaltung der Schutz- und Hygienemaßnahmen, für die noch Sponsoren gesucht werden. Ihre Unterstützung sagten bereits die Stadtwerke Offenbach, die Freunde des Capitol Theaters, die Bürgerstiftung Offenbach sowie das Amt für Kultur- und Sportmanagement zu. „Mein Dank geht im Besonderen an die Freunde des Capitol Theaters“, freut sich OB Schwenke über das bürgerschaftliche Engagement für die Offenbacher Kultur.

Theater t-raum feiert Premiere am 26. Juni

Kulturschaffende können sich ab sofort über ein Formular bewerben, das unter www.offenbach.de/kultur oder www.capitol-online.de bereit steht. Es wird auf ein ausgewogenes Programm geachtet. Sollte ein Auswahlverfahren erforderlich sein, stehen als Gremium Birgit von Hellborn, Projektleiterin Carolin Gohlke vom Capitol Theater sowie Amtsleiter Dr. Ralph Philipp Ziegler und Fachreferentin Sabine-Lydia Schmidt vom Amt für Kultur- und Sportmanagement bereit. „Es ist großartig, dass das Capitol in dieser außergewöhnlichen Zeit mit einem so tollen und originellen Projekt antritt“, so Ziegler, „insbesondere, da es sehr bereichernd für das Offenbacher Kulturleben während Corona sein wird und gleichzeitig die selbstständigen Künstlerinnen und Künstler als besonders Betroffene der Situation unterstützt.“

Bereits zugesagt hat das Theater t-raum, das seine eigenen Räumlichkeiten aufgrund der Kapazitätsbeschränkungen aktuell nicht nutzen kann und gleich mehrere Stücke im Capitol präsentiert. Die Premiere mit der szenischen Klassikerlesung „Die Räuber“ findet am Freitag, 26. Juni, ab 20 Uhr statt, gefolgt von der Stand-up Comedy „Herz“ am 03., 10. und 17. Juli und dem Kabarett „Alles Klärchen?“ am 24. Juli (jeweils ab 20 Uhr). Für alle anderen Programmpunkte öffnet der Kultursalon dann ab dem 25. Juli. Auch der Offenbacher Magier Harry Keaton wird dabei sein, und natürlich stimmen einige Musiker des Capitol Symphonie Orchesters ihr besonderes Programm an.

Das Angebot eigne sich auch, um neue Programme zu proben oder Podcasts aufzuzeichnen, erläutert Carolin Gohlke. „Hierfür fällt dann ein Mietpreis an, von dem wiederum der Auftritt eines Offenbacher Künstlers unterstützt wird.“  Eine kleine Licht- und Tonanlage ist vorhanden, etwaige Sonderwünsche können gegen Rechnung erfüllt werden. Nur einen Wermutstropfen gibt es: Der Saal ist ausschließlich über Treppen zugänglich, also nicht barrierefrei. Außerdem gibt es keine Klimatisierung, aber viele große Fenster.

Der „Kleine Offenbacher Kultursalon“ gehört zu den Veranstaltungen der Offenbacher Sommernächte. „Sie tragen dazu bei, dass die Menschen später auch im Rückblick auf das Jahr 2020 Erinnerungen an Freizeit mit Kultur haben werden“, hebt Oberbürgermeister und Kulturdezernent Dr. Felix Schwenke hervor. Zum weiteren Programm der Sommernächte gehört unter anderem ein Klassik-Open Air mit dem Capitol Symphonie Orchester, das vom Auto aus am Hafenbecken zu erleben sein wird.

"Sommernachts Träume" mit Autokino-Feeling

Klassik-Open Air im Sommer mit Autokino-Atmosphäre und Breitwand-Klang direkt zwischen Hafen und Main: Mit dem opulenten Klassik-Pop-Filmmusik-Programm „Sommernachts Träume“ mit dem Capitol Symphonie Orchester präsentiert die Stadt Offenbach unter den Bedingungen von Corona dennoch ein großes sinfonisches Konzert unter freiem Himmel. Sommernachtsklassik mit Shakespeare-Touch aus dem 19. Jahrhundert und faszinierende Neue Klassik aus der Jetztzeit, dazu unterhaltsame Spezialitäten aus Pop und Rock, abgeschmeckt mit einer feinen Prise Filmmusik gibt es am Samstag, 15. August, um 20 Uhr auf dem Messeparkplatz an der Hafenallee 26. Um trotz Corona-Vorsichtsmaßnahmen für ein größeres Publikum musizieren zu können, wird das Konzert nach ‚Autokino-Prinzip‘ durchgeführt: Das Publikum sitzt im eigenen Auto am Konzertort und kann über das Autoradio die Live-Musik von Orchester und Solisten genießen. Neben Gesangssolisten aus Pop- und Klassik wird der Leipziger Ausnahmekünstler Sven Helbig als Solist mitwirken.

Sven Helbig
© C. Weingard

„Lebensfreude gehört auch in den Sommer 2020, und dafür haben wir unter anderem die ‚Sommernachts Träume‘ erfunden“, erklärt Oberbürgermeister und Kulturdezernent Dr. Felix Schwenke die Idee der Veranstaltung. „Ein Ereignis, das begeisternde Musik und emotionale Momente zusammenbringt, wird uns auch in diesem Sommer richtig gut tun“, so Schwenke. Nicht zu vergessen mit Einnahmen für einen guten Zweck: Eine Summe in Höhe der Eintrittsgelder hat der Oberbürgermeister für die Förderung von Vereinen und freien Kultureinrichtungen, die durch Corona in Not geraten sind, vorgesehen. Auch die Einnahmen aus dem Catering, um das sich der Lions Club Offenbach kümmert, kommen wohltätigen Zwecken zugute.

„Das geht nur, weil wir drei starke Unterstützer haben: Die Messe Offenbach, den Investor Heberger GmbH und den Kulturfonds FrankfurtRheinMain. Bei allen dreien bedanke ich mich für diese tolle Kulturförderung!“, so Schwenke.

„Ab Herbst entsteht am jetzigen Veranstaltungsort das Messeparkhaus“, so Messe-Geschäftsführer Arnd Hinrich Kappe. „In diesem Jahr, das für die ganze Welt vor allem als verstörend wahrgenommen wird, wollen wir auf diesem Grundstück in toller Lage den Offenbachern ein richtig schönes Ereignis bieten.“ Gemeinsam mit der Messe tut dies der Investor Heberger GmbH, der das Messeparkhaus bauen wird. „Mit einem Konzert mit Sinfonieorchester präsentieren wir ein Format, das derzeit deutlich zu kurz kommt und wir setzen ein wundervolles Ausrufezeichen für Kunst und Kultur“, so Jochen Kuppinger, Geschäftsführer der Heberger GmbH über deren Motivation für das große Open Air-Konzert.

Sven Helbig und Steven Lloyd-Gonzales
© Capitol Symphonie Orchester

Auszüge aus Felix Mendelssohn Bartholdys ‚Sommernachtstraum‘ und Arien aus Opern von Giuseppe Verdi und Giacomo Puccini – natürlich inklusive der Bravourarie „Nessun dorma“ – sowie der berühmte ‚Säbeltanz‘ stellen den klassischen Part. Dem tritt in der Neuen Klassik in diesem Programm der Leipziger Komponist und Interpret Sven Helbig gegenüber. Helbig schrieb bereits Orchestersätze für die Pet Shop Boys oder Rammstein und kommt zum Capitol Symphonie Orchester sowohl mit einer Uraufführung als auch als Interpret. Mit suggestiven elektronischen Sounds entfaltet er an seinem Instrumentarium packende Klangwelten. Helbigs ‚Tres Momentos‘ darunter sind gekoppelt mit geheimnisvoll ausstrahlender Filmkunst. Die Uraufführung samt Kompositionsauftrag wird in besonderer Weise möglich gemacht durch den Kulturfonds FrankfurtRheinMain. "Nicht nur die außergewöhnliche Klanglichkeit eines zeitgenössischen Orchesterwerks in Kombination mit klassischer Musik und edlem Pop", so Kulturfonds-Geschäftsführerin Karin Wolff, "hat uns überzeugt, sondern vor allem das Format des Abends - eine zeitgemäße Variante des Open Air-Sommerkonzerts, noch dazu im Einklang mit den derzeit besonderen Bedingungen."

Abgerundet wird das Programm mit hochkarätiger Pop- Rockmusik unter anderem aus der Feder von Simon & Garfunkel, Herbert Grönemeyer, Disturbed und Europe, dazu das epische Hauptthema aus Hans Zimmers ‚Da Vinci Code‘-Filmmusik.

Solisten sind die Sängerin Katrin Glenz, die schon bei vielen Lichterfest-Konzerten das Offenbacher Publikum begeistert hat und der italienische Tenor Sebastiano Lo Medico. Am Dirigentenpult des Capitol Symphonie Orchesters steht der Erste Gastdirigent des Orchesters, Steven Lloyd-Gonzalez.

Karten gibt es ausschließlich im Vorverkauf – im OF infocenter, Salzgässchen 1, 069 840004170 sowie bei www.frankfurtticket.de  oder anderen an dieses System angeschlossenen Vorverkaufsstellen.

Getränke und Snacks sollen wie beim Kino üblich nicht selbst mitgebracht werden, ausgenommen Mineralwasser. Alles Übrige serviert der Lions Club Offenbach. Sie können vorbestellt werden unter www.offenbach-lions.de/sommernachtstraum und werden vor Ort ausgehändigt.

Für das Konzert gelten notwendigerweise besondere Bedingungen eines Hygienekonzepts, das auf www.frankfurtticket.de nachzulesen ist und auch beim persönlichen Kartenkauf ausgehändigt wird.

Veranstaltungsort

Messeparkplatz, Hafenallee 26

Plakat der Veranstaltung
© Alexander Herrmann