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Die immerwährende Grenze und die versiegten Wasser - Der Grenzstein

Vom Passanten unbemerkt, birgt die kleine, mit Unkraut überwucherte Senke eine historische Besonderheit. Eingelassen in eine kleine Brücke befindet sich ein unscheinbarer quaderförmiger Sandstein, der die einzige seit der Frankenzeit unveränderte Grenze zwischen Offenbach und Frankfurt visuell markiert. Diese historische Spur hat sich inzwischen von der historischen Landesgrenze im allgemeinen Bewusstsein zur heutigen Tarifgrenze des öffentlichen Nahverkehrs gewandelt. So ist auch der vermutlich aus der nachnapoleonischen Zeit stammende Grenzstein mit dem Wappen des Fürstentums Isenburg, bestehend aus Krone und Schild, auf Offenbacher Seite und dem bekrönten Löwen für das Frankfurter Areal motivisch kaum noch zu erkennen. Auch wenn der sich dort befindende kleine Bachlauf sich nicht mehr allzu häufig überhaupt noch mit Wasser füllt, so ist er doch der 'kleine Bruder' des Dreieichweihers und speist sich aus demselben Wasserlauf. Wo er im Main endet, ist heute jedoch nicht mehr nachvollziehbar. Damit zeugt er exemplarisch von den zahlreichen kleinen, heute nicht mehr sichtbaren oder gänzlich verschwundenen, jedoch ehemals das ganze Stadtgebiet Offenbachs durchziehenden Wasserläufen. Es wird auch an dieser Stelle deutlich, wie sehr sich die Flora Offenbachs im Zuge der Industrialisierung und der damit einhergehenden räumlichen Ausweitung gänzlich verändert hat.

Grenzgraben
Der Grenzgraben © Jessica Schäfer

ENGLISH VERSION

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The Perpetual Border and the Waters that Ran Dry – The Border Stone

Unnoticed by passers-by, a small depression overgrown by weeds holds a historical feature. Embedded in a small bridge is an inconspicuous square of sandstone which has visually marked the unchanged border between Offenbach and Frankfurt since the time of the Franks. In the meantime, this historical relic has in the common perception shifted in its purpose from historical state border marker to that of the present tariff limit of local public transportation. The border marker allegedly originated in post-Napoleonic times and shows a crest bearing the crown and shield of the principality of Isenburg on the Offenbach side and a crowned lion on the Frankfurt side both of which are now barely discernable. Although the small brook no longer flows continually it is still an offshoot of the Dreieich pond and is fed from the same watercourse. Its path to the Main River can no longer be retraced but it serves as an exemplary confirmation of the former existence of numerous watercourses that once permeated Offenbach’s entire urban area and are now either no longer visible or have ceased to exist. Furthermore, it is an indicator of how much Offenbach’s flora has changed in the course of the industrialization process and the resulting spatial expansion.