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© Eva Mössner

KÖRPERHÖHLEN

Ein Mantel wird zu einer Körperhöhle.
Man kann hineinschauen wie in ein abgelegtes Kleid.
Und was sieht man da ?
Der Volksmund hat ihm nachgesagt, alles Mögliche zu verschleiern.
Die Wollust, die Trunksucht, den Teufel selbst.
Kann es sein, dass der Mantel unseren Voyeurismus hemmt ?
Der Mantel meint es ernst.
Ohne seine Geschichte ist der Mantel nicht zu haben.
Er verbirgt sie in seinem Innenfutter, schleppt sie mit sich wie blinde Passagiere.
Der Mantel führt ein Eigenleben. Niemand könne ihn restlos dominieren.
Dem römischen Soldaten Martin von Tours ist er ein „Siegel der Barmherzigkeit“;
Alberich, der König der Zwerge aus der Nibelungen Saga,
besitzt eine Tarnkappe die ihn Unsichtbar macht.
Einen Mantel haben oder ihn nicht haben. Aus Goethes Faust „ der Tragödie erster Teil“
„..Ja wäre nur ein Zaubermantel mein ! Und trüge mich in fremde Länder...“
Die Mäntel wissen um ihre eigenen Ahnen.
Eine Frau hatte es auch ohne männliche Begleitung warm.
Nichts ist ihrem Mantel deutlicher anzusehen als seine Begabung für den Schritt ins Freie.
Der Mantel ist auch eine Diva.
Auftritte und Abgänge, das kann er besonders gut.
Der Mantel der Armut passt keinem Körper genau.
Zu groß, zu klein, zu kurz, zu lang. Immer verrät er das Prekäre der Situation.
Im knappsten Mantel der Filmgeschichte lief Charly Chaplin als „Der Tramp“ eine Landstraße entlang. Man sieht diesem staubigen Stückchen die besseren Zeiten an.
Ein Mantel kann sein wie eine Wand.
Ein solcher Mantel flattert nicht, er bedeutet.

Gezeigt werden dazu Mäntel & Objekte mit den unterschiedlichen Blickwinkeln

Anatomisch
Die Körperhöhle ist ein mit Epithel oder Mesothel ausgekleideter Hohlraum des Körpers. Körperhöhlen können in sich geschlossen sein oder mit anderen Räumen, bzw. der Umwelt in Verbindung stehen.

Mythologisch
Die Schlange- Neugeburt und Schutz. Sie gilt als gefährlich und unberechenbar, aber durch die Schönheit ihres Körpers auch als geheimnisvoll. Durch ihre Zähigkeit, Schnelligkeit und alljährliche Häutung, schien sie sich selbst zu verjüngen und ihr Alter abzuwerfen. Durch die Verknüpfung der Schlange mit den Urgöttern und damit mit dem Urbeginn wird sie mit der Zeit oder auch Zeitabschnitten in Verbindung gebracht und dadurch wiederum mit der Zeitspanne des Lebens. Man nennt sie in diesem Kontext auch gerne "Herr des Lebens".

Musikalisch
Musik kann entspannen, umhüllen und nähren.
Wer sich durch Musik verändern will,
braucht zwischen der Musik und sich den „dritten Körper“
der aus dem Zusammenprall der musikalischen Wellen
und der ausgesendeten Wellen
des eigenen Körpers besteht.

Elektromagnetisch
Jede lebende Substanz,
jede organische Zelle von Pflanzen, Menschen, Tieren
strahlt ein äußerst schwaches, aber kohärentes,
d.h. geordnetes, laserartiges Licht ab.
Die Aura als Farbspektrum, das den Körper wolken- oder lichtkranzartig umgibt.
(Quellen: Tagesspiegel, Wikipedia, Fritz-Albert Popp, Klaus Theweleit)
www.efa-m.de / Eva Mössner; zu den Offenbacher Kunstansichten 2019

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Lichtgestalt © Eva Mössner
Portrait
© Eva Mössner