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Impression
Ein Bild aus vergangenen Tagen und aktuell nicht wiederholbar. Die Corona-Pandemie hat die Welt nach wie vor fest im Griff. © Alex Habermehl
Das Mainuferfest gehört ohne Zweifel zu den Lieblingsfesten der Offenbacherinnen und Offenbacher, bis zu 50.000 Besucher zählt die zweitägige Veranstaltung im Innenhof des Büsingpalais und den Straßen des Kulturkarrees an schönen Sommertagen. Veranstaltet und organisiert wird das Mainuferfest von der Offenbacher Stadtmarketinggesellschaft mbH (OSG), für die technische Umsetzung sorgt das Technikteam des Kulturamtes, die Infrastruktur für die benötigte Strom- und Wasserversorgung an den Ständen stellt das Technische Hilfswerk (THW). Maßgeblichen Anteil an der Beliebtheit und dem Charakter des Festes haben jedoch die Offenbacher Vereine, sie gestalten das Programm, sorgen für kulinarische Genüsse, informieren über sich und ihre Arbeit und gewinnen so Interesse und neue Mitglieder. Weil das Mainuferfest bereits im vergangenen Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden konnte und „aktuell jede Planung dem Blick in die Glaskugel gleicht“, so Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke, hatte dieser unlängst zum Austausch per Onlinevideokonferenz eingeladen, um mögliche Handlungsoptionen vorzustellen. Angesprochen waren die 120 Vereine, die sich in den vergangenen drei Jahren aktiv beteiligt hatten, mehr als 70 waren beim Austausch dabei.

Charakter des Festes bewahren   

Insgesamt fünf Varianten stellte Schwenke den vor den Bildschirmen versammelten Vereinsvertretern vor, die im Anschluss kontrovers-konstruktiv diskutiert wurden: Neben der Verschiebung des Festes in den Oktober und den einzig möglichen Termin in den Herbstferien (Option 1) sowie der Verlegung auf ein eingegrenztes Festgelände auf dem Mainvorgelände (Option 2), waren dies die Präsentation der Vereine im Stadion am Bieberer Berg (Option 3), der Verzicht auf eine Veranstaltung und stattdessen eine umfassendere Präsentation der Vereine auf der städtischen Homepage (Option 4) oder alternativ eine Spende an die Vereine (Option 5). Bei allen vorgestellten Veranstaltungsformaten wäre der Nachweis einer Impfung beziehungsweise ein Test vor Ort obligatorisch, zudem müssten neue Hygiene- und Sicherheitskonzepte erstellt werden und ob der Ausschank von Getränken und der Essensverkauf im Oktober möglich ist, lasse sich gegenwärtig nicht sagen.

Vereine unterstützen und sichtbar machen

Viele Unwägbarkeiten also, das sahen auch die Vereinsvertreterinnen und -vertreter, äußerten aber auch viel Zuspruch und Lob zu den Vorschlägen. Vorbehalte gab es vor allem hinsichtlich des Oktobertermins in den Herbstferien, die Verlegung auf das Mainvorgelände oder andere alternative Orte erschienen einigen als gute Lösungen. Allerdings müsse bis Juni Klarheit bestehen, erläuterte Schwenke: „THW und Technikteam benötigen mindestens vier Monate Vorlauf für die Planungen an einem anderen Ort. Außerdem muss sich jeder bewusst sein, dass dies mit anderen Kosten verbunden und der Charakter des Festes dann wahrscheinlich ein anderer ist.“

Eben, dass Besucher und Helfer auch bei einem späteren Termin bei einer Veranstaltung dieser Größe möglicherweise noch Masken tragen müssen, es schlüssiger Hygienekonzepte bedarf, auch weiterhin Abstandsregeln gelten und zudem wahrscheinlich keine Ausschankmöglichkeiten bestehen. Daher plädierten viele dafür, das Fest erst 2022 wieder stattfinden zu lassen, wünschten sich aber vor allem eine Chance auf Sichtbarkeit online und auf anderen Wegen. Fast alle Anwesenden votierten bei der abschließenden Abstimmung für eine in die Diskussion eingebrachte Kombination aus einer Broschüre und einer kleinen Spende. Die OSG hat nun die Aufgabe, eine Konzeption für eine Broschüre, die die Vereine des Mainuferfestes mit kurzen Steckbriefen präsentiert, zu erstellen. Umfang und Details sowie die Höhe einer Kompensationszahlung an die Vereine müssen jetzt geprüft werden. „Mit diesem Votum“, findet Oberbürgermeister Schwenke, „haben wir eine gute Lösung für die Vereine im zweiten Pandemie-Jahr gefunden. Wir wissen um die Nöte und Probleme, die Vereinsarbeit unter den aktuellen Bedingungen fortzuführen und wollen dabei unbedingt im Rahmen unserer Möglichkeiten unterstützen. Schließlich hat unsere Stadt eine reichhaltige Vereinslandschaft, die gilt es zu bewahren.“

Offenbach am Main, 21. Mai 2021