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Noch hängen Fäden an der Decke und liegen als Kreise auf dem Boden, dort wo am kommenden Wochenende, am 20. und 21. September, Musiker und Instrumente stehen werden, im Bernardbau in der Herrnstraße 61. Drumherum wird sich das Publikum stehen, sitzen oder sich bewegen und Teil des Netzwerks sein, das die beiden Komponisten Julia Mihály und Tobias Hagedorn für ihre zeitgenössische Interpretation von Jacques Offenbachs Oper „Hoffmanns Erzählungen“ installiert haben. Durchaus performativ und experimentell, aber auch mit Referenzen an die ursprüngliche Partitur: Anlässlich des 200. Geburtstags des berühmten Offenbacher Enkelsohns haben sich Mihály und Hagedorn auf Einladung der Stadt Offenbach und entscheidend gefördert vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain von dessen Faszination für die technischen Erscheinungen der Moderne inspirieren lassen; ihre „Olimpia Codes“ sind die konsequente Weiterentwicklung des Wechselspiels von Mensch und Maschine.

Olimpia trifft Alexa und Siri

„Nicht als Gegensatz, sondern eben als Wechselspiel“, betonen die Musiker und Komponisten, die mit dem Moment der Fehlerhaftigkeit des Menschen arbeiten. Heißt konkret: Da wo der Mensch aus dem immer wieder anderen Gefühl des Augenblicks nuanciert spielt und ohnehin eine Note immer einen Hauch anders musiziert wird, lässt sich ein Algorithmus kaum beirren. Zu hören sein werden daher neben den analogen Instrumenten des Kölner Kammerensembles hand werk, auch gesampelte Laserdrucker, gesteuert über Joysticks und allerlei selbstentwickelte und -gebaute Instrumente sowie die Stimme der Sopranistin Maren Schwier.

Verhandelt werden an den beiden Abenden Fragen nach der Vereinbarkeit oder gar dem Ersatz menschlicher Eigenschaften durch technologische Möglichkeiten und dem Körper als Kommunikations- und Ausdrucks-Ebene im Umgang mit Robotern und künstlichen Intelligenzen. Wieviel „Olimpia“, die Offenbach als menschlichen Sozialautomaten auftreten ließ, steckt heute in Alexa und Siri?
Insgesamt vier Aufführungen wird es jeweils um 18 Uhr und 20.30 Uhr an den beiden Tagen geben, in denen mit Decodierungen, Klangfarben und Rhythmen experimentiert, Elektro- und Sinustöne, Rauschen und auch Knacken zu hören sein werden.

Karten gibt es für 18 Euro (ermäßigt 10 Euro) im OF InfoCenter im Salzgässchen 1 sowie online bei Frankfurt Ticket: https://www.frankfurtticket.de.

Das Konzert ist Auftakt für eine Reihe weiterer Veranstaltungen zur Feier des berühmtesten Enkels der Stadt, der in diesem Jahr 200. Geburtstag feiert. Bis November finden Konzerte, Lesungen, Theater, aber auch Vorträge zum Leben von Sohn und Vater Offenbach sowie Opern, Operetten und eine Filmvorführung statt.

Offenbach am Main, 16. September 2019