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Brecht im Capitol: Vor der Kulisse des Dreißigjährigen Krieges spielt das Stück „Mutter Courage und ihre Kinder“ – jetzt kommt eine moderne Variante nach Offenbach. Das Werk aus der Feder Bertold Brechts war heftig umstritten. Brecht war umstritten. Und seine Mutter Courage vor allem, denn sie war beim besten Willen nicht die proletarische Heldenfigur, die dem politischen Geiste der Zeit entsprechen sollte. Das Drama spielt im Dreißgjährigen Krieg, verfasst wurde es 1938/39 im schwedischen Exil des Schriftstellers. Der Regisseur André Rößler nahm sich in dieser Spielzeit des schweren Stoffes an und inszeniert mit dem Schauspielensemble der Burghofbühne Dinslaken eine ganz zeitgenössische Mutter Courage. In der Reihe Theateressenz Offenbach wird seine Interpretation der Kriegschroniken am 11. Februar um 19:30 Uhr im Capitol Theater aufgeführt.

Brecht thematisiert den Krieg als „reine Fortführung der Geschäfte“, und formuliert damit höchstaktuell eine Kritik an der Kapitalorientierung des Menschen. Selbst die Familie verliert in „Mutter Courage und ihre Kinder“ im Kontext des Geldes an Wert.

So möchte sie einzig Kriegsgewinnlerin sein, in einer Welt, in der das Recht des Stärkeren gilt und die Ökonomie Mitgefühl, Solidarität und Menschlichkeit verdrängt. Gemeinsam mit ihren Kindern zieht sie dem Krieg und seinen Truppen hinterher. Sie verkauft den Soldaten ohne Rücksicht auf Verluste und Moral alles, was diese vermeintlich brauchen, um zu siegen oder zumindest das eigene Leid zu betäuben und ein funktionierendes Rädchen im Räderwerk der Mächtigen zu bleiben. Doch am Ende kann auch Mutter Courage ihre ganz persönliche Schlacht nicht gewinnen. Sie verliert ihre Kinder Kattrin, Eilif und Schweizerkas und alles, was sie hat, durch einen Krieg, den sie selbst befördert hat.

Mit seiner Mutter Courage hat Brecht eine der prägnantesten Theaterfiguren erschaffen – voller Überlebenswillen, Humor und Kraft. Begleitet wird die Inszenierung von der Musik Paul Dessaus, ein Freund Brechts, der das musikalische Konzept des epischen Theaterstücks entwickelte. Die moderne Inszenierung wird mit Videoeinspielungen von Elmar Szücz unterlegt, die Ausstattung übernahm Simone Graßmann.

Für die Aufführung am 11. Februar um 19.30 Uhr in der Reihe „Theateressenz Offenbach“ im Capitol Theater sind Karten ab 20 Euro  erhältlich. Wer Schule oder Universität besucht, erhält ermäßigte Karten für 10 Euro, im Klassenverband kosten die Karten 6 Euro. Karten verkauft das OF-Infocenter, Salzgässchen 1. Karten gibt es auch im Internet unter www.frankfurtticket.de  und an allen bekannten Vorverkaufsstellen (inkl. Gebühren und RMV Ticket).

31. Januar 2019