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Die Stadtverordnetenversammlung hat im Juni 2020 das Zukunftskonzept Innenstadt beschlossen. Als einen von mehreren Bausteinen sieht das Konzept neue Feste und Events des Stadtmarketings vor, um die Innenstadt wieder stärker zu beleben. Hierfür ist die Stadiongesellschaft Bieberer Berg mbH (SBB) beauftragt worden, Vorschläge für neue Feste in der Fußgängerzone zu erarbeiten. Diese sind nun fertig.
„Gerade in Anbetracht der dramatischen Situation für die Innenstädte ist es mir wichtig, dass die Arbeit zur konkreten Umsetzung der einzelnen Projekte des Zukunftskonzeptes konsequent angepackt wird“, sagte Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke bei der Vorstellung der Feste-Ideen, von denen einige nach der Corona-Pandemie verwirklicht werden sollen.

„Zentrale Aussage des Zukunftskonzeptes Innenstadt ist: Die Menschen kommen nicht mehr nur zum Einkaufen in die Innenstadt. Das wissen wir in Offenbach durchaus schmerzhaft. Die klare fünf Säulen-Strategie des Zukunftskonzeptes berücksichtigt Handel & Versorgung, Arbeit, Teilhabe & Repräsentation, Kultur & Gemeinschaft sowie Wohnen und lautet deshalb: Es braucht andere, zusätzliche Gründe in die Innenstadt zu kommen. Ein Teil davon ist gemäß Zukunftskonzept Innenstadt ein Festeprogramm. Das strategische Ziel ist, Feste anzubieten, die es nicht überall gibt. Alle Maßnahmen haben ein Ziel: Alleinstellungsmerkmale. Nur so werden wir auch wieder Menschen aus der ganzen Region anlocken. Und während wir natürlich auch die Förderung von Wochenmarkt und Gastronomie auf dem Wilhelmsplatz auf dem Schirm haben, war der Hinweis der Fachleute eindeutig: Die Belebung mit Festen ist auf den innersten Kern der Innenstadt zu fokussieren." erläuterte Oberbürgermeister Schwenke.

Beliebte Feste bleiben bestehen

Idealziel des OB wäre eine attraktive Veranstaltung für jeden Kalendermonat. „Sowas muss über Jahre aufgebaut werden. Wichtig ist, Schritt für Schritt vorwärts zu kommen.“ Gesetzt sind weiterhin die gut besuchte Offenbacher Woche und der traditionelle Weihnachtsmarkt. Fortgesetzt wird der Versuch, mit dem deutschlandweit führenden Konzept „Bierbörse“ wieder ein vollwertiges Bierfest anzubieten. Falls Corona es zulässt, hat Veranstalter Bernd Noll für den 2. bis 4. September 2021 bereits zugesagt.

Weitergeführt wird außerdem das bei seiner Premiere sehr gut angenommene Straßentheaterfestival des städtischen Kulturmanagements, welches jährlich nicht nur nationale und internationale Künstlerinnen und Künstler einlädt, sondern auch bewusst Offenbacher Vereine und Profis aus dem Theaterbereich einbindet. Unter Corona-Vorbehalt ist für 2021 dabei der 3. Juli 2021 anvisiert. Auch die Straßenoper, der Tag der Musik in Kooperation mit dem lokalen Musikhandel und das Stadtlesen stehen bei den Kulturfachleuten auf der Liste als mögliche Beiträge zu einem vollständigen Festeprogramm.

Bürgerinnen und Bürger wählen Feste-Favoriten

„Jetzt geht es als nächster Schritt darum, nochmal völlig neue Akzente zu setzen mit zwei Veranstaltungen, die eher dem Event-Bereich zuzuordnen sind. Wenngleich wir davon ausgehen, dass diese alleine durch die organisatorischen Vorläufe erst 2022 starten können, wollen wir vorwärtskommen. Wir müssen frühzeitig mit den Planungen beginnen , wollen aber zunächst die Bürgerinnen und Bürger befragen, auf welche der Feste-Vorschläge sie sich am meisten freuen würden. Es stehen alle zehn Events zur Abstimmung, sodass wir am Ende wissen, welche Feste den größten Zuspruch erfahren. Mit der Beteiligung der Bevölkerung wollen wir die Identifikation der Offenbacherinnen und Offenbacher mit diesen Festen steigern. Wir möchten das umsetzen, was sich die Menschen am liebsten wünschen“, so Oberbürgermeister Schwenke.

Die Umfrage startet am Freitag, 29. Januar, auf www.offenbach.de/stadtfeste und damit inmitten des noch andauernden Lockdowns: „Es wird aber der Zeitpunkt kommen, an dem wieder ein mindestens ähnliches Leben wie früher möglich ist. Wir wollen jetzt nicht die Hände in den Schoß legen, sondern rechtzeitig vorbereitet sein.“ 

Neben der Abstimmung ist der OB auch gespannt auf die Diskussion: „Da werden noch völlig andere neue Ideen kommen und darauf freue ich mich. Zudem bleibt es mir wichtig, lokalen Handel, Gastronomie und Vereine einzubeziehen, wenn immer das möglich ist. Die Beratung ist ja gerade der Unterschied, den der Handel im Vergleich zum Internet bieten kann.“ 

Feste-Ideen können online oder per Postkarte bewertet werden

Für die Abstimmung werden die Vorschläge auf der städtischen Internetseite und in den städtischen Social-Media-Kanälen vorgestellt und die Nutzerinnen und Nutzer können online für ihre Favoriten abstimmen. Für jedes der zehn Events können die Teilnehmenden bis zu fünf Wertungssterne vergeben, sodass am Ende eine Rangliste aller zehn Feste entsteht.

Dank einer Kooperation mit der Offenbach-Post wird es zusätzlich die Möglichkeit geben, per Postkarte abzustimmen. „Es ist mir wichtig, beide Abstimmungswege zu nutzen. Viele Menschen lesen weiterhin Zeitung – aber nicht alle. Viele Menschen sind auf Social Media aktiv – aber nicht alle. Daher liegt die Kombination nahe“, so Schwenke.

Ausblick

Mit der Stadiongesellschaft hat OB Schwenke professionelle Veranstalter für die Events ausgewählt. Sie hatten zuletzt hoch gelobte neue Formate wie das Weihnachtssingen im Stadion verwirklicht. Durch die Kooperation mit der Offenbacher Stadtmarketinggesellschaft (OSG) wird diese Expertise für die Feste mit Event-Charakter nun auch für die Innenstadt genutzt.

„Wenn jetzt zwei neue Events dem Festeprogramm hinzugefügt werden und hoffentlich spätestens 2022 an den Start gehen können, ist das noch nicht das Ende“, machte Schwenke deutlich, dass die Etablierung eines Festeprogramms ein mehrere Jahre dauernder Prozess ist. „Wir stehen auch im Austausch mit der Messe, um diese während der ILM in der Innenstadt sichtbarer zu machen. Das wäre mir ein echtes Anliegen.“. Die Verbindung zwischen Messe und Innenstadt soll zusätzlich zum Festeprogramm geschaffen werden.

Wichtig ist dem OB auch eine gute Terminkoordination . „Klar ist aber auch: Das Festlegen der Termine wird besonders in den Sommermonaten niemals ohne Kollision mit bestehenden Festen funktionieren. Wir wollen keine Vereinsfeste plattmachen, müssen aber zwingend mehr Menschen in die Innenstadt holen, das kann keiner bestreiten. Es wird deshalb manchmal auch Konflikte geben und Nachjustieren erfordern, falls sich Zielgruppen zu sehr überschneiden würden. Wichtig ist aber die zentrale Botschaft: Wir geben die Innenstadt nicht auf, im Gegenteil.“