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140 Menschen, die zuvor mindestens sechs Jahre ununterbrochen ohne Arbeit und auf Geldleistungen des Jobcenters MainArbeit angewiesen waren, konnten bisher seit Mitte 2019 wieder in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis vermittelt werden.

Möglich wurde dies durch ein neues Förderinstrument, für das der Gesetzgeber mit dem Teilhabechancengesetz im Jahr 2019 die Grundlagen geschaffen hatte.  Arbeitgeber, die sehr lange Arbeitslose mit einem ordentlichen Arbeitsvertrag zum Tariflohn einstellen, können über fünf Jahre mit einem großzügigen Lohnkostenzuschuss aus Mitteln des Bundes durch die MainArbeit gefördert werden. Der Zuschuss startet mit bis zu hundert Prozent der Lohnkosten und reduziert sich dann jedes Jahr um 10 Prozentpunkte. Gefördert werden Menschen, bei denen über viele Jahre alle Versuche der Integration in den Arbeitsmarkt fehlgeschlagen sind. Ziel ist, diese besonders benachteiligten Langzeitarbeitslosen, die sonst kaum mehr in Arbeit vermittelbar gewesen wären über eine längere Förderperiode wieder langfristig fest in der Erwerbsarbeit unterzubringen.

„Menschen, die sehr lange aus dem Arbeitsprozess herausgefallen waren und oft noch persönliche oder gesundheitliche Probleme haben, müssen Stück für Stück an den Arbeitsprozess herangeführt werden. Manche Dinge, die für jemanden, der fest im Job verankert ist, selbstverständlich sind wie Pünktlichkeit, ein Arbeitspensum durchhalten und sich in eine Arbeitsorganisation einfügen, müssen wieder neu gelernt und eingeübt werden,“ berichtet Thi Tuyet van Nguyen, Beraterin bei der MainArbeit. Deshalb sei eine gute Vorbereitung des Arbeitsverhältnisses und ein „Coaching“ während der ersten beiden Jahre im neuen Arbeitsverhältnis fest vorgesehen. Bei Bedarf können auch Qualifizierungsmaßnahmen im neuen Betrieb finanziell gefördert werden.

Die von der MainArbeit geförderten Arbeitsverhältnisse sind in den verschiedensten Branchen angesiedelt, etwa im Handwerk, im Gesundheitswesen, in der Gastronomie und anderen Dienstleistungsbranchen. Auch in IT-Unternehmen konnten schon langzeitarbeitslose vermittelt werden. Gefördert werden auch sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse in gemeinnützigen Unternehmen, etwa der Carijob GmbH in Offenbach, die unter anderem das Sozialkaufhaus „Luise“ betreibt.

Bei den Tätigkeiten überwiegen Helferberufe. Es gibt aber durchaus auch Personen, die in einem qualifizierten Beruf eingesetzt werden, vor allem im Handwerk.

Die Resonanz bei der regionalen Wirtschaft ist gut, wie Charlotte Buri, Bereichsleiterin in der MainArbeit berichtet: „Wir freuen uns, dass wir über 60 Prozent aller geförderten Personen in Privatunternehmen starten konnten, die ganz normal am Markt arbeiten. Hier sind die Chancen am größten, dass aus einem geförderten Arbeitsverhältnis ein unbefristeter Job auf Dauer wird.“

Frauen und Männer werden etwa zu gleichen Teilen gefördert. Rund ein Drittel der Geförderten ist 55 Jahre oder älter. Rund 40 Prozent der Arbeitsverhältnisse sind Vollzeitarbeitsverhältnisse, die übrigen in Teilzeit. Ein gutes Viertel (28%) aller Geförderten hat schon jetzt, nach relativ kurzer Förderzeit, einen unbefristeten Arbeitsvertrag.

Die Aussagen von Unternehmen und den jeweiligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind positiv, wie Jobcoach Nguyen berichtet: „Für viele Arbeitgeber war es eine neue Erfahrung, wie schnell der Integrationsprozess verlief und mit welchem Engagement, Motivation und Leistungsbereitschaft sich die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Aufgaben stellten.“

Eine kleine Erfolgsgeschichte war die Förderung durch die MainArbeit auch für Dijana Feltman (Name geändert). Sie ist alleinerziehende Mutter und hatte es viele Jahre nicht geschafft, Arbeit zu bekommen. Seit März dieses Jahres arbeitet sie nun in der ambulanten Pflege und betreut hilfsbedürftige Menschen in ihrem häuslichen Umfeld. „Ich bin inzwischen unabhängig von der finanziellen Unterstützung durch die MainArbeit und verdiene das Geld für mich und mein Kind aus eigener Kraft. Darauf bin ich stolz,“ freut sich Feltmann. Inzwischen hat sie auch einen unbefristeten Arbeitsvertrag und damit eine langfristige Perspektive für sich und ihre Familie.

Sozialdezernentin Sabine Groß freut sich über die gute Resonanz auf den Förderansatz der MainArbeit: „Wir wollen Ausgrenzung verhindern und Erwerbsarbeit für alle ermöglichen. Es geht dabei nicht nur ums Geldverdienen, sondern auch um soziale Teilhabe, kollegiale Kontakt, Anerkennung und Zufriedenheit in einem selbstbestimmten Leben. Deshalb freue ich mich, dass auch die Unternehmen in Offenbach und Umgebung mitziehen. Das kann für beide Seiten ein Gewinn sein.“

Interessierte Arbeitgeber können sich jederzeit an den Arbeitgeberservices der MainArbeit wenden:

E-Mail: Mainarbeit-Arbeitgeberoffenbachde

Arbeitgeber Hotline: 0800 101-8100

Kontakt:

Charlotte Buri, Telefon 069 8065-8250

Offenbach am Main, 4. Januar 2021