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Kinder spielen in einer Krippe des EKO
© Stadt Offenbach / EKO (ac)
Die Eingewöhnungszeit des Kindes ist eine sehr wichtige Zeit für alle Beteiligten. Das Kind, die Eltern, aber auch die Fachkräfte müssen sich auf die neue Situation einstellen. Hierfür wird eine sorgfältige Vorarbeit benötigt. Dazu gehört die vorbereitete Umgebung, die Einbindung der Eltern und der vorherige sogenannte „Schnuppertag“ des Kindes, an dem es gemeinsam mit einem oder beiden Elternteilen das erste Mal die Kita besucht und etwas kennenlernen kann.

Unsere Fachkräfte wissen: nicht nur das Kind braucht eine gute Begleitung für das Ankommen, sondern auch die Eltern brauchen Verständnis und Unterstützung bei diesem neuen Schritt. Daher informieren wir die Eltern vorher genau darüber, was während der Eingewöhnungsphase auf sie zukommt, sodass sie sich und ihr Kind gut darauf vorbereiten können.

Der Schritt vom Elternhaus in die Kita ist für Kinder ein großer Entwicklungsschritt. Daher findet die Eingewöhnung schrittweise und zunächst immer im Beisein eines Elternteils statt. Da es je nach Alter des Kindes bis zu 4 Wochen und manchmal sogar noch etwas länger dauern kann, bis das Kind ohne Beisein der Eltern in der Kita bleibt und sich positiv seiner neuen Umgebung zuwenden kann, sollten die Eltern sich für diesen Zeitraum nichts Anderes einplanen. Sie brauchen möglichst den Freiraum, sich gemeinsam mit den Fachkräften auf die Signale des Kindes einlassen zu können, um Schritt für Schritt dem Kind zu helfen, Mutter oder Vater gehen zu lassen und Vertrauen zu der neuen Bezugsperson in der Kita aufzubauen.

Wie kann die Eingewöhnung gemeinsam gut gelingen?

Wichtig sind das tägliche Gespräch und der Austausch zwischen Eltern und Fachkräften, denn auch hier muss sich nach und nach erst eine Vertrauensbasis entwickeln.

Die Eltern bleiben bei ihrem Kind, aber lassen es erkunden. Nur wenn das Kind Sicherheit benötigt und den Kontakt sucht, zeigen sie ihm, dass sie da sind. So kann das Kind auch nach und nach vorsichtig im Beisein einer ihm vertrauten Person auf die neuen Bezugspersonen der Kita zugehen. Da jedes Kind, aber auch jede Familie anders reagiert, kann dies schneller oder langsamer geschehen, sodass die Eingewöhnung der einzelnen Kinder ganz unterschiedlich verläuft und nicht vorhergesehen werden kann.

Je mehr die Kinder erleben, dass sie mit ihren Bedürfnissen wahrgenommen werden und auf ihre Signale positiv reagiert wird, umso schneller und leichter wird ihnen die Eingewöhnung fallen. Das Kind spürt auch, ob die Eltern in gutem Kontakt mit den Fachkräften der Kita stehen, sodass auch die Eltern bereit sein müssen, ihr Kind „loszulassen“, damit die Eingewöhnung gut gelingt. Es gibt auch Kinder, die früher als ihre Eltern bereit sind, eine Trennung zu vollziehen. In diesen Situationen ist es ebenso wichtig, mit den Eltern im Kontakt zu sein und zu warten, bis auch sie diesen Schritt gehen können.

Ganz besonders wichtig bei der Eingewöhnung sind die anderen Kinder in der Kita. Die Neugier auf Gleichaltrige, das gemeinsame Spiel, das Beobachten anderer Kinder und das von- und miteinander lernen spornt die Kinder an und hilft ihnen, sich von den Eltern zu trennen und auf das Neue einzulassen.

In dieser ersten Begegnung mit den anderen Kindern ist die Unterstützung der Fachkräfte sehr wichtig. Sie stehen dem Kind zur Seite und helfen ihm, seinen Platz zu finden und sich zugehörig zu fühlen.

Was bedeutet „Peer-Eingewöhnung“?

Gleichaltrige sind Peers.

Kinder trennen sich in Anwesenheit von anderen Kindern, die in einer vergleichbaren Situation sind, leichter von ihren Bezugspersonen. „Freundschaftsbeziehungen“ helfen den Kindern, sich emotional zu regulieren. Deshalb werden die Kinder in Gruppen eingewöhnt (Peer-Eingewöhnung). Auch wenn zu Beginn noch keine tiefere Freundschaft entsteht, kann das Kind sich schon als Teil einer Gruppe erleben und die Situation, gemeinsam mit anderen Kindern neu in der Kita zu sein, als Unterstützung erfahren. Die Kinder helfen einander sofort, weil sie sich mit dem Problem und der Anforderung der Trennung von den Eltern identifizieren können.

Auch für Eltern erleichtert dies die Situation, da sie bei den ersten Trennungsversuchen, bei denen sie sich noch innerhalb der Kita aufhalten, anderen Eltern begegnen, denen es ähnlich geht wie ihnen selbst. Sie tauschen sich miteinander aus und fühlen sich nicht allein in der Situation.

Auch der Krippe funktioniert die Peer-Eingewöhnung sehr gut.

Die Eingewöhnung ist abgeschlossen, wenn Kinder und Eltern mit einem guten Gefühl in die Kita kommen und das Kind über die gesamte Dauer seines Aufenthalts teilnimmt am Geschehen, Freude im Alltag hat und sich aktiv beteiligt. Dann entstehen auch tiefere Freundschaften – und das Kind ist angekommen.