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Integrationsdezernentin Sabine Groß im Kreis der Vereinsmitglieder
Integrationsdezernentin Sabine Groß im Kreis der Vereinsmitglieder Ertuğrul Kara, Melek Ceylaner, Selami Ceylaner, Sebahat Kalin, und Mehmet Harmanci (von links nach rechts) © Stadt Offenbach
Die Integrationsdezernentin Sabine Groß traf in ihrer Besuchsreihe bei Offenbacher Gemeinden und Vereinen von Immigranten den Freundschaftsverein Türkei in Offenbach und Umgebung. Der Freundschaftsverein ist, wie inzwischen rund 30 weitere Vereine, Mitglied des sogenannten „Kompetenzteams Integration“. In diesem Kompetenzteam arbeiten Vereine und Verbände von Menschen aus den verschiedensten Herkunftsländern mit der Stadt an Fragen von Integration und Zusammenleben in Offenbach. Vorsitzende dieses Gremiums sind Stadträtin Groß und der Vorsitzende des Ausländerbeirats Abdelkader Rafoud.

Der Freundschaftsverein Türkei in Offenbach und Umgebung e.V. ist schon lange ein fester Bestandteil der Offenbacher Vereinslandschaft. In verschiedenen Projekten engagieren sich die rund 60 Mitglieder ehrenamtlich und überkonfessionell für ein gutes Zusammenleben von Einheimischen und Zugewanderten. Ein seit Jahren erfolgreiches Projekt des Vereins ist „Schüler-Power“. Schülerinnen und Schüler finden hier Unterstützung bei ihren Hausaufgaben, sie können einzeln oder in Gruppen Nachhilfeunterricht erhalten. Das Projekt ist für alle Schüler offen. Ob ein Migrationshintergrund vorliegt, spielt dabei keine Rolle. Einer, der das Projekt von Anfang an begleitet hat, ist Mehmet Harmanci. Er erklärt, dass man bei „Schüler-Power“ besonders auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder eingehen möchte: „Die Kinder sollen in einer vertrauten ungezwungenen Atmosphäre lernen und in der Lage sein, einen Lebensweg zu beschreiten, der ihrem jeweiligen Können entspricht“.

Der Freundschaftsverein Türkei leiste mit seiner Integrationsarbeit einen wertvollen Beitrag für ein demokratisches Miteinander, kommentiert Stadträtin Groß. Engagement wie dieses, wäre heute wichtiger denn je.

Der Besuch der Integrationsdezernentin wurde durch die fremdenfeindlichen Morde in Hanau überschattet, bei denen insgesamt elf Menschen zu Tode kamen. Natürlich waren auch diese schrecklichen Vorfälle Thema. Die Mitglieder des Freundschaftsvereins zeigten sich geschockt und erschüttert. Es sei nachvollziehbar, wenn Menschen mit Migrationshintergrund Angst haben, sagte Vereinsvorstand Hamanci. Auch ihn und seine Familie hätten diese brutalen Angriffe treffen können.

Stadträtin Groß zeigte großes Verständnis für die Betroffenheit: "Es ist für uns alle unerträglich, dass unsere Bürgerinnen und Bürger – Menschen, die in der Mitte unserer Gesellschaft leben – Angst um ihr Leben haben. Das kann und darf nicht sein. Mit Kassel, Halle und jetzt Hanau haben wir in kürzester Zeit mehrere rassistisch motivierte Gewalttaten erlebt. Es reicht nicht mehr aus, diese Verbrechen nur zu verurteilen. Wir alle gemeinsam müssen uns aktiv gegen jede ausgrenzende, fremdenfeindliche Haltung wenden. Die Morde von Hanau haben einmal mehr gezeigt, wohin hasserfüllte Kommentare in sozialen Medien, Verschwörungstheorien und rassistische Haltungen führen können. Hier müssen wir noch genauer hinsehen und auch schon den Anfängen entschieden begegnen."

27. Februar 2020