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© Syda Productions/Shutterstock
Die jährliche Schulabgangsbefragung liefert einen guten Überblick über die beruflichen Perspektiven der Offenbacher Jugendlichen in den Abgangsklassen. In diesem Jahr wurden zwischen Mai und Juli coronabedingt Bildschirminterviews in den Klassen 9 und 10 der Haupt- und Realschulen, sowie den berufsbildenden Klassen online durchgeführt. Neben persönlichen beziehungsweise sozialstatistischen Daten wurden Erfahrungen, Wünsche und Vorhaben der Schülerinnen und Schüler abgefragt.

„Die Befragung der Schulabgängerinnen und Schulabgänger liefert eine wichtige Grundlage, um im nächsten Schritt vorhandene Unterstützungsstrukturen anzupassen bzw. zu ergänzen“, erläutert Bürgermeisterin Sabine Groß. „So wird in diesem Jahr besonders deutlich, wie stark die Pandemie in das Leben der Kinder und Jugendlichen hineingewirkt hat und wie dringend nötig daher Aufholprojekte sind.“  Coronapandemie, Lockdown und die damit einhergehenden Schulschließungen haben den Übergang von der Schule in den Beruf für viele Offenbacher Jugendliche schwieriger gemacht, zudem waren die Abschlussklassen 2020 und 2021 besonderen Lernbedingungen ausgesetzt. Deshalb wurde die Schulabgangsbefragung mit Fragen zum Übergang von der Schule in die Ausbildung, um eine Reihe von Corona-Fragen ergänzt, um Erkenntnisse über die bevorzugten Anschlussperspektiven der Jugendlichen, ihre Lernsituation unter Corona-Bedingungen und die Auswirkung der Pandemie auf ihre persönliche Lebenssituation zu erlangen. Hier zeigte sich ein klares Bild: So streben 70 Prozent der Befragten an, einen höheren Bildungsabschlusses zu erlangen, 2020 waren dies nur 61,8 Prozent (2019: 59 Prozent), für eine Berufsausbildung entschieden sich lediglich 9,1 Prozent. In den Vorjahren lag der Anteil der Jugendlichen, die mit einer Ausbildung ins Berufsleben starten wollten noch bei 23,1 (2020) beziehungsweise 14,1 Prozent in 2019. Ob Corona oder konjunkturelle Schwankungen: Mit 6,5 Prozent fällt der Anteil jener, die 14 Tage vor Ende des Schuljahres noch nicht wissen, welchen weiteren Weg sie einschlagen werden, vergleichsweise hoch aus – 2020 waren dies nur 1,5 Prozent, 2019 jedoch 9 Prozent.

Als Hauptgrund für den Besuch einer weiterführenden Schule führten 69,1 Prozent der befragten Jugendlichen den Wunsch an, einen höheren Schulabschluss zu erreichen (2020 waren es 62 Prozent). 16,6 Prozent wollen einfach weiter zur Schule gehen (2020: 10 Prozent), 7,4 Prozent möchten eine weiterführende Schule besuchen, weil sie keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. 2020 waren dies noch 9,2 Prozent.

Rund ein Drittel der Befragten (35,6 Prozent) meint, sie hätten ohne die Corona-Krise einen besseren Abschluss gemacht. Der Aussage, dass Corona ihre Ausbildungschancen verschlechtert habe, stimmten 46,3 Prozent zu. Allerdings gefiel fast der Hälfte der Befragten, dies waren 45,3 Prozent, dass sie während des Lockdowns nicht jeden Tag in die Schule gehen mussten – nur 30 Prozent wären lieber in die Schule gegangen und 24,7 Prozent waren an diesem Punkt unentschieden. Trotzdem beurteilten 57 Prozent der Jugendlichen die Lernbedingungen in der Schule besser als zu Hause. Das Krisenmanagement der Schulen in der Corona-Pandemie bewerteten 61,8 Prozent mit gut, nur 17,8 Prozent waren der Meinung, dass die Schule mehr hätte tun können. 20,3 Prozent waren an diesem Punkt unentschieden. Die diesjährige Schulabgangsbefragung wird in der OloV-Steuergruppe der Stadt Offenbach reflektiert (OloV steht für „Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit im Übergang Schule-Beruf“).

Der ausführliche Bericht steht unter:

https://www.offenbach.de/uebergang-schule-beruf

Offenbach am Main, 12. Oktober 2021