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Seit Donnerstagabend, dem zehnten Dezember nach Sonnenuntergang, strahlt Offenbach mit dem Anzünden der Kerzen des großen Chanukka-Leuchters an der Rathaustreppe ein wenig mehr. Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke: „Ich wünsche den jüdischen Familien in Offenbach ein besinnliches und ein trotz aller aktuell notwendigen Beschränkungen freudiges Chanukka-Fest – Chag Chanukka Sameach! Wie alle anderen Veranstaltungen, muss zu meinem großen Bedauern auch die jährliche große Feier der jüdischen Gemeinde vor dem Rathaus pandemiebedingt ausfallen. Doch wenigstens wird die jeden Abend heller leuchtende Chanukkia der Gemeinde die Offenbacherinnen und Offenbacher erfreuen, vielleicht ein kleiner Trost gerade jetzt in dieser unsere Gesellschaft besonders herausfordernden Zeit.“

Der Live-Stream zum 22. Chanukka-Kerzenanzünden am Rathaus Offenbach findet statt am Donnerstag, 17. Dezember, um 19 Uhr, www.facebook.com/Rabbiner

Das Chanukka-Fest erinnert an die Überlieferung vom „Öl-Wunder“ bei der Wiedereinweihung des zweiten jüdischen Tempels in Jerusalem im jüdischen Jahr 3597 (164 v.d.Z.), der zuvor durch die seleukidischen Besatzer geschändet worden war. Das Seleukidische Reich umfasste im 2. und 3. Jahrhundert vor Christus Kleinasien, Palästina, Mesopotamien, Babylonien, Medien, Persien und Baktrien. Nach der erfolgreichen Rebellion einiger Juden unter Führung von Judas Makkabäus (Makkabäer-Aufstand) und ihrem Sieg über die Fremdherrschaft, wollte die jüdische Bevölkerung als erstes den Tempel neu weihen. Zu diesem Anlass mussten auch die Ölkerzen seiner Menora, des siebenarmigen Leuchters, wieder entzündet werden und durften danach niemals erlöschen. Es war allerdings nur noch für einen einzigen Tag geweihtes Olivenöl vorhanden und es würde acht Tage dauern, um Nachschub zu beschaffen. Doch die Tempelweihe sollte so schnell wie möglich vollzogen werden und ein Wunder geschah: Der siebenarmige Leuchter brannte mit dem wenigen Öl ganze acht Tage hindurch, sodass in dieser Zeit neues herbeitransportiert werden konnte.

Seitdem feiern Jüdinnen und Juden auf der ganzen Welt ein achttägiges Lichterfest und entzünden zu Chanukka – Hebräisch für „Weihe“, „Einweihung“ – als Fest der Tempelweihe die Lichter eines besonderen Leuchters, der Chanukkia: Acht Kerzen symbolisieren die acht Tage und eine neunte bringt als „Diener“ die anderen acht zum Brennen – jeden Abend eine weitere, bis am Ende alle acht Kerzen gemeinsam leuchten. Latkes und Sufganiot, in Fett gebackene Köstlichkeiten, stehen für das Öl. Dieses Jahr beginnt Chanukka am Abend des zehnten und endet am Abend des 18. Dezembers.

Anlage:

Flyer zum Download

Offenbach am Main, 15. Dezember 2020