Sprungmarken
Suche
Suche

Alle Fragen zum Thema Urlaub, Eskalationsstufenmodell und Test nach der Reiserückkehr sind hier zusammengefasst.
Illustration: Erde mit Mundschutz
© Pixabay

FAQs der Stadt Offenbach

Was bedeutet das Eskalationsstufenmodell?

Das Präventions- und Eskalationskonzept des Landes Hessen dient primär dem Schutz vor der weiteren Ausbreitung des Coronavirus. Es ermöglicht vor allem lokal begrenzte Schutzmaßnahmen, um das Virus schnell eindämmen zu können. Für das Konzept sind die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb der letzten 7 Tage in einer Stadt oder Region entscheidend. 

Für die Berechnung der Inzidenz-Zahl wird die Zahl der Infizierten der letzten sieben Tagen zusammengezählt. Gerechnet wird ab dem Vortag auf Basis von 129.791 Menschen in Offenbach. Die Zahl der Infektionen wird durch die Einwohnerzahl geteilt und mit der Referenz von 100.000 Einwohnern multipliziert. So lässt sich die sogenannte Inzidenz darstellen, also die Häufigkeit von Infektionen innerhalb einer Zeitspanne von sieben Tagen. 

Insgesamt gibt es fünf Stufen im Eskalationskonzept: Offenbach bewegte sich in den letzten Wochen in der ersten Stufe, also innerhalb des Routinebetriebes. Die Fallzahlen lagen dabei unter zwanzig Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen. Durch Reiserückkehrer, die sich im Urlaub mit dem Corona-Virus angesteckt haben und zurück in Offenbach beispielsweise Familienmitglieder oder Freunde infiziert haben, stieg die Zahl sprunghaft auf über zwanzig Infizierte innerhalb von sieben Tagen an. Mittlerweile befindet sich Offenbach daher in der dritten Eskalationsstufe. Ab Stufe 4 (über 50 Fälle innerhalb von sieben Tagen) wird über die Schließung von Betrieben und Gastronomie nachgedacht. Für diese Entscheidung ist aber maßgeblich, ob es sich um ein unkontrolliertes Infektionsgeschehen handelt, oder ob die Infektionsketten nachvollziehbar sind. Wenn bekannt ist, wer sich angesteckt hat und dementsprechend Kontaktpersonen in Quarantäne schickt, ist nicht von einer größeren Gefahr für die Bevölkerung auszugehen. 

Was kann ich tun um das Virus einzudämmen?

Während der Corona-Pandemie ist immer wieder mit leichten und stärkeren Wellen zu rechnen. Ab einer Zahl von 35 Neuinfektionen in sieben Tagen gilt wieder die Devise: möglichst viel zu Hause bleiben! Alle Termine, die nicht dringend notwendig sind, sollten dann zunächst zum 14 Tage verschoben werden. Kontakt zu anderen Menschen sollte erneut vorerst vermieden werden. Nur so kann verhindert werden, dass sich weitere Menschen infizieren und die Fallzahlen hoch bleiben oder noch weiter steigen. Oberstes Ziel aller Maßnahmen ist der Schutz der Gesundheit der Bevölkerung. Es gilt aber auch, neue Betriebsschließungen (Lockdown) zu verhindern. Grundsätzlich gelten natürlich immer noch die Maskenpflicht und die Abstands- und Hygieneregelungen.

Haben die neuen Maßnahmen Einfluss auf mein Privatleben?

Die meisten Fälle waren zuletzt auf private Feiern, oder das Zusammensein mit der Familie zurückzuführen. Das gilt zum Beispiel auch für Urlauber, die ihre Familie und Freunde in ihrem Heimatland besucht haben. Die Nähe zu Angehörigen und Freunden erhöht allerdings das Risiko einer Ansteckung und Weiterverbreitung der Infektion.

Private Feiern sollten deshalb möglichst immer mit genügend Abstand zueinander und am besten unter freiem Himmel stattfinden. 

Warum ist Abstand halten so wichtig?

Warum Abstand und das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung so wichtig sind, zeigt eine 3D-Visualisierung der Süddeutschen Zeitung. Dort ist zu sehen, wie schnell sich Viren verbreiten und wie lange Aerosole mitunter in der Luft hängenbleiben kann. 

Darf ich noch in den Urlaub fahren?

Ja, grundsätzlich darf jeder in den Urlaub fahren. Allerdings wird dringend davon abgeraten in Länder zu reisen, die vom Robert-Koch-Institut als Risikogebiete eingestuft sind. Denn damit gefährden Reisende nicht nur sich selbst, sondern vor allem andere, mit denen sie im Urlaub und nach der Rückkehr Kontakt haben.

Auch bei innerdeutschen Reisen sollten Sie sich vor Reisebeginn über die Maßnahmen und Vorgaben in den einzelnen Bundesländern informieren.

Zudem gelten im Urlaub dieselben Regeln, die auch hier in Offenbach gelten: Der Abstand muss auch beim Reisen eingehalten werden, die Maskenpflicht besteht weiterhin sowie alle anderen Hygienevorgaben, die auch hier gelten. Über individuelle Regelungen in anderen Städten und Bundesländern muss sich der Reisende selbst im Vorfeld informieren. 

Muss ich mich testen lassen, wenn ich aus einem Risikogebiet zurückkomme?

Ja! Es gilt die Testpflicht bei der Rückkehr aus Risikogebieten und zusätzlich die Meldepflicht beim Gesundheitsamt. Sie müssen sich nach der Rückkehr unverzüglich beim Gesundheitsamt melden und sofort in häusliche Quarantäne begeben und das Ergebnis des Corona-Tests abwarten.

Wie wird getestet und was muss ich beachten?

Die Anzahl der vom Offenbacher Gesundheitsamt angeordneten Tests ist durch die aktuelle Reisetätigkeit vor allem in Risikogebiete gestiegen. Nur mit solchen Tests und einer konsequenten Kontaktnachverfolgung können Infektionsketten schnell gebrochen werden. Wer aus Risikogebieten einreist, muss sich innerhalb 72 Stunden testen lassen. Das geht zum Beispiel ganz unkompliziert direkt am Flughafen oder am Frankfurter Hauptbahnhof. Dort können Schnelltests durchgeführt werden. 

Bis ein negativer Coronatest vorliegt, müssen sich Reisende aus Risikogebieten zwingend in häusliche Quarantäne begeben. Da ein negativer Test immer nur eine Momentaufnahme darstellt (Urlauber können sich beispielsweise auch erst bei der Rückreise im Flugzeug angesteckt haben), ist ein Wiederholungstest nach fünf bis sieben Tagen sinnvoll. Am Ende der Quarantäne wird ein weiterer Test durchgeführt. 

Achtung: Geänderte Regelung ab Montag, 19. Oktober 2020:
Rückkehrer aus Risikogebieten müssen sich ab dem 19. Oktober 2020 umgehend beim Stadtgesundheitsamt melden und für 10 Tage in häusliche Quarantäne begeben. Ein Test ist frühestens nach fünf Tagen möglich. Vorher gemachte Tests werden nicht anerkannt. Erst ein negatives Testergebnis nach fünf Tagen führt zur vorzeitigen Beendigung der Quarantäne.

Wo kann ich mich testen lassen?

Testen lassen können sich Urlauber direkt bei der Einreise am Frankfurter Flughafen, am Frankfurter Hauptbahnhof sowie in den beiden Testzentren der Kassenärztlichen Vereinigung in Frankfurt (Uniklinikum und Bürgerhospital) und in verschiedenen Arztpraxen (siehe unten).

Auch viele Hausärzte bieten Tests an. Bei Urlaubern aus Risikogebieten erfolgt eine Vermittlung durch das Gesundheitsamt, da sich diese Reiserückkehrer beim Gesundheitsamt melden müssen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. 

Muss ich den Corona-Test selbst bezahlen?

Wer aus einem Risikogebiet kommt, kann sich seit August binnen 72 Stunden nach der Rückkehr kostenlos in den Testzentren oder beim Arzt testen lassen. ACHTUNG: Wer aus einem Risikogebiet kommt, ist sogar verpflichtet sich innerhalb 72 Stunden nach Rückkehr testen zu lassen, beim Gesundheitsamt zu melden und solange in Quarantäne zu bleiben, bis das Gesundheitsamt diese wieder aufhebt!

Ein zweiter Corona-Test wird vom Gesetzgeber nicht verlangt und die Kosten dafür werden daher nur übernommen, wenn der zweite Test vom Gesundheitsamt explizit angeordnet wurde. 

Muss ich einen zweiten Corona-Test machen lassen?

Grundsätzlich besteht kein Anspruch auf einen zweiten Test, weder bei Urlaubern, beim Arbeitgeber oder beim Arbeitnehmer. Daher darf der Arbeitgeber einen solchen Test nicht verlangen. 

Wenn er diesen dennoch verlangt, muss er entweder die Kosten tragen, oder den Arbeitnehmer dazu veranlassen, den zweiten Test selbst zu zahlen. Grundsätzlich hat der Arbeitgeber aber keinen rechtlichen Anspruch auf einen zweiten Test seines Arbeitnehmers. 

Wann darf ich nach einem Corona-Test wieder zur Arbeit gehen?

Wenn der erste Test negativ ausgefallen ist, kann der Arbeitnehmer ganz normal zur Arbeit gehen. Wenn der erste Test jedoch positiv ausgefallen ist, erfolgt Quarantäne und die Betreuung der Person durch das Gesundheitsamt. Dieses entscheidet dann auch, ob zum Ende der Quarantänezeit ein zweiter Test erfolgen soll, um sicherzustellen, dass keine Infektion mehr vorhanden ist.

Wenn der Arbeitnehmer eine Kontaktperson ersten Grades zu einer infizierten Person ist, muss der Arbeitnehmer zwingend in eine vierzehntägige Quarantäne, auch wenn der erste Corona-Test negativ ausgefallen ist. Das liegt an der Inkubationszeit. In der Regel ordnet das Gesundheitsamt dann einen zweiten Test zum Ende der Quarantäne an, um ein Restrisiko einer Ansteckung auszuschließen.