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Um die Corona-Pandemie einzudämmen, wurde in der Stadthalle Offenbach eines der hessenweit 28 Impfzentren eingerichtet. Auf dem Impfstoff ruht nun laut Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke die zentrale Hoffnung, „um so schnell wie möglich wieder ein Stück von unserem alten Leben zurückzugewinnen“. Ende Dezember 2020 starteten die hessenweiten Impfungen gegen das Corona-Virus - zunächst mit mobilen Teams in Alten- und Pflegeheimen. Das Impfzentrum in Offenbach wird vom Land eröffnet, sobald ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht. Als voraussichtlicher Termin wurde dafür nun der 9. Februar 2021 genannt.
Impfzentrum Stadthalle außen
Die Stadthalle wird zum Impfzentrum: Auch für einen barrierefreien Zugang ist gesorgt. © georg-foto,offenbach am main
Impfzentrum Stadthalle Wegführung, 11.12.2020
Ein Farb-Leitsystem lotst die zu Impfenden durch die Halle. © georg-foto,offenbach am main
Impfzentrum Stadthalle Impfstraßen, 11.12.2020
Im großen Saal wurden sechs Impfstraßen aufgebaut. © georg-foto,offenbach am main

Das Land hatte die Unteren Katastrophenschutzbehörden, die in Offenbach bei der Berufsfeuerwehr angesiedelt ist, als Unterstützung für den öffentlichen Gesundheitsdienst mit dem Aufbau der Impfzentren beauftragt. "Eine solche Einrichtung innerhalb der extrem knappen Zeit von nur drei Wochen zu realisieren, ist eine logistische Meisterleistung, für die ich mich bei allen Beteiligten bedanke“, sagte Bürgermeister Peter Freier bei einem Rundgang am 11. Dezember 2020. „Nun haben wir die große Chance, die Pandemie einzudämmen – indem sich möglichst viele Menschen impfen lassen, sobald der Impfstoff in Offenbach ankommt“, erklärte Gesundheitsdezernentin Sabine Groß. Die Stadthalle sei fast allen Menschen in Offenbach „vom Kinderfasching bis zum Konzertbesuch“ als besonderer Ort bekannt und eigne sich auch daher als zentrale Anlaufstelle für die Impfungen.

Die Impfung an sich ist freiwillig und kostenlos. Wer als Erstes die Möglichkeit zum Impfen erhält, hat die Ständige Impfkommission der Bundesrepublik festgelegt. Zunächst sind diejenigen an der Reihe, die bei einer Erkrankung an COVID-19 das höchste Risiko für einen schweren Verlauf haben, sowie Menschen, die an COVID-19 Erkrankte versorgen und sich dabei selbst einem erhöhten Risiko aussetzen. Das genaue Anmeldeverfahren zur Impfung legt das Land Hessen noch fest. Für die Bewohnerinnen und Bewohner des Landkreises Offenbach gibt es ein eigenes Impfzentrum in Heusenstamm.

In den hessischen Impfzentren sollen täglich von 07:00 bis 22:00 Uhr bis zu 1.000 Menschen mit einem Impfstoff gegen das SARS-CoV 2-Virus geimpft werden, den das Land zur Verfügung stellt. Bislang ist in der Europäischen Union noch kein Impfstoff zugelassen, es wird jedoch mit einer Zulassung noch vor Weihnachten gerechnet. Die Hessische Landesregierung geht davon aus, dass rund vier Millionen der 6,2 Millionen Hessinnen und Hessen geimpft werden müssen, um eine Impfquote von 60 Prozent zu erreichen. Nach Expertenmeinungen ist diese Impfquote notwendig, um der Corona-Pandemie wirkungsvoll begegnen zu können.

Impfzentrum Stadthalle Koordinator, 11.12.2020
Willkommen in der Impfstraße: Ein Koordinator erklärt am Eingang den weiteren Verlauf. © georg-foto,offenbach am main
Impfung im Impfzentrum, 11.12.2020
Helfer simulieren den Ablauf: Die Impfungen beginnen, sobald ein Impfstoff zur Verfügung steht. © georg-foto,offenbach am main

Impfstraßen-Koordinator klärt individuelle Fragen

Wenn es dann tatsächlich losgeht, kommen die zu Impfenden mit ihrer Krankenkassenkarte, ihrem Impfpass und einem gültigen Ausweis zur Stadthalle. Im Foyer werden an einem Empfangsschalter die Unterlagen und Identität abgeglichen und eine Zuordnung zu einer der sechs farblich gekennzeichneten Impfstraßen vorgenommen. Die zu impfende Person erhält eine individuelle Nummernzuordnung, die die Reihenfolge der Impfungen in den jeweiligen Impfstraßen sicherstellt. Ein ausführlich beschildertes Einbahnstraßen-System vor Ort lotst die zu Impfenden dann in einen auf der Tribüne eingerichteten Wartebereich; für mobilitätseingeschränkte Menschen wurde ein barrierefreier Bereich in der Halle eingerichtet. Nach Aufruf ihrer Nummer geht die Person in die farblich zugeordnete Impfstraße in der Halle. „Um auf alle individuellen Fragen einzugehen, steht an jeder Impfstraße ein Koordinator bereit“, betont Marcel Reuter, der als Mitarbeiter im Aufgabengebiet Katastrophenschutz der Feuerwehr die operative Leitung beim Aufbau des Impfzentrums vor Ort hat.

Jede Impfstraße besteht aus fünf Einzelkabinen, in denen medizinisches Fachpersonal die Offenbacherinnen und Offenbacher impft. Hinzu kommt eine Besprechungskabine, in denen auf Wunsch oder bei medizinischer Notwendigkeit ein ärztliches Anamnese-Gespräch geführt werden kann. Nach der Impfung, die in den Oberarm erfolgen wird, und der erforderlichen Dokumentation im Impfausweis verlassen die Geimpften die Stadthalle über den ausgewiesenen Ausgang. Wer die Notwendigkeit sieht, noch einen Moment unter fachlicher Aufsicht in der Impfstelle zu warten, kann sich in einem dafür vorgesehenen Bereich aufhalten. Falls wider Erwarten gesundheitliche Probleme auftreten sollten, steht auch ein Sanitätsbereich zur medizinischen Versorgung bereit.

Mobile Impfteams für Alten- und Pflegeheime

Neben dem Impfzentrum in der Stadthalle gibt es mobile Impfteams, die zum Beispiel Alten- und Pflegeheime besuchen. „Gerade den Bewohnerinnen und Bewohnern dieser Einrichtungen ist es nicht zuzumuten, den Weg ins Impfzentrum auf sich zu nehmen“, erläutert Niko Kern, der bei der Feuerwehr das Aufgabengebiet Katastrophenschutz leitet.

Um den Impfstoff direkt nach der Ankunft ordnungsgemäß lagern und aufbereiten zu können, entsteht in der Stadthalle ein eigener Apothekenbereich, samt den je nach Impfstoff erforderlichen Kühlmöglichkeiten. „Hier unterstützt uns die Schwanen-Apotheke als lokaler Partner sehr gut“, so Reuter. Hervorragend laufe auch die Zusammenarbeit mit dem erfahrenen Team der Stadthalle: „Alle helfen uns, wo sie nur können, wir arbeiten Hand in Hand und haben trotz unserer 14-Stunden-Tage richtig Spaß bei der Sache“, schwärmt der Katastrophenschützer. Zudem eigne sich das städtische Veranstaltungshaus „ideal als Impfzentrum“, sodass alles rechtzeitig bis 11. Dezember geklappt habe – auch die Aufstellung der erforderlichen Personal-Container für die Helferinnen und Helfer neben der Stadthalle.

Den Aufbau an der Waldstraße unterstützen zudem rund 200 haupt- und ehrenamtliche Einsatzkräfte von DRK und ASB, THW und der Freiwilligen Feuerwehr sowie der Berufsfeuerwehr. „Die Helferinnen und Helfer haben hier in rund 18.000 Stunden alles geplant, aufgebaut und sozusagen die Stadthalle gerockt“, freut sich Uwe Sauer, Leiter der Feuerwehr Offenbach. Etwa 100 von ihnen nahmen am Abend des 10. Dezember an einem umfangreichen Probelauf im Impfzentrum teil. Das Ergebnis: „Alles lief sicher, ruhig und stressfrei – wir sind optimal vorbereitet.“ Gesundheitsamts-Leiter Dr. Bernhard Bornhofen lobt die „hervorragende Zusammenarbeit rund ums Impfzentrum, von den Helfenden bis hin zum Magistrat“, und bilanziert: „Wir bekommen das in Offenbach sehr gut hin.“ 

Der Betrieb des Impfzentrums wird derzeit an einen kompetenten Dienstleister vergeben, der dessen Betrieb ab dem voraussichtlichen Beginn der Impfungen gemeinsam mit weiteren Dienstleistern sicherstellen wird. In der Stadthalle selbst werden täglich ca. 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in zwei Schichten im Einsatz sein. Gesucht werden noch medizinisches Fachpersonal für die Impfungen und Verwaltungskräfte, die beim Empfang unterstützen. Wer daran Interesse hat, wird gebeten, sich unter www.helfer.fwof.de/ zu registrieren. Nach der Registrierung nimmt der Dienstleister dann Kontakt zu den Freiwilligen auf.

aktualisiert am 05. Januar 2021