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Sportfeld
© Tom Fisk/ Pexels.com
Am gestrigen Montag, 24. August, hat der Verwaltungsstab der Stadt Offenbach unter anderem die Frage beraten, ob er für das am Dienstag, 25. August 2020, geplante U19-Pokalderby zwischen Kickers Offenbach und Eintracht Frankfurt im Sana-Sportpark eine Ausnahmegenehmigung erteilen kann. In Offenbach gilt derzeit, dass nur der Trainings- und Wettkampfbetrieb im Profi- und Spitzensport ohne Kontaktbeschränkungen stattfinden darf. Andernfalls dürfen nur maximal zehn Sportler mit Kontakt Sport ausüben. Personen des Spitzen- und Profisports sind nach Auslegung des Hessischen Ministeriums des Innern und für Sport Bundeskaderathleten sowie paralympische Bundeskaderathleten, die an Bundes- und Landesstützpunkten der Spitzenverbände des Sports trainieren. Unter Profisport wiederum ist die bezahlte Vollzeittätigkeit von Berufssportlern in Kapitalgesellschaften bzw. über den im Wirtschaftsbetrieb von Vereinen zu verstehen. Die Sportler des OFC-Leistungszentrums fallen nicht unter diese Definition. Deshalb können aktuell die Mannschaften des Leistungszentrums keine Spiele austragen. Die Stadt Offenbach hatte dies am Dienstag auch noch einmal mit dem für Sport zuständigen hessischen Innenministerium geklärt.

Auf Bitten des OFC hatte die Stadt in den zurückliegenden Wochen das Training im Leistungszentrum als Ausnahme zugelassen. „Diese Entscheidung Anfang August war zum damaligen Zeitpunkt richtig, weil die Spieler dort auf eine sportliche Berufskarriere hinarbeiten und wir deshalb deren Training ausnahmsweise ermöglichen wollten, wenn das Infektionsgeschehen es zulässt. Am Tag der Entscheidung lag Offenbach noch unter der 35er Schwelle“, erläuterte Oberbürgermeister und Sportdezernent Dr. Felix Schwenke. Zwischenzeitlich steht Offenbach deutschlandweit aber an der Spitze der Neuinfektionen. Auf diese Veränderung musste die Stadt reagieren und eine Klärung der Frage mit dem Hessischen Innenministerium herbeiführen. Das Innenministerium sieht das Vorgehen der Stadt im Sinne des Erlasses.

„Aus dem tagesaktuellen Lagebericht des RKI geht hervor, dass Offenbach weiterhin bundesweit die höchste 7-Tages-Inzidenz aufweist. Eine Ausnahme für eine Kontaktsportart mit jeweils 11 Spielern pro Mannschaft ist derzeit nicht zu verantworten. Weil dadurch eine umfangreiche Infektionskette gestartet werden könnte“, so Gesundheitsdezernentin Sabine Groß. Erst vor wenigen Tagen war nach einem Fußballspiel der SG Bruchköbel gegen den FC Karben am 14. August die Infektion eines Spielers bekannt geworden. Dem OFC wurde die für die U19-Sportler bedauerliche Nachricht direkt nach der Entscheidung des Verwaltungsstabs mitgeteilt. „Ich habe großes Verständnis dafür, dass man im Verein die Entscheidung bedauert. Wer aber das Geschehen der letzten Tage beobachtet hat, für den kann es nicht völlig überraschend kommen.“ Der einzige Weg, kurzfristige Entscheidungen auszuschließen wäre, allein auf das Thema Sicherheit zu blicken und lange nach vorne wirkende Verbote auszusprechen. „Wir in Offenbach versuchen aber immer noch Chancen für alle offenzuhalten, in dem wir täglich auf Grundlage der aktuellen Situation beraten. Damit bleibt immer bis zuletzt die Chance, dass etwas klappen kann. Hier hat das Infektionsgeschehen eine Ausnahme aber nicht zugelassen.“

OB Schwenke betonte abschließend: „Alle müssen im Moment ihrer Verantwortung zum Schutz der Bevölkerung nachkommen. Und je konsequenter wir das jetzt tun, umso schneller können wir die Einschränkungen wieder lockern.“

Hintergrund:

Wegen der stark angestiegenen Corona-Fallzahlen musste die Stadt Offenbach seit Anfang August schrittweise neue Kontaktbeschränkungen und weitere Maßnahmen beschließen, um die Ausbreitung des Virus im Stadtgebiet zu unterbinden. Damit weichen die Allgemeinverfügungen der Stadt in Teilen von den hessenweiten Regelungen durch die Landesregierung ab. Hintergrund ist die von Bund und auch dem Land Hessen verfolgte Strategie, strengere Maßnahmen immer nur dort gelten zu lassen, wo sie aktuell nötig sind und dies auch nur so lange wie nötig. Offenbach nimmt den Versuch, passgenaue Maßnahmen zu finden, seit Beginn der Corona-Pandemie sehr ernst. Dies betrifft unter anderem den Sportbetrieb.

Offenbach am Main, 25. August 2020