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Masken
Mit freundlichen Grüßen aus der japanischen Partnerstadt Kawagoe: Handgenähte Masken und ein Glücksbringer. © Stadt Offenbach
Auch in schwierigen Zeiten in Kontakt bleiben wollen die Oberbürgermeister der auf der ganzen Welt verteilten Partnerstädte. Der freundschaftliche Austausch über Grenzen hinweg ist und bleibt erklärtes Ziel – auch und erst recht während der Corona-Pandemie. Ende vergangenen Jahres hatte Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke ein Schreiben an seine Amtskollegen mit einem kurzen Erfahrungsaustausch gerichtet. Schon viele Antworten kamen, so beispielsweise aus Esch-sur-Alzette in Luxemburg, Güns/Köszeg in Ungarn, Mödling in Österreich und aus dem fernen Japan, aus Kawagoe.

Während Europa mit der zweiten Corona-Welle kämpft, bereitete sich Japan schon auf eine dritte Welle vor, in Kawagoe selbst stiegen die Infektionszahlen Ende des Monats kontinuierlich, aber moderat an. Distanz und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes hat in vielen asiatischen Ländern Tradition, Masken werden dort wegen einer Erkältung getragen oder weil man sich vor Luftverschmutzung oder üblen Gerüchen schützen möchte und gilt in Kawagoe neben regelmäßiger Desinfektion als Mittel erster Wahl.

Zu den Masken Schriftzug
"Aux Masques Citoyens", "Zu den Masken" ruft die Stadt Puteaux ganz im Geiste der Französischen Revolution © Ville de Puteaux
In Esch-sur-Alzette, berichtet Bürgermeister Georges Mischo in seinem Antwortschreiben, hat die Regierung ihren Bürgern kostenlos Mundschutzmasken zur Verfügung gestellt. Ähnlich wie in Offenbach auch, wurde auch dort versucht, die lokale Wirtschaft bestmöglich zu unterstützen, so wurden wie während des ersten Lockdowns schon, auch dort Unternehmen mit Lieferdiensten auf dem städtischen Internetportal vorgestellt. Zu den Masken ruft auch Puteaux ihre Bürger und hat Anfang Dezember jeden Bürgerin und jeden Bürger der Stadt mit einer Maske ausgestattet. In einer Broschüre richtete sich die Verwaltung an ihre Bewohner, mit Berichten der Aktivitäten zur Eindämmung der Pandemie und einem Apell von Bürgermeisterin Joelle Ceccaldi-Raynaud, die Krise gemeinsam zu überstehen. In einem persönlichen Schreiben an Oberbürgermeister Schwenke regt sie den Dialog per Videokonferenz an, um die Freundschaft weiterhin lebendig zu halten. „Für uns in Güns/Köszeg ist es besonders wichtig, dass die berechtigte Sorge bezüglich des SARS-COV-2-Virusses nicht in verzweifelte Angst umschlägt“, schreibt Bürgermeister Bèla Báshy. Deshalb gilt in geschlossenen, öffentlichen Räumen durchgängig Maskenpflicht, auch in den Schulen. Feste und Veranstaltungen wurden abgesagt.

„Der Austausch brachte keine sensationellen Alternativideen zu unserem Vorgehen. Er führte vor Augen, dass auf der ganzen Welt nicht nur die im Fernsehen zu sehenden Spitzenpolitiker, sondern alle Menschen vor Ort mit dem gleichen Problem kämpfen. Wie meine Amtskollegen auch, hoffe ich, dass wir die Corona-Pandemie bald überstanden haben und wir unseren Austausch bald wieder auf persönlicher Ebene wiederaufnehmen können,“ so Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke. „Reisen und persönliche Treffen vor Ort kann kein E-Mail-Verkehr und keine Videokonferenz ersetzen, auch wenn unsere Technik aktuell vieles erleichtert. Aber ich weiß, dass viele schon ungeduldig darauf warten, die geknüpften freundschaftlichen Bande wieder richtig zu leben.“

Offenbach am Main, 19. Januar 2021