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Symbolbild Fußball
© Shutterstock
Die Stadt Offenbach hat dem OFC für das Spiel gegen TSG Hoffenheim II am kommenden Samstag 1.500 Zuschauer genehmigt und in Aussicht gestellt, dass für die kommenden Heimspiele je 1000 weitere Zuschauer ins Stadion können. Die Anzahl der Zuschauer wurde dabei an die 7-Tages-Inzidenz gekoppelt.

Konkret bedeutet das: Sobald die Inzidenz über die Stufe 50 steigt, sind Zuschauer im Stadion nicht möglich. Bei einer Inzidenz über 35 können 250 Zuschauer im Stadion dabei sein. Liegt die Inzidenz über 20 können 750 Zuschauer ins Stadion. Bei einer Inzidenz unter 20 können zunächst 1.500, dann 2.500 und später 3.500 Zuschauer dabei sein.

Damit eine bessere Planbarkeit besteht, ist die Inzidenz 72 Stunden vor Beginn des Spiels maßgeblich.

Zwischenzeitlich hat die Konferenz der Ministerpräsidenten beschlossen, dass in einer Testphase von 6 Wochen bis zu 20 Prozent der zulässigen Zuschauer möglich sein sollen und ab einer Inzidenz von 35 keine Zuschauer ins Stadion dürfen. Entscheidend dabei soll die Inzidenz am Tag des Spiels sein. Diesen Beschluss werden die Länder nun noch konkret umsetzen und präzisieren.

Der OFC hat bei der Stadt einen Antrag gestellt, wonach die Zuschauerzahl für Samstag bereits auf 2.900 hochgesetzt werden soll und für das Spiel am 29. September 4.100 Zuschauer zugelassen werden sollen. Zudem solle zukünftig nur noch auf die Inzidenz von 35 abgestellt werden und der Zwischenschritt bei einer Inzidenz von 20 entfallen.

Erst wenn der Beschluss der Ministerkonferenz auf Landesebene umgesetzt wurde, können rechtssichere Änderungen getroffen werden. Das Land muss nun noch die Details bekannt geben. So ist beispielsweise noch unklar, ob 20 Prozent der zulässigen Zuschauer auf die Gesamtkapazität des Stadions abstellt oder auf die vorhandenen Sitzplätze. Das würde beim OFC einen großen Unterschied machen. 20 Prozent der Kapazität des Stadions wären 4.100 Zuschauer.  Im Kickers-Stadion gibt es 10.300 Sitzplätze. 20 Prozent davon ergäbe eine zulässige Zuschauerzahl von 2060. Zudem legt der Beschluss fest, dass ab einer Inzidenz von 35 keine Zuschauer mehr zulässig sind. Er sagt aber nichts darüber aus, ob es weitere Zwischenschritte geben soll.

Das „Präventions- und Eskalationskonzept zur Eindämmung der weiteren Ausbreitung von SARS-CoV-2“ des Landes Hessen stellt auf ein Stufenmodell ab und erfordert unterschiedliche Maßnahmen, wenn die Inzidenz von 20, 35, 50 und 75 überschritten wird. Daher ist es nicht unwahrscheinlich, dass ein solcher Zwischenschritt auch bei der Frage der zulässigen Anzahl von Zuschauern beim Fußball eingezogen wird.

Die Stadt Offenbach wird Ergänzungen in das gültige Hygienekonzept des OFC entsprechend der geplanten Änderungen des Landes Hessen anregen, wenn diese Details bekannt sind.

Am Wochenende dürfen 1.500 Zuschauer dabei sein, wenn der OFC auf dem Bieberer Berg spielt. Aktuell liegt die Inzidenz bei 21 – bei einer Inzidenz von über 20 entweder in Offenbach oder im Einzugsgebiet des OFC sieht das Konzept 750 Zuschauer vor. Das gültige Hygienekonzept orientiert sich an der Inzidenz 72 Stunden vor dem Anpfiff und weicht damit vom Beschluss auf der Ministerpräsidentenkonferenz ab. Da zu diesem Zeitpunkt die Inzidenz bei 16,1 lag, bleibt es in Offenbach bei den 1.500 Zuschauern. „Wir haben uns sehr umfassend mit der Frage „Zuschauer im Stadion“ auseinandergesetzt und auch in Kommunen mit vergleichbaren Kapazitäten geschaut. Für den Schutz der Offenbacherinnen und Offenbacher tragen wir in Magistrat und Verwaltungsstab die Verantwortung. Wenn es einen massiven Ausbruch nach einem Fußballspiel gibt, lässt sich das nicht mehr rückgängig machen“, betont Bürgermeister Peter Freier.

„Deshalb haben wir das Konzept mit dem OFC so lange und intensiv diskutiert: Danach können die Zuschauerzahlen stufenweise gesteigert werden. Änderungen an der Genehmigung für den OFC werden wir vornehmen, wenn der Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz in Landesrecht umgesetzt ist. Dann bekommt der OFC eine rechtsichere Grundlage“, ergänzt Gesundheitsdezernentin Sabine Groß.

Bedacht wurden auch die Szenarien rund um das Stadion bei der An- und Abreise. Eine Großveranstaltung kann für die ganze Stadt ein erhöhtes Risiko darstellen. Wichtig dabei ist, dass die Fans verschiedene Anreisemöglichkeiten wählen, um größere Menschenansammlungen zu vermeiden, und auf das Feiern vor und nach dem Spiel verzichten.

Insgesamt sieht das Hygienekonzept des OFC bereits bis zu 4600 Zuschauer vor. Nach dem Beschluss der Ministerkonferenz wären 4100 Zuschauer erlaubt, wenn auf die Gesamtkapazität des Stadions abgestellt wird. Bei 20 Prozent der verfügbaren Sitzplätze wären sogar nur 2060 Zuschauer bei Heimspielen des OFC möglich.

Hintergrund

Seit dem bundesweiten Lock-Down wurde die Regelungshoheit zunächst an die Bundesländer und von dort an die Kommunen gegeben. Die Kommunen haben in den vergangenen Monaten abhängig von den Fallzahlen und der Inzidenz Maßnahmen entwickelt und angewendet, um die Infektionszahlen niedrig zu halten. Dies gilt auch für Offenbach: Der Verwaltungsstab setzt Maßnahmen in Kraft auf der Basis der Analyse der Fallzahlen – also woher jeweils neue Infektionen stammen. Zuletzt waren dies vor allem Kontaktpersonen von bereits positiv getesteten Menschen. Es gibt aber eine steigende Zahl von Menschen, bei denen die Quelle der Infektion unbekannt bleibt.

Das Land Hessen bereitet für den Bereich Sport neue Regeln für Zuschauer in Stadien vor. Diese gelten dann hessenweit. Dazu soll zum einen eine Festlegung der Stadien-Auslastung von bis zu 20 Prozent gehören. Gleichzeitig sollen Zuschauer über einer Inzidenz von 35 nicht erlaubt sein. Bisher sind in Hessen Veranstaltungen mit maximal 250 Teilnehmern ohne Genehmigung zulässig. Veranstaltungen mit mehr Teilnehmern benötigen ein Hygienekonzept und eine Gestattung durch die jeweilige Kommune.

17. September 2020