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Die Stadt Offenbach erweitert ihre Teststrategie im Kampf gegen Corona. Ab 7. Juni werden – zunächst für einen Zeitraum von sechs Wochen – neben Beschäftigten auch Kita-Kinder einmal wöchentlich auf das Corona-Virus getestet. So soll ein höchstmöglicher Infektionsschutz für Kinder und Beschäftigte in der Kita erreicht werden.

Zum Einsatz kommen sogenannte Lolli-Tests in Kombination mit einer PCR-Pool-Testung, die bereits in mehreren Städten Deutschlands erfolgreich eingesetzt werden. Dabei handelt es sich um eine einfache und „sanfte“ Art der Testung, die aufgrund der PCR (vom Englischen Polymerase Chain Reaction) sehr zuverlässig ist. Die Kosten für diese zusätzliche Testung werden anteilig vom Land Hessen und der Stadt Offenbach getragen. Die Tests werden von einem externen Anbieter durchgeführt und sind freiwillig.  

Gesundheitsdezernentin Sabine Groß: „Die Kleinsten hat es in der Corona-Pandemie besonders hart getroffen. Sie konnten die Kita wochen- und teilweise sogar monatelang nicht besuchen. Soziale Kontakte, auch außerhalb der Kitas, fielen größtenteils weg. Das Betreuungs- und Bildungsangebot in den Kitas ist für die Entwicklung der Kinder unserer Stadt überaus wichtig. Daher bin ich erleichtert, dass sie jetzt wieder im Regelbetrieb ihre Einrichtung besuchen können und dies soll nicht nur für kurze Zeit bestehen bleiben. Kinder sollen die Kita wieder langfristig besuchen und das mit mehr Sicherheit. Die Einrichtungen sind und bleiben ein Ort, an dem die Corona-Regeln nicht einzuhalten sind. Kinder können und sollen keinen Abstand von 1,5 m zueinander und zu ihren Erzieherinnen und Erziehern einhalten. Deshalb setzen wir auf Testungen der Kita-Kinder. Auch vor dem Hintergrund, dass Impfungen für Kinder im Alter von null bis sechs Jahren in absehbarer Zeit nicht möglich sind. Es ist daher wichtig, den Infektionsschutz über Tests zu erhöhen.“

Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke: „Leider haben sich Bund und Land weiterhin nicht zu einer flächendeckenden Testung von Kita-Kindern durchringen können. Dabei wäre dies insbesondere mit Blick auf die Zeit nach den Sommerferien besonders wichtig. Mit der jetzt immerhin erfolgten Zusage zur anteiligen Kostenübernahme des Landes Hessen bis zu den Sommerferien, die wir ausdrücklich begrüßen, hat der Verwaltungsstab in den vergangenen Wochen ein praktikables Modell erarbeitet, das eine wöchentliche Testung der Kita-Kinder möglich macht. Es handelt sich wegen der beschränkten Finanzierungszusage durch das Land leider nur um einen begrenzten Zeitraum von sechs Wochen. Aber natürlich nutzen wir diese Option, da sie zumindest in der jetzigen Übergangs-Phase der Pandemie mehr Sicherheit gibt. Wir hoffen, dass Bund und Land auch für die schwierige Zeit nach den Sommerferien eine Lösung finden werden. Wir stehen mit unserem Beitrag jedenfalls bereit.“

Getestet werden Kita-Kinder im Alter von null bis sechs Jahren. Die Möglichkeit der Testung besteht einmal in der Woche und ist freiwillig. Zur Durchführung der Testungen müssen Eltern eine Einverständniserklärung abgeben. „Der Vorteil liegt vor allem in der kindgerechten Probeentnahme, die in den Alltag der Kinder eingebunden und welche ohne Fachkenntnisse und großen Aufwand durchgeführt werden kann,“ so Sabine Groß. Für die Klärung vieler Details zur Umsetzung wurde in dieser Woche die von Kinder-, Jugend- und Gesundheitsdezernentin Groß regelmäßig durchgeführte Videokonferenz mit Offenbacher Kita-Leitungen genutzt. An dieser hat ebenfalls das Projektmanagement „Teststrategie und Testzentren“ der Stadt Offenbach teilgenommen und offene Fragen beantwortet.

Zum Ablauf der Lolli-Tests: Eine komplette Kita-Gruppe lutscht zu Beginn des Kita-Tages, zum Beispiel im Morgenkreis, für etwa 30 Sekunden an einen Tupfer – eben so, wie an einem Lolli. Anschließend stecken alle ihr Stäbchen in ein gemeinsames Pool-Röhrchen. Eine Kita-Gruppe entspricht einem Pool. Da die Lolli-Tests keine Schnelltests, sondern PCR-Tests sind, gehen die Röhrchen im Anschluss zur Auswertung in ein Labor. Mit dieser Methode lassen sich mögliche Corona-Infektionen zuverlässiger feststellen als mit einem Schnelltest. Der Befund wird der Kitaleitung und dem Gesundheitsamt übermittelt. Sollte ein Gruppentest positiv ausfallen, müssen alle Teilnehmer des Pools einen weiteren PCR-Test machen lassen – in diesem Fall einzeln. Die gesamte Gruppe des positiven Test-Pools muss sich in eine 14-tägige Quarantäne begeben – unabhängig davon, ob die Nachtestung im Einzelfall negativ ausfällt. Auch Kinder, die nicht an der Pool-Testung teilgenommen haben, aber der Gruppe mit dem positiven Ergebnis angehören, müssen sich als Kontaktpersonen in eine 14-tägige Isolation begeben. Die Ergebnisse der PCR-Reaktionen der einzelnen Proben werden der Kitaleitung sowie dem Gesundheitsamt mitgeteilt. Über alle weiteren Quarantäne- und Kontaktnachverfolgungsmaßnahmen informiert das Gesundheitsamt.

„Da die Testung im Labor stattfindet, wird im Fall eines positiven Testergebnisses in der Kita angerufen und informiert. Anders als bei den üblichen Schnelltests vor Ort bleibt die oft belastende Feststellung in der Gruppe für Kinder und Beschäftigte erspart,“ ergänzt die Gesundheitsdezernentin abschließend.

1. Juni 2021