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Ältere Frau erhält eine Impfung
© shutterstock.com

„Die Stadt Offenbach hat nach Ostern mit den Impfungen von Seniorinnen und Senioren zuhause begonnen“, teilte Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke heute mit. „Insgesamt haben sich mehr als 650 Offenbacherinnen und Offenbacher für die mobile Impfung beim Land Hessen registriert.“ Gesundheitsdezernentin Sabine Groß erläuterte: „Mehrere Impfteams, bestehend aus Ärzten und unterstützende Helferinnen und Helfer, sind in zwei Schichten sieben Tage die Woche von frühmorgens bis abends im Einsatz.“ Das Angebot richtet sich an alle immobilen Personen in der Altersgruppe über 80 Jahre, die sich beim Land Hessen für eine Impfung registriert haben, aber aufgrund von körperlichen Einschränkungen nicht in der Lage waren, das Impfzentrum in der Stadthalle aufzusuchen. Sie konnten bei der Registrierung angeben, dass sie sich zu einem späteren Zeitpunkt zuhause impfen lassen wollen.

Wie bereits öffentlich bekannt, waren die vom Land Hessen übermittelten Daten teilweise unvollständig. Sie wurden von der Unteren Katastrophenschutzbehörde (UKB) der Stadt ergänzt, sodass die Impfungen jetzt beginnen können. Wer noch keinen Termin erhalten hat, wird innerhalb der nächsten ein bis zwei Wochen von der UKB kontaktiert. Gespritzt wird derzeit das Serum von AstraZeneca, das von der Arzneimittelbehörde der Europäischen Union als hochwirksam und unbedenklich und auch von der Ständigen Impfkommission Deutschlands für alle Altersgruppen ab 60 Jahre als unbedenklich eingestuft und freigegeben wurde. Die Stadt geht davon aus, dass die mobilen Teams in den nächsten Tagen auch auf andere Impfstoffe zurückgreifen können. Die UKB organisiert die Impfungen im Impfzentrum und durch die mobilen Teams im Auftrag des Stadtgesundheitsamtes und wird dabei von den in Offenbach anwesenden Kräften der Bundeswehr im Rahmen der Pandemiebewältigung unterstützt.

Gesundheitsdezernentin Sabine Groß begrüßte den Start der mobilen Impfungen nach Ostern: „Mit dem Einsatz der mobilen Impfteams können wir nun auch diejenigen Menschen schützen, die aufgrund ihres Alters am stärksten durch das Virus gefährdet sind, aber bislang aus individuellen Gründen nicht in der Lage waren sich impfen zu lassen. Daher ist gerade die Impfung dieser Menschen sehr wichtig, denn die meisten Todesfälle haben wir in den vergangenen Monaten bei den älteren Menschen verzeichnen müssen. Jede weitere Impfdosis, die Offenbach erhält, kann dann für die weiteren stark gefährdeten Menschen mit Vorerkrankungen genutzt werden, um auch sie zu schützen. Die ebenfalls in dieser Woche begonnenen Impfungen in den Arztpraxen sind ein weiterer Schritt, um den Einfluss dieses gefährlichen Virus auf unsere Gesundheit und damit auf unser Leben einzudämmen.“

Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke betonte, dass auch die Offenbacher Kommunalpolitik unzufrieden ist mit der Impfgeschwindigkeit in Deutschland: „Unsere Aufgabe bleibt, alles was wir an Impfstoff bekommen zu verimpfen. Das machen wir. Und wir kommen jetzt auch zu denen nach Hause, die wir anders nicht schützen können. Gleichzeitig hoffen wir, dass es eine Flexibilisierung der Impfvorgaben gibt, sobald mehr Impfstoff vorhanden ist, um dann auch wirklich schnell und ohne viel Bürokratie impfen zu können.“ Gesundheitsdezernentin Groß ist sich mit dem Oberbürgermeister einig: „Nur die Impfung kann die Pandemie beenden.“

Bis alle geimpft sind, fordert OB Schwenke weiterhin von Bund und Land eine viel intensivere Nutzung von Tests, Masken und Apps. „Ob wir nochmal einen härteren Lockdown brauchen, müssen die Experten von RKI und aus anderen Disziplinen entscheiden. Jeder weiß, dass Bund und Land hier aktuell sehr schwere Abwägungen treffen müssen. Ohne Schutz geht es auch noch sehr lange nicht. Grundsätzlich brauchen wir aber mit zunehmender Zahl geimpfter Personen eine Perspektive unter der Überschrift „weniger Schließungen, mehr Tests“. Wir müssen weg vom Auf und Zu hin zur Nutzung tagesaktueller Schnelltestergebnisse, kombiniert mit Masken und Apps.“ Die Lasten der Pandemie müssten von der gesamten Gesellschaft solidarisch gemeinsam getragen werden, so Schwenke: „Lieber sollen Bund und Land für die Anschaffung von Tests Geld ausgeben und wir müssen hinterher alle gemeinsam die Schulden abtragen, als dass permanent vor allem die Kinder, aber auch die Gastronomie und die Innenstädte ohne jegliche Perspektive dastehen. So lange die Tests nicht für alle reichen, sollte bei den Kindern und den noch nicht geimpften Älteren priorisiert werden.“

9. April 2021