Sprungmarken
Suche
Suche

Reisende, die sich im Ausland aufhalten, müssen sich rechtzeitig vor der Rückkehr über die dann aktuellen Quarantäneregelungen am Heimatort informieren. Zudem gilt nach den Herbstferien in Offenbach eine zweiwöchige Maskenpflicht im Unterricht an allen weiterführenden Schulen.

An die Pflicht, dass jeder Reisende sich eigenständig über die aktuelle Rechtslage informieren muss, erinnert das Stadtgesundheitsamt angesichts der bevorstehenden Herbstferien. Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke bat alle Bürgerinnen und Bürger nach der jüngsten Sitzung des Verwaltungsstabs, sich an die gesetzlichen Vorgaben zu halten: „Mir ist bewusst, dass die Quarantäne ein harter Einschnitt in der eigenen Lebensgestaltung ist und immer auch für Unsicherheit im familiären Umfeld sorgt. Die vorsorgliche Quarantäne ist jedoch das bisher wirkungsvollste Mittel, um eine unkontrollierte Ausbreitung des Virus verhindern zu können. Wir möchten in Offenbach weiter wie bislang die Lage gut im Griff behalten.“

Gesundheitsdezernentin Sabine Groß machte deutlich, dass demnächst neue Quarantänebestimmungen bei der Rückkehr aus Risikogebieten gelten sollen. Wer künftig aus einem Risikogebiet nach der Liste des RKI (www.offenbach.de/risiko) zurückkehrt, muss sich umgehend für mindestens fünf Tage in häusliche Quarantäne begeben. Erst zwischen dem fünften und zehnten Tag der Quarantäne besteht die Möglichkeit, sich kostenlos auf Covid-19 testen zu lassen. Ist das Ergebnis negativ ist, kann das Gesundheitsamt die Quarantäne aufheben. Bei einem positiven Ergebnis wird das Stadtgesundheitsamt entscheiden, wie lange die Quarantäne verlängert werden muss. „Die Bundesregierung und die Bundesländer haben sich in dieser Woche darauf verständigt, dass diese neue Regelung ab Oktober gelten soll. Sie ist aber noch nicht rechtskräftig. Deswegen sollte jeder auch im Ausland die Nachrichten aus Deutschland verfolgen, damit er weiß, wie er sich bei der Rückkehr richtig verhält. Wer ganz sicher gehen will, was in Offenbach gilt, sollte sich auf den städtischen Internetseiten www.offenbach.de/reiseinfo informieren“, sagte Groß.

Bis die neuen Regelungen in Kraft treten, gelten die bisherigen Bestimmungen weiter. Demnach müssen sich Rückkehrer aus Risikogebieten umgehend nach der Ankunft beim Stadtgesundheitsamt melden und in eine 14-tägige häusliche Quarantäne begeben. Sie können sich jedoch innerhalb von 72 Stunden nach der Rückkehr kostenlos testen lassen – bei einem negativen Ergebnis beendet das Stadtgesundheitsamt die Quarantäne vorzeitig. Wer keine Symptome hat und aus Gebieten zurückkehrt, die kein Risikogebiet sind, muss die Kosten für einen Test selbst tragen. In der Hauptreisezeit im Sommer waren Tests auf Verdacht für alle Urlauber kostenlos. Diese kostenlosen Tests ohne Anlass (Symptome oder Rückkehr aus einem Risikogebiet) werden seit 15. September nicht mehr angeboten.

Für Reisen innerhalb Deutschlands gelten die von den Bundesländern erlassenen Regeln. Reisende aus Orten mit einer Inzidenz von über 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner müssen mit Maßnahmen wie Beherbergungsverbot, Einreiseverbot oder auch Quarantäne rechnen. Deshalb muss hier vor Reiseantritt die Internetseite der jeweiligen Landesregierung konsultiert werden. Für Hessen ist das www.hessen.de – die Verordnungen stehen in der rechten Spalte.

Informationen über die Ranzenpost

Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß kündigte an, dass die Schulen Eltern und Schulkinder nach den Herbstferien wieder gezielt ansprechen und über die dann gültigen Quarantäneregelungen informieren werden. Bereits vor Ferienbeginn hat das Amt für Öffentlichkeitsarbeit wieder mehrsprachige Merkzettel an die Schulen verteilt, die über die Bestimmungen bei Auslandsreisen informieren und dazu aufrufen, möglichst nicht in Risikogebiete zu reisen. „Wir informieren alle Schulen und Kitas fortlaufend über die aktuelle Lage, über die gültigen rechtlichen Auflagen des Landes Hessen und der Stadt Offenbach. Das machen wir wann immer möglich auch in mehreren Sprachen, damit alle wichtigen Informationen die Eltern erreichen.“

Der Verwaltungsstab der Stadt hat außerdem entschieden, dass nach den Ferien eine siebentägige Maskenpflicht im Unterricht an allen weiterführenden Schulen (ab Klasse 5) gilt. Sollte Offenbach nach den Ferien bei einer Inzidenz über 50 liegen, werde die Maskenpflicht kurzfristig auch an den Grundschulen verordnet. Nach den Sommerferien hatte die Stadt noch eine 14-tägige Maskenpflicht im Unterricht auferlegt. Diesen langen Zeitraum hält der Verwaltungsstab inzwischen aber nicht mehr für notwendig: „Wir lernen in dieser langanhaltenden Pandemie stetig dazu. Und inzwischen mehren sich die Studien, die sagen, dass positiv getestete Kinder das Virus offenbar nicht weiterverbreiten“, sagte die stellvertretende Leiterin des Stadtgesundheitsamtes, Dr. Christiane Faust. Ihren Angaben zufolge wurden bislang 2500 Schülerinnen und Schüler aus Offenbach getestet, weil in ihrer Schulklasse und/oder Kita-Gruppe ein positiver Fall aufgetreten war. Dabei wurden keine weiteren positiven Testergebnisse gefunden, die sich auf eine Infektion in der Schule zurückführen ließen. In einem einzigen Fall wurde eine Person positiv getestet, diese hatte sich aber im familiären Umfeld angesteckt.

Vor diesem Hintergrund hat der Verwaltungsstab einen kürzeren Zeitraum zum Tragen einer Maske im Unterricht beschlossen. Schuldezernent Weiß: „Noch fehlt uns die absolute Gewissheit über das Infektionsgeschehen bei Kindern und wir stehen in der Verantwortung, Gemeinschaftseinrichtungen besonders vor Infektionen zu schützen. Zudem bereitet vielen Eltern die mögliche Ansteckungsgefahr große Sorge, deshalb wollen wir mit der Maskenpflicht auf Nummer Sicher gehen und einen Beitrag zur Beruhigung leisten.“ Dass einige wenige Eltern vehement die Maskenpflicht im Unterricht ablehnen, hält er für unverantwortlich: „Die Maskenpflicht legen wir als Stadt nur für die unmittelbare Inkubationszeit nach den Ferien auf, also für einen kurzen Zeitraum. Auch wenn ich ein großer Befürworter der autonomen Schule bin: Anordnungen der Stadt zum Zwecke des Infektionsschutzes an den Schulen lassen in diesem Fall ausnahmsweise keinen Raum für Diskussionen und Abstimmungen in Schulgremien.“

1. Oktober 2020