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Eiscafe schlürfen mit Maske
Mehr Menschen bspw. das gemeinsame Shake trinken in der Sonne ermöglichen - Anträge der Gastronomen auf mehr Außenflächen werden wohlwollend geprüft © Cottonbro/ Pexels.com
Seit vergangenem Freitag dürfen Restaurants in Hessen wieder unter Auflagen öffnen. Pro fünf Quadratmeter Fläche darf jedoch nur ein Gast bewirtet werden. Mit dieser Regelung will die Landesregierung sicherstellen, dass der Mindestabstand zwischen Gästen und Personal eingehalten wird. Weil die Betriebe deshalb deutlich weniger Gäste als zu normalen Zeiten empfangen können, wünschen sie sich mehr Fläche für eine Bewirtung im Außenbereich. Noch am Freitag hat die Stadt Offenbach beschlossen, Anträge auf zusätzliche Flächen wohlwollend zu prüfen: „Dort wo es die örtlichen Begebenheiten erlauben, werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ordnungsamtes Lösungen mit den Gastronomen erarbeiten“, kündigte Bürgermeister und Ordnungsdezernent Peter Freier an. „Jeder Betrieb kann einen Antrag beim Ordnungsamt stellen, wir haben im Verwaltungsstab vereinbart, alle Anträge wohlwollend zu bearbeiten.“

Freier dämpfte jedoch allzu große Erwartungen: „Anders als beispielsweise beim Wilhelmsplatz sind die verfügbaren Außenflächen im Stadtgebiet sehr begrenzt. Das war schon vor Corona-Zeiten der Fall. Wir müssen deshalb für jede Gaststätte einzeln prüfen, was vor Ort möglich ist. Dabei müssen wir stets auch die Interessen Dritter berücksichtigen: Auf Gehwegen dürfen Rollstuhlfahrer oder Eltern mit Kinderwagen nicht behindert werden, Feuerwehrzufahrten müssen zu jeder Zeit frei bleiben und auch der Verkehr für Radfahrer, Busse und Autos darf nicht beeinträchtigt werden.“ Damit Anträge Aussicht auf eine Umsetzung haben, empfiehlt Freier den Gastronomen, bereits im Vorfeld selbst zu prüfen, ob der öffentliche Raum ausreicht für mehr Tische oder größere Abstände.

Dass die neuen Regelungen am Wilhelmsplatz Begehrlichkeiten auch andernorts wecken, stößt bei den Verantwortlichen der Stadt auf Verständnis. Freier erläuterte jedoch noch einmal den Hintergrund dort: „Mit der angekündigten Öffnung der Außengastronomie hat sich auf dem Wilhelmsplatz schon sehr früh ein Konflikt abgezeichnet, den wir auflösen mussten: Dreimal in der Woche findet dort der Wochenmarkt statt, der aufgrund der Abstandsregelungen ebenfalls dauerhaft mehr Fläche benötigt. Dort stehen jetzt Stände auf Flächen, die vor Corona von der Gastronomie genutzt werden konnten. Ohne ein neues Nutzungskonzept wären die Gastronomen hier in doppelter Hinsicht Verlierer gewesen: Sie hätten auf Fläche wegen der Corona-Auflagen verzichten müssen und sie hätten zugunsten des Marktes auf Flächen verzichten müssen, auf die sie schon vor Corona Anspruch hatten.“

Letztlich habe die Größe des Wilhelmsplatzes einen Ausgleich aller Interessen ermöglicht, so Freier weiter. „So konnte zugunsten der Gastronomie beispielsweise auf einige Pkw-Stellplätze verzichtet werden, da der große Parkplatz auf dem Wilhelmsplatz weiterhin zur Verfügung steht.“ Die Gastronomen dürfen den Parkstreifen an der westlichen Seitenstraße jetzt während der Marktzeiten für eine Außenbewirtung nutzen. Außerhalb der Marktzeiten können sie auf den Platz selbst ausweichen. „Dieser Platz fehlt an vielen anderen Stellen in der Stadt. Aber die Stadt wird alle Gastronomiebetriebe gleichberechtigt behandeln: Überall dort, wo es der öffentliche Raum hergibt, werden wir den Gastronomen mehr Platz zur Verfügung stellen.“ Anträge müssen an das Ordnungsamt (ordnungsamtoffenbachde) gestellt werden.

Offenbach am Main, 17. Mai 2020