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Rumpenheim
Die Skulptur vor der Rumpenheimer Schlosskirche geht mit der Zeit © Stadt Offenbach

„Wie weit die Impfungen in Hessen voranschreiten, ist für viele Menschen und auch für die Politik eine wichtige und berechtigte Frage“, so Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke. Schon heute kann auf den Internetseiten des Hessischen Sozialministeriums (www.corona-impfung.hessen.de) nachgelesen werden, wie viele Hessinnen und Hessen zum ersten oder bereits zweiten Mal geimpft wurden. In Kürze will das Land neben der Impfquote in der Bevölkerung auch die Impfquoten aller 28 hessischen Impfzentren veröffentlichen. Die Impfquote der Impfzentren setzt die gelieferten Impfdosen in Relation zu den tatsächlich erfolgten Impfungen. Die Impfstoffe werden nicht täglich und an unterschiedlichen Wochentagen geliefert, daher schwankt die Impfquote stark. Konkret heißt das für Offenbach: Nach Angaben der Unteren Katastrophenschutzbehörde (UKB) lag die Impfquote in Offenbach beispielsweise zum Stichtag 9. April bei 85,39 Prozent, am 5. April aber bei 90,49 Prozent. Die verbleibenden Prozente beziehen sich jeweils auf Impfdosen, die noch nicht verbraucht werden konnten, weil sie für die vereinbarten Termine am Folgetag oder an den Folgetagen reserviert sind.

Insgesamt steht die Stadt Offenbach hier gut da, aber wie Gesundheitsdezernentin Sabine Groß erläutert, variiert die Quote von Tag zu Tag und auch im Tagesverlauf selbst stark: „Die Aussagekraft der Impfquote ist begrenzt, denn es handelt sich immer nur um eine Momentaufnahme. Das liegt im Wesentlichen an zwei Gründen: Erstens bekommen wir nicht jeden Tag Impfstoff geliefert, sondern nur in größeren Margen alle paar Tage, und zweitens müssen deshalb die Impfdosen auf alle Folgetage verteilt werden, damit sie dann für die jeweils angemeldeten Personen zur Impfung bereitstehen.“ Am Tag der Lieferung neuer Impfdosen fällt die Impfquote deshalb naturgemäß niedriger aus als an den Folgetagen, wenn die Impfstoffe für alle reservierten Termine verbraucht wurden. Hinzu kommt, dass im sehr niedrigen einstelligen Prozentbereich Impfdosen aufgrund von Produktionsmängeln im Zuge der Qualitätskontrolle im Impfzentrum entsorgt werden müssen. Aus diesem Zusammenhang ergibt sich, dass die Impfquote beispielsweise am Tag vor der nächsten Lieferung neuer Impfstoffdosen deutlich höher ist als am Tag der Lieferung, wenn die Kühlschränke wieder gefüllt sind. „Wenn die Impfquote also niedriger oder besser als zuvor ausfällt, bedeutet das deshalb nicht, dass im Impfzentrum weniger gut oder besser gearbeitet wird. Viel entscheidender ist, ob alle Impftermine wahrgenommen werden oder nicht.“

Oberbürgermeister Schwenke: „Aufgrund der Vorgaben des Landes müssen wir eine relativ hohe Personalvorhaltung im Impfzentrum betreiben. Die sehr engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen schon die ganze Zeit alles daran, jeden gelieferten Impfstoff auch tatsächlich zu verimpfen. Eine Hilfe für schnelle Impfungen vor Ort wäre, perspektivisch die starren Vorgaben über die Impfberechtigungen zu lockern. Bisher allerdings, das will ich ausdrücklich betonen, haben diese Vorgaben ihre Berechtigung: Es muss mit aller Kraft erzwungen werden, dass die am meisten gefährdeten Menschen zuerst geimpft werden."

Offenbach am Main, 12. April 2021