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Abendstimmung im Freibad Rosenhöhe
© Stadt Offenbach
Am vergangenen Mittwoch teilte die Landesregierung mit, dass das Vereinsschwimmen in hessischen Frei- und Hallenbädern ab 1. Juni wieder grundsätzlich erlaubt sein soll. Nicht überall jedoch werden die Bäder schon so schnell wieder öffnen können. Einige hessische Kommunen haben sogar angekündigt, ihre Schwimmbäder aus Kostengründen über den gesamten Sommer geschlossen zu halten. In Offenbach soll das Waldschwimmbad wieder öffnen – allerdings noch nicht zum 1. Juni. Wie Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke am Wochenende mitteilte, ist in Abstimmung mit dem EOSC die Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs für alle aktiv trainierenden Vereinsmitglieder gemäß Landesverordnung zum 22. Juni geplant.

„Wir waren schon früh mit dem EOSC in Kontakt, um zu prüfen, unter welchen Bedingungen das Bad wieder geöffnet werden kann“, so OB Schwenke. Der EOSC betreibt das Schwimmbad im Auftrag der Stadt auch mit einem wesentlichen Anteil ehrenamtlichen Engagement seiner Vereinsmitglieder. „Meine Magistratskollegen und ich verstehen den Wunsch vieler Vereinsmitglieder, sehr bald wieder Schwimmen zu können. Auch wissen wir, dass in einem heißen Sommer viele Bürgerinnen und Bürger hoffen, dass das Bad öffnen wird. Seitens der Stadt wollen wir deshalb die Wiederaufnahme des Schwimmbetriebs auf der Rosenhöhe ermöglichen. Zwar sind viele Überlegungen schon fertig, aber anders als bei rein hauptberuflichen Bäderbetrieben wie in anderen Städten konnten hier unmöglich alle denkbaren Szenarien durchgespielt werden. Daher hatten wir vereinbart, die endgültigen Vorgaben aus Hessen abzuwarten. Für die jetzt anstehende Finalisierung und Umsetzung eines Konzepts, das nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Praxis Hygiene und Zutrittsbeschränkungen sicherstellt, benötigt der Verein daher verständlicherweise noch etwas Vorlaufzeit“, erläuterte Schwenke.

Über alle Fragen rund um das Schwimmbad hat der Verwaltungsstab am Mittwoch und am Freitagnachmittag ausführlich beraten. „Wir haben uns viel Zeit genommen, um mit maßgeblichen Vertretern des EOSC, darunter dem Vorsitzenden Matthias Wörner, mögliche Szenarien für eine Öffnung zu besprechen“, so Bürgermeister Peter Freier. „Dazu zählen beispielsweise die Fragen, ob die noch stehende Traglufthalle für den Rest der Saison abgebaut werden soll, wie viele Schwimmer zeitgleich die Becken nutzen können oder welche organisatorischen Maßnahmen getroffen werden müssen, um Mindestabstände auf dem Gelände gewährleisten und WC-Anlagen öffnen zu können. Eine zentrale Frage ist dabei immer auch, welche zusätzlichen Betriebskosten für Verein und Stadt entstehen, während gleichzeitig mit deutlich weniger Einnahmen zu rechnen ist.“ Freier erinnerte daran, dass der Schwimmbadbetrieb schon vor Corona jährlich mit mehr als 900.000 Euro von der Stadt bezuschusst werden musste.

Geplant ist nun vorerst eine Öffnung des 25- und des 50-Meter-Beckens ab 22. Juni. Schwimmen dürfen dann gemäß der Landesverordnung zunächst nur alle aktiv im Training befindlichen Vereinsmitglieder. „Sollte das Land Hessen bis dahin auch die allgemeine Freigabe der Bäder für die Öffentlichkeit entschieden haben, wollen wir zum 29. Juni auch alle anderen Mitglieder sowie Nicht-Mitglieder wieder in die Becken lassen“, kündigte Stadtrat Paul-Gerhard Weiß an. Und weiter: „Das Schwimmbad soll für alle Offenbacherinnen und Offenbacher da sein. Eine Woche Probebetrieb nur mit trainierenden Vereinsmitgliedern soll nach der Entscheidung des Verwaltungsstabes auf jeden Fall vorgeschaltet werden, damit sich die neuen Abläufe einspielen können.“ Vorerst gesperrt bleibt auch in diesem Fall die Liegewiese. Wenn wieder öffentliche Badegäste kommen dürfen, müsste der Zutritt über eine vorherige Anmeldung gesteuert werden. „Gemäß den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen darf sich nur eine begrenzte Anzahl an Badegästen zeitgleich im Wasser aufhalten. Deshalb werden wir insgesamt den Zugang auf das Gelände begrenzen müssen.“ Es wird also für niemanden die Möglichkeit geben, vor Ort an der Kasse eine Karte zu kaufen. Details zum Ticketkauf werden bekannt gegeben, sobald sie final feststehen.

Noch nicht entschieden ist, ob die Traglufthalle über dem 50-Meter-Becken abgebaut wird: „Hallenbäder sind zur Öffnung erlaubt. Wenn die Halle stehen bleibt, spart das rund 30.000 Euro für Umbauarbeiten. Ob sie stehen bleiben kann hängt davon ab, ob das Frischluftgebläse der Halle das potenzielle Infektionsrisiko nicht erhöht“, sagte Gesundheitsdezernentin Sabine Groß. „Sollte der Ab- und nur zehn Wochen später wieder nötige Aufbau nicht erforderlich sein, lassen wir die Halle stehen. Maßgeblich ist am Ende aber die Prüfung und Bewertung durch das Stadtgesundheitsamt. Wir rechnen in den nächsten Tagen mit einer Entscheidung“, so Groß. Sollte es zu einem Abbau kommen, benötigt der Verein hierfür zwei bis drei Wochen Zeit.

Die Eintrittspreise sollen für dieses Kalenderjahr unverändert bleiben. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Preise künftig erhöht werden müssen, wenn die Corona-Auflagen perspektivisch auch 2021 oder noch länger bestehen bleiben sollten und damit die Betriebskosten weiter steigen würden. Sicher ist: Einen Schwimmbadbetrieb wie in normalen Zeiten kann es auf der Rosenhöhe bis auf weiteres nicht geben.

Offenbach am Main, 24. Mai 2020