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Die Antwort ist einfach: Die Mitarbeiter kümmern sich um Prävention und Prophylaxe. Krankmachende Keime, Bakterien und Viren kennen schließlich keine Pause.

Exemplarisch für die Arbeit seines Amtes informiert dessen Leiter Dr. Bernhard Bornhofen jedes Jahr bei der Vorstellung des Jahresberichts über die Ergebnisse der Trinkwasseruntersuchung in Schulen, Kitas, Altenheimen und Kliniken der Stadt Offenbach sowie des Jahresberichts für meldepflichtige Krankheiten.

Wasser muss fließen

Dabei wurden Trinkwasserproben mikrobiologisch und chemisch beispielsweise auf Legionellen, Coli-Bakterien und Blei untersucht. „Legionellen sind im Wasser lebende Bakterien, die im warmen Wasser ideale Bedingungen für Wachstum und Vermehrung finden“, erklärt Bornhofen. Neben der Legionellen-Lungenentzündung verursachen sie Pontiac-Fieber, eine grippeähnliche Erkrankung. Nicht zu unterschätzen sind auch Escherichia coli und coliforme Keime, sie gelten als Indikatorkeime für Verunreinigungen. „Wasser muss fließen“, daher empfiehlt Bornhofen, zu Hause das Wasser nach dem Urlaub oder auch am Morgen unbedingt eine Weile laufen zu lassen, damit Ablagerungen und eben auch Keime weggespült werden können. Mit dem abgelaufenen, in einem Eimer gesammelten Wasser können Pflanzen auf dem Balkon, im Garten oder vor der Tür gegossen werden.

Meldepflichtige Krankheiten

Magen-Darm-Infektionen, Infektionen der Leber (Hepatitis), Tuberkulose, Influenza sowie eine Reihe weitere Infektionen, aber auch impfpräventable Krankheiten, meint jene Erreger, die sich mit einer Impfungen normalerweise vermeiden lassen, gehören zu den meldepflichtigen Krankheiten. Das heißt, sobald ein Patient eine solche Diagnose erhält, muss der Arzt oder sein Labor diese dem Gesundheitsamt melden. In der Regel lassen sich die meisten Krankheiten noch immer gut behandeln, allerdings bedarf es meist eine Isolierung des Patienten sowie eiserner Medikamentendisziplin. So ist beispielweise die Tuberkulose mit Antibiotika meist noch gut heilbar, allerdings müssen über den Zeitraum von sechs Monaten drei bis vier unterschiedliche Medikamente genommen werden, um Resistenzen vorzubeugen. Bricht der Patient die Behandlung zu früh ab, besteht die Gefahr weiterer Ansteckungen sowie der Unwirksamkeit von Medikamenten. So drohen insbesondere Antibiotika, einstmals schärfstes Schwert der Mediziner, stumpf zu werden. Deshalb werden Tuberkulose-Patienten von den Mitarbeitern des Gesundheitsamtes engmaschig betreut, vor allem dann, wenn sie in prekären Verhältnissen leben. Manchmal müssten nur Sprachprobleme überbrückt werden und den Menschen eindringlich Disziplin verordnet werden, so Bornhofen.

Magen-Darm-Infektionen sind immer wieder die häufigsten gemeldeten Erreger, darunter an erster Stelle die Noroviren, die vor allem in Gemeinschaftseinrichtungen wie Seniorenheimen und Kitas auftreten.

Lästig sind Kopfläuse und Krätzemilben, die saisonal in Gemeinschaftseinrichtungen, vorzugsweise Kindergärten und Schulen auftreten. Da bei Läusen und Krätze eine Meldepflicht der Ärzte an das Stadtgesundheitsamt nicht besteht, sieht das Gesundheitsamt nur die von den Gemeinschaftseinrichtungen gemeldeten Fälle. Mit mangelnder Hygiene haben beide Erkrankungen nichts zu tun, sondern eher mit körperlicher Nähe oder eben dem Zusammenstecken der Köpfe. Allerdings erfordert auch hier die Therapie wieder Umsicht und Disziplin. Denn, wenn nur eine Familie die Kopfläuse ignoriert oder nur halbherzig den Empfehlungen folgt, können die Läuse weitere Köpfe erobern. Gelegentlich wird befürchtet das Läuse oder Krätze gegen die gängigen Mittel bereits resistent seien. Das konnte bisher nicht bestätigt werden. Oft sind es Anwendungsfehler oder vergessene Mitbewohner, die ein Wiederaufflammen der Erkrankungen befördern. Beim Gesundheitsamt steht umfangreiches Informationsmaterial in verschiedenen Sprachen zur Verfügung.

Offenbach am Main, 18.07.2019