Sprungmarken
Suche
Suche

Zähne putzen
© collusor/pixabay.com
–Die aufsuchende Gruppenprophylaxe ist eine wichtige und unverzichtbare Ergänzung zum individuellen Angebot der niedergelassenen Zahnärztinnen und Zahnärzte. In Offenbach sind zwei Teams des Stadtgesundheitsamts regelmäßig in Kitas und Schulen unterwegs, um eventuelle Zahnschäden und Fehlstellungen frühzeitig zu erkennen. Insgesamt 5.743 Kindern und Jugendlichen wurde während des Schuljahres 2017/18 in den Mund geschaut.

Dabei waren rund Zweidrittel (67,6 Prozent) der insgesamt 386 untersuchten Vierjährigen kariesfrei, der Anteil von Kindern mit hohem Kariesrisiko lag bei 15,8 Prozent. Bei den insgesamt 1067 untersuchten Sechs- bis Siebenjährigen betrug der Anteil der Kinder mit kariesfreien Zähne nur noch 43,96 Prozent, durchschnittlich 2,39 Milchzähne waren in dieser Altersgruppe bereits von Karies betroffen.

Die Ergebnisse der Früherkennungsuntersuchung werden den Erziehungsberechtigten zwar schriftlich mitgeteilt, führen aber in nicht allen Fällen zwingend auf den Behandlungsstuhl. Leidtragend sind die Kinder, die jedoch, so scheint es, mit zunehmen dem Alter deutlich mehr Eigenverantwortung für die Gesundheit ihrer Zähne übernehmen. Denn während bei manchen Vierjährigen die Milchzähne bereits angegriffen sind und sich dieser Eindruck auch bei den Sechs- bis Siebenjährigen fortsetzt, lassen die untersuchten 708 Zwölfjährigen hoffen, bei denen die bleibenden Zähne deutlich seltener erkrankt, als zu vermuten gewesen wäre. Das Gesamtpaket der prophylaktischen Angebote und Maßnahmen greift bei ihnen deutlich besser als in den Milchgebissen. Durchschnittlich ein halber bleibender Zahn ist in dieser Altersgruppe kariös oder bereits wegen Karies behandelt „Klingt erstmal nicht tragisch, wäre aber auch noch weitestgehend vermeidbar“, erklärt Dr. Andreas Prenosil, Leiter der Sachgebietsabteilung Zahnmedizin beim Gesundheitsamt der Stadt Offenbach. Er weiß natürlich von der vielfach herrschenden Angst vor dem Zahnarzt, die bei entsprechender Pflege und Ernährung gar nicht nötig wäre.

Daher hat das Sachgebiet für Kinder und Jugendliche mit hohem Kariesrisiko, die bei Gruppenprophylaxemaßnahmen immer wieder durch unsanierte Gebisse auffallen, ein Mahnverfahren etabliert und in den letzten Jahren intensiviert, das die Erziehungsberechtigten deutlich mehr mit in die Verantwortung nimmt. Dabei geht es in erster Linie um Beratung und Aufklärung. Wenn jedoch alle Angebote ignoriert werden, kann zum Wohle der Heranwachsenden das Jugendamt aktiv werden. „Kranke Zähne verursachen Schmerzen und können krank machen, deshalb ist Prophylaxe und Schutz von Anfang an so wichtig.“ Und zahlt sich aus bis ins hohe Alter: So ist völlige Zahnlosigkeit bei älteren Menschen und Pflegebedürftigen inzwischen schon längst nicht mehr die Regel. 

Offenbach am Main, 3. September 2018