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Frau hinter dem Blatt einer Monstera-Pflanze
© Toni Ferreira Ph/ Pexels.com

Seit 2018 haben psychisch Kranke und Angehörige mit der unabhängigen Beschwerdestelle eine Anlaufstelle in Offenbach. Die Beschwerdestelle ist beauftragt vom Stadtgesundheitsamt, arbeitet unabhängig und ehrenamtlich. Interessant ist ihre trialogische Besetzung: es beraten ein Betroffener (Jens Lipponer), eine Angehörige (Edith Mayer) und eine Ärztin (Elisabeth Raupach) normalerweise im Abstand von 6 bis 8 Wochen, in Zeiten der Corona-Pandemie telefonisch und per E-Mail.

Thematisch ging es in der Vergangenheit beispielsweise um das Entlass-Management und um mehr Transparenz, aber auch um ganz konkrete alltägliche Angelegenheiten wie einen funktionstüchtigen Wäschetrockner oder eine Beratung zu geeigneten Wohnformen. Edith Mayer, Elisabeth Raupach und Jens Lipponer nehmen Beschwerden psychisch Kranker auf, kümmern sich jedoch auch um Fragen und Nöte von Angehörigen. Denn oft finden überforderte Familienangehörige nicht die passenden Unterstützungsangebote, hier hilft die Beschwerdestelle mit einem offenen Ohr und Kontakten zu anderen Institutionen wie der Stiftung Lebensräume Offenbach und der Fachabteilung Psychosoziale Gesundheit des Stadtgesundheitsamtes Offenbach. Weil das Angebot vielen Offenbacherinnen und Offenbachern gar nicht bekannt ist, gibt es neu einen Flyer, der auch in Englisch, Französisch, Russisch und Türkisch vorliegt.

„Alles auf Abstand, bloß keinem zu nahekommen. Die Corona-Krise hat unser Leben auf den Kopf gestellt, das ist vor allem für jene Menschen eine Herausforderung, die ohnehin sensibler auf ihre Umwelt reagieren als andere“, weiß Sozialdezernentin Sabine Groß. „Deshalb ist es gut, dass es diese Anlaufstelle gibt. Die Zusammensetzung aus Betroffenem, Angehöriger und Ärztin begrüße ich ausdrücklich, weil so verschiedene Blickwinkel und Kenntnisse eingebracht werden. Ich danke den Ehrenamtlichen an dieser Stelle für Ihr Engagement.“

Die Flyer können per Mail über das Dezernat III angefordert werden: DezernatIIIoffenbachde

Offenbach am Main, 9. Februar 2021