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Die Afrikanische Schweinepest bereitet sich in Europa unter Wild- und Hausschweinen aus. Die Krankheit ist für den Menschen und für Haustiere ungefährlich. Auch der Verzehr von Schweinefleisch ist unbedenklich. Die Ausbreitung der schweren Virusinfektion gefährdet aber die fleischverarbeitende Industrie, da zunehmend Länder den Export von Schweineprodukten aus Deutschland und anderen EU-Ländern verbieten. Wie das Offenbacher Veterinäramt mitteilt, ist davon auszugehen, dass die Schweinepest wie andere Viren in der sonnenlichtarmen Herbst- und Winterzeit gute Bedingungen für eine weitere Ausbreitung findet. Inzwischen hat das Virus von Osteuropa kommend die deutsche Grenze bis zu einer Linie Rostock-Cottbus überschritten.

„Die Schweinepest ist noch hunderte Kilometer entfernt, aber die bisherige Verbreitung erfolgte oft nicht durch die Tiere selbst, sondern überbrückte oft in Form von Salamis oder anderen Wurst- und Fleischwaren im Gepäck von Reisenden große Strecken. Deswegen ist es mir wichtig frühzeitig aufzuklären was aktuell zu beachten ist“, führt Veterinärdezernentin Sabine Groß aus. Die Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest wurde in der Vergangenheit häufig durch mit dem Virus kontaminierte Wurstwaren in Zusammenhang gebracht, hierbei insbesondere luftgetrocknete (auch gepökelte) Wurst. Wild- und Hausschweine können sich mit dem Virus anstecken, wenn sie virusbelastete Wurstwaren fressen. Für den Menschen ist der Verzehr dieser Waren dagegen unbedenklich. Das Virus kann sich außerdem über Oberflächen, zum Beispiel auf Fahrzeugen, leicht verbreiten. In Aufzucht- oder Mastbetrieben kommt es hingegen nur selten zu Infektionen, da dort in der Regel hohe Hygienevorschriften eingehalten werden.

„In Offenbach gibt es zwar keine Schweinezuchtbetriebe, aber Wildschweine, die als Überträger des Virus in Frage kommen und nach einer Ansteckung verenden“, so Groß. Das Veterinäramt bittet deshalb die Bevölkerung, bei der Bekämpfung zu unterstützen: „Bitte werfen Sie keine Lebensmittelreste, insbesondere Wurstwaren, in die Natur“, so Amtsleiterin Monika Grimm.

Durch gute Futterbedingungen, die auch klimatisch bedingt sind, vermehrt sich in der Rhein-Main-Region und in ganz Deutschland die freilaufende Schwarzwildpopulation seit einigen Jahren deutlich. Um für den Fall eines Ausbruches gerüstet zu sein, hat die Stadt Offenbach in Zusammenarbeit von Veterinäramt und der Unteren Jagdbehörde ein Maßnahmenplan erarbeitet. Alle Jagdausübungsberechtigen der Stadt werden kontaktiert und um vermehrte Bejagung und Beprobung des Schwarzwildes gebeten. Zudem soll eine zentrale Sammelstelle für gefundene Kadaver im Falle eines Ausbruches vorbereitet werden. Wer ein totes Wildschwein findet möge sich an das Veterinäramt (veterinaeramtoffenbachde) wenden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich dann um eine schnelle Beseitigung des Kadavers.

14. Oktober 2020