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Luftbild vom Main und der Offenbacher Innenstadt
© Axel Häsler
Corona hat viele Einschnitte im Privat- und Berufsleben zur Folge, die Pandemie blieb bislang aber ohne größere Auswirkungen auf den Immobilienmarkt. In Offenbach wurde im vergangenen Jahr weiterhin kräftig gebaut und gekauft. Das zeigt der Immobilienmarktbericht 2021, mit dem der unabhängige Gutachterausschuss für Immobilienwerte in Offenbach einen umfassenden Überblick zum Immobilienmarkt im Jahr 2020 gibt.

"Der Bericht steht in einer Kontinuität“, bringt es Baudezernent Paul-Gerhard Weiß auf den Punkt. Gemeint ist: „Die Immobilienpreise steigen schon seit einigen Jahren und dieser Trend setzt sich fort.“ Das ist für viele Menschen durchaus problematisch, die etwas erwerben wollen, räumt Weiß ein. „Es zeigt aber auch, dass es eine hohe Nachfrage gibt und Offenbach eine attraktive Stadt zum Wohnen und Arbeiten ist."

Spitzenwert beim Flächenumsatz erreicht

Die Vorsitzende des Offenbacher Gutachterausschusses für Immobilienwerte, Cornelia Jockisch, spricht von einem weiterhin hohen Umsatz im Markt. Zwar seien die Kaufverträge im Vergleich zu 2019 um zwölf Prozent auf 1.068 gesunken. Aber die Zahlen seien nach wie vor auf einem hohen Niveau. „Das ist lediglich ein Schritt in die Normalität nach den Spitzenwerten der Vorjahre“, resümiert sie. Der Rückgang gehe vor allem auf den Bereich Wohnungs- und Teileigentum zurück. Die Kaufverträge in diesem Bereich sind 2020 gegenüber dem Vorjahr um drei Prozentpunkte auf 64 Prozent gesunken. Der Verkauf von bebauten Grundstücken lag bei 27 Prozent und von unbebauten Grundstücken bei neun Prozent.

Der Flächenumsatz erreichte mit 78,2 Hektar einen Spitzenwert und steigerte sich um 98 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Hintergrund ist der Verkauf eines großen Grundstücks. Der Geldumsatz lag 2020 bei 759,3 Millionen Euro und damit lediglich vier Prozent niedriger als im Spitzenjahr 2019 (790,1 Millionen). Die Käufer erwarben vor allem Eigentumswohnungen, gefolgt von bebauten Grundstücken.

Wie in den Vorjahren machten die Offenbacher mit 46 Prozent (2019: 40 Prozent) einen Großteil der Käufer aus. Sie erwarben 61 Prozent der Ein- und Zweifamilienhäuser (2019: 54 Prozent), 39 Prozent der Neubaueigentumswohnungen (2019: 34 Prozent), 49 Prozent der wiederverkauften Eigentumswohnungen (2019: 43 Prozent) und kauften in 75 Prozent der Fälle bei Erbbaurechten (2019: 43 Prozent). Begehrte Lagen waren vor allem die Stadtteile Bieber, gefolgt vom Zentrum und Bürgel. Gerade in Bieber gab es aufgrund des Neubaugebiets „Bieber-Nord“ besonders viele Käufe.

Weiterhin hohe Immobilienpreise

Wer in Offenbach Eigentum erwerben möchte, muss tief in die Tasche greifen. „Das Rhein-Main-Gebiet und damit auch Offenbach gehört zu den teuersten Gegenden Hessens. Die Bodenwerte für Wohnbauflächen liegen hier bei über 400 Euro pro Quadratmeter und für Gewerbebauflächen bei über 200 Euro pro Quadratmeter“, sagt Dennis Hartmann von der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses.

Im vergangenen Jahr sind die Preise für Eigenheimgrundstücke in Offenbach um 23 Prozent gegenüber 2019 gestiegen und lagen im Schnitt bei 725 Euro pro Quadratmeter, die Preise für Mehrfamilienhäuser lagen bei 875 Euro pro Quadratmeter und sind damit leicht um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Wer einen Freizeit- und Erholungsgarten erwerben möchte, muss 25 Euro pro Quadratmeter zahlen und landwirtschaftlich genutzte Flächen kosten unverändert im Durchschnitt fünf Euro pro Quadratmeter.

Obwohl die Preise für freistehende Häuser sowie für Reihen- und Doppelhäuser gestiegen sind, machten sie mit 60 Prozent den größten Anteil im Bereich der bebauten Grundstücke aus. Je nach Baujahr kostete ein freistehendes Ein- oder Zweifamilienhaus mit einer Wohnfläche von 160 Quadratmetern und einem 500 Quadratmeter großen Grundstück zwischen rund 439.000 (Baujahr 1965) und 816.000 Euro (Baujahr 2010) und ein Reihenhaus oder eine Doppelhaushälfte mit einer Wohnfläche von 120 Quadratmetern und einem 300 Quadratmeter großen Grundstück zwischen rund 362.000 und rund 580.000 Euro.

Auch die Preise für Eigentumswohnungen sind auf einem hohen Niveau: 2020 betrug der Quadratmeterpreis für eine Neubauwohnung im Schnitt 4.675 Euro bei einer Wohnfläche von 88 Quadratmetern. Der Quadratmeterpreis für eine wiederverkaufte Eigentumswohnung mit einer Wohnfläche von 71 Quadratmetern lag im Schnitt bei 3.025 Euro. Auch hier variiert der Preis je nach Baujahr und Größe.

Parken in der Stadt bleibt teuer

Die Nachverdichtung und der weitere Zuzug nach Offenbach bringt die Parkplatzsituation an ihre Grenzen und wer kann, leistet sich einen Stellplatz. 2020 lag der durchschnittliche Preis bei Erstverkäufen für einen Stellplatz in der Innenstadt bei 14.100 Euro pro Quadratmeter und für einen Platz in der Tiefgarage bei 25.800 Euro pro Quadratmeter. Außerhalb der Innenstadt kostete der Quadratmeterpreis für einen Stellplatz im Schnitt 16.100 Euro und für einen Platz in der Tiefgarage durchschnittlich 21.200 Euro.

Ausblick 2021

Ein Blick auf die im ersten Halbjahr abgewickelten Kaufverträge zeigt: Auch in diesem Jahr setzt sich der Trend wohl fort. Offenbach bleibt eine beliebte Stadt zum Wohnen, in der gerne Eigentum erworben wird. Der Geldumsatz bei verkauften Immobilien lag im ersten Halbjahr 2021 bereits bei 264,1 Millionen Euro (1. Halbjahr 2019: 137,6 Millionen Euro).

Immobilienmarktbericht kaufen

Der Immobilienmarktbericht 2021 ist als Druckexemplar oder als PDF-Datei für eine Gebühr von 55 Euro bei der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses für Immobilienwerte für den Bereich der Stadt Offenbach am Main (Telefon: 069 8065 2638, E-Mail: gutachterausschussoffenbachde) erhältlich. Der Gutachterausschuss bietet zudem verschiedene Leistungen an: Er gibt zum Beispiel mündliche und schriftliche Bodenrichtwertauskünfte, erstellt Verkehrswertgutachten sowie automatisierte Wertberechnungen für Standardimmobilien und gibt Auskünfte aus der Kaufpreissammlung. 

16. August 2021