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Masterplan Treffen
Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke bei der Begrüßungsrede. © Stadt Offenbach/georg-foto.de
Zehn Projekte umfasst der 2016 beschlossene Masterplan, mit dem die Stadt Offenbach gemeinsam mit dem Verein Offenbach Offensiv die Weichen für die Zukunft stellt. Neben Schlüsselprojekten wie dem Kaiserlei-Umbau und der Innenstadtentwicklung sind dies beispielsweise auch die Entwicklung des Clariant-Geländes zum „Innovationscampus“ und der Umbau des Areals am ehemaligen Güterbahnhof. Wie weit die einzelnen Projekte gediehen sind, was aktuell geplant und umgesetzt wird, darüber informierte Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke gemeinsam mit Vertretern des Stadtplanungsamtes sowie der Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft, die unter anderem für die Entwicklung und Vermarktung der Neubaugebiete Hafen Offenbach und An den Eichen zuständig ist, bei der Veranstaltung „Masterplan Offenbach: Dialog“ am Mittwoch, 7. November im Stadtverordnetensitzungssaal des Offenbacher Rathauses. Über 160 Interessierte waren der Einladung gefolgt, informierten sich am Mittwochabend und gaben den Verantwortlichen ihre Anregungen mit auf den Weg.

Kaiserlei im Fokus der Vermarktung

„Der Umbau verläuft nach Zeitplan und das Interesse am Kaiserlei ist groß“, fasst Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke in seiner Begrüßung des aktuellen Status quo kurz zusammen. Gemeinsam mit dem Leiter der Wirtschaftsförderung, Jürgen Amberger, hatte Schwenke den Gewerbestandort Kaiserlei auf der Immobilienmesse Expo Real präsentiert und dort „vielversprechende Gespräche mit Investoren geführt.“

Innenstadt neu denken

Ein weiterer zentraler Baustein der Stadtentwicklung ist die Innenstadt. Diese liegt auch dem Verein Offenbach Offensiv sehr am Herzen, wie dessen Vereinsvorstand Alfred Clouth betonte: „Das Konsumverhalten hat sich verändert und Innenstädte müssen sich heute ganz Herausforderungen stellen. Mit dem Zukunftskonzept Innenstadt wollen wir neue Wege beschreiten und Perspektiven für die Zukunft entwickeln.“ Mit dem Hamburger Büro urbanista haben sich Stadt und Verein kreative Stadtplaner mit ins Boot geholt, die bereits Städte wie Bochum, Hamburg-Harburg oder Braunschweig beraten haben. Dass der Prozess der Veränderung manchmal auch ein schmerzhafter sein kann, ist allen Beteiligten bewusst: „Veränderung heißt Chance, aber wir müssen uns auf den Weg machen“, so Clouth. „Wir wollen“, ergänzt Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke, „Antworten auf die Fragen, warum Menschen heute noch in die Innenstadt kommen und warum sie das in fünf und zehn Jahren auch noch tun sollen.“ Noch keine Antworten, aber 18 Zukunftsthesen für die Offenbacher Innenstadt stellte Dr. Julian Petrin vom Büro Urbanista vor und lud zur Diskussion. Welche Innenstadt wünschen sich die Bürger und was ist möglich? Eine „Health City“ als Zentrum für Gesundheitsdienstleistungen, eine „Offenen Galerie“ für Kunst und Kultur oder doch alles vertraut und wie gehabt? Der Anfang ist gemacht und mit unterschiedlichen Beteiligungsformaten soll gemeinsam mit den Bürgern eine Idee für die zukünftige Innenstadt entworfen werden.

Grüne Stadt

Anschließend stellte Marion Rüber-Steins, Referatskoordinatorin Stadtentwicklung beim Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement die aktuelle Entwicklung beim Thema Stadtgrün vor: „Wir wurden im vergangenen Jahr in das Städtebauförderungsprogramm „Zukunft Stadtgrün“ aufgenommen und haben die Umgestaltung des Fußgänger- und Radweges im Bereich des Mainuferparkplatzes fertiggestellt. Jetzt kümmern wir uns um die Sanierung des Dreieichparks“. Zudem soll die Lücke im Anlagenring im Bereich des Sana-Klinikums geschlossen werden, erste Ideen zur Gestaltung der Freifläche liegen bereits vor, und mittelfristig soll die naturnahe Umgestaltung des „Röhrgrabens“ angegangen werden.

Das Nordend und der Hafen der Möglichkeiten

„Der Hafen ist ein Universum der Möglichkeiten mit einem vielfältigen Nutzungsmix“: Daniela Matha, Geschäftsführerin der OPG Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft mbH, berichtete über die aktuellen Projekte auf der Hafeninsel. Dort nehmen die Pläne für das Büro-Hochhaus am Hafenplatz Fahrt auf und wird der Nordring zum verkehrsberuhigten Bereich zurückgebaut. Damit verliert die Verbindung  ihren trennenden Charakter. Das Nordend selbst ist seit einiger Zeit im Städtebauförderungsprogramm „HEGISS“, mit dem die  Lebensqualität im Viertel gestärkt werden soll, aufgenommen. Doch nicht nur dass, wie Tobias Kurtz vom Stadtplanungsamt erläuterte: „Wir wollen auch eine Harmonisierung mit den angrenzenden  Quartieren Kaiserlei, Hafen und Westend und arbeiten daher derzeit an einem  Stadtteilentwicklungskonzept.“  In der anschließenden Diskussion stellte Kurtz die Prozessgestaltung der Beteiligung der Bürger im Nordend vor und nahm nach gemeinsamer Reflexion Anregungen auf, wie Zielgruppen noch effektiver angesprochen werden können. „Es ist für uns als Stadt immer wichtig, die Bewohner des Viertels mitzunehmen und gezielt anzusprechen“, so der Fachreferent aus dem Stadtplanungsamt.

Waldhof West als Platz zum Wohnen

Die Stadt Offenbach hat sich mit dem Wohngebiet „Bieber – Waldhof West“ für das Städteförderprogramm „Nachhaltiges Wohnumfeld“ des Landes Hessen beworben, mit dem dieses die Entwicklung neuer Wohnquartiere unterstützt. Damit soll dem aktuellen und vermutlich anhaltenden hohen Bedarf an bezahlbarem Wohnraum in Hessen begegnet werden. Marion Rüber-Steins stellte den Antrag vor und erläuterte die unabhängig von der Entscheidung des Landes anstehenden Vorbereitungen für die Neuaufstellung des Regionalen Flächennutzungsplanes für künftige Wohnbauflächen in Offenbach. Dieser würde Bevölkerungsprognosen ebenso enthalten wie den zukünftigen räumlichen Zuschnitt des Neubaugebietes Bieber- Waldhof West. 
Auch nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung wurde noch weiter geredet und diskutiert. Der Dialog zwischen Politik, Verwaltung, Offenbacher Unternehmen und Bürgern über aktuelle Planungen und Entwicklungen soll auch 2019 weiter fortgesetzt und vertieft werden.  

Offenbach am Main, 28. November 2018