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Die Stadt Offenbach wächst – und das beeinflusst auch den Straßenverkehr. Schon heute ist die Untere Grenzstraße und Bieberer Straße stark durch Lärm und Schadstoffe belastet durch den Verkehr zum Gewerbegebiet Mühlheimer Straße. Mittel- bis langfristig werden noch der ehemalige Güterbahnhof Offenbach Ost und das Gelände des ehemaligen chemischen Farbwerks entwickelt. Bisher hat der Offenbacher Osten keine direkte Anbindung an die Autobahn – darunter leidet auch die Qualität des Standortes.

Im April hat die Stadtverwaltung im Auftrag des Stadtparlamentes daher eine Machbarkeitsstudie für eine Verbindungsstraße zwischen der Mühlheimer Straße und der B448 in Auftrag gegeben. Die beauftragte Planungsgruppe besteht aus Fachbüros für die Bereiche Verkehr, Umwelt und Bauingenieurswesen. Die Studie soll untersuchen, wo genau eine solche Verbindungstraße realisiert werden könnte, in welchem Umfang sie derzeit von Verkehrslärm und Schadstoffen betroffene Anwohner entlasten und den Anschluss der Gewerbestandorte sowie die gesamte Erschließung des Offenbacher Ostens verbessern kann.

Im Masterplan der Stadt Offenbach ist die Verbindungstraße bereits als strategisches Ziel abgebildet. Der Masterplan sieht eine zweispurige Straße vor, das heißt in jede Richtung eine Fahrbahn, mit innerörtlichem Charakter. Auch wird die bisher umständliche Radwegeverbindung des Grünrings verbessert, denn parallel soll – voraussichtlich durch einen Streifen getrennt – ein Fuß- und Radweg angebunden werden.

Ziel der Machbarkeitsstudie ist es, eine Trasse zu finden, welche die anspruchsvollen Vorgaben und Ziele der Stadt  erfüllt und dabei Natur und Umwelt so wenig wie möglich beeinträchtigt. So soll auf alle Belange der Umwelt – hierzu zählen nicht nur Flora und Fauna sondern auch Klima- und Gewässerschutz, Emissionen sowie Immissionen, die direkt auf den Menschen einwirken – Rücksicht genommen werden. Neben den aktuellen Verkehren betrachtet die Studie auch künftige Verkehrsströme im gesamten umgebenden Verkehrsnetz untersucht schließlich, wie die Kosten für das Projekt so gering wie möglich gehalten werden können.

Die Machbarkeitsstudie wird hierbei alle möglichen Straßenverläufe vorab prüfen, Schritt um Schritt fachlich eingrenzen und anschließend Varianten im Detail untersuchen. So sind Kriterien wie Schadstoffbelastung, Lärmimmissionen, Naturschutz oder Folgekosten für die Stadt ganz oben auf der Liste der zu beachtenden Faktoren. Deren vergleichende Untersuchung benötigt die Kommunalpolitik, um künftig über die Realisierung der Verbindungsstraße entscheiden zu können.

Im Laufe der voraussichtlich rund eineinhalbjährigen Studie sind öffentliche Veranstaltungen eingeplant, die auch die Bürger über Variantenstudien und deren planerische Bewertungen informieren.

Über die Varianten und deren Umsetzung entscheiden am Ende dieses Prozesses die Stadtverordneten im Offenbacher Stadtparlament.

Ganz neu ist die Idee einer Verbindungstraße nicht, dies lässt sich am Anschlussknoten der B448 erkennen: Ursprünglich war die B448 verlängert über Kuhmühlgraben und Main als Anschluss an die Hanauer Landstraße in Frankfurt geplant. In dieser Form wird die neue Verbindungsstraße heute jedoch nicht mehr geplant.

7. Juni 2018