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Fünf Jahre nach Beschluss des „Masterplans 2030“ im Februar 2016 ziehen die Stadt Offenbach und der Verein „Offenbach offensiv“ wie vorgesehen eine Zwischenbilanz. Eine Broschüre blickt auf die zehn Schlüsselprojekte des Masterplans und zeigt auf, was sich bereits getan hat: Demnach sind viele der kurz- und mittelfristigen Maßnahmen schon umgesetzt oder in Planung.
Grafik mit verschiedenen Sehenswürdigkeiten und Orten in Offenbach
© Urban Media Project

„Eine der wichtigsten Zuständigkeiten einer Stadt ist die Frage, wie sie ihre Flächen verwendet. Mit dem Masterplan haben wir für die nächsten 15 Jahre entschieden, wo in Offenbach Wohnen und wo Gewerbe Platz haben soll, um der Spekulation einen Riegel vorzuschieben“, erinnert Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke an den ursprünglichen Sinn des Masterplans. „So konnten wir Flächen für Gewerbe sichern, um Offenbach eine Grundlage zu geben, eines Tages auch wieder finanziell stabiler zu werden. Keine andere Stadt im Rhein-Main-Gebiet bietet der Wirtschaft so eine verlässliche Planungssicherheit wie Offenbach.“

Um das Bild eines attraktiven und lebenswerten Wirtschafts- und Wohnstandorts zu verwirklichen, wurden im Masterplan unter breiter Bürgerbeteiligung zehn Schlüsselprojekte festgelegt. Diese sind weiter unterteilt in kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen. „Mittlerweile sind alle Schlüsselprojekte mit ihren jeweiligen Maßnahmen in Bearbeitung, einige sind sogar bereits abgeschlossen“, so Oberbürgermeister Schwenke. „Die gewerbliche Entwicklung zeigt erste erhoffte Erfolge: Die Stadt hat das einstige Allessa-Gelände mit rund 36 ha erworben, um hier den im Masterplan vorgesehenen Innovationscampus mit Leben füllen zu können, neue Gewerbeansiedlungen vor allem im Kaiserlei und im Offenbacher Osten realisiert und das überaus komplexe Prüf- und Planungsverfahren für die Verbindungsstraße von der B448 zur Mühlheimer Straße vorangebracht.“

Neue Grünflächen und Stadtteilentwicklung

Planungsdezernent Paul-Gerhard Weiß berichtet: „Seit dem Beschluss vor fünf Jahren wurden viele weitere Maßnahmen angegangen. Um einmal ein paar Zahlen zu nennen: Die Stadt hat eine Richtlinie für die kooperative Wohnbaulandentwicklung von Grundstückseigentümern, Investoren und der Stadt beschlossen. Sie hat dreizehn städtebauliche Verträge mit Investoren geschlossen, um die Qualität von Großprojekten sicherzustellen. Sie hat drei Quartiers- und Stadtteilkonzepte mit umfassenden Maßnahmenkatalogen für Bieber, Bürgel und das Nordend erstellt, um Offenbach als Wohnstandort zu stärken. Über 8.000 Quadratmeter wurden für die Herstellung neuer öffentlicher Grünflächen erworben und es sind neun Kilometer Fahrradstraßen entstanden, um nur ein paar Blitzlichter auf das Getane zu werfen.“

Soziale Infrastruktur als Antwort auf Wachstum der Stadt

Planungsdezernent Weiß weiter: „Besonders wichtig ist mir, dass auch die Sozialinfrastruktur der Stadt Schritt hält mit dem Wachstum der Stadt und deutlich vorangekommen ist: Schule und Kita im Offenbacher Hafen sind eröffnet, die Kita in Rumpenheim neu errichtet, weitere wurden saniert, der Standort für ein weiteres Gymnasium ist gefunden und die Bachschule wurde als IGS Lindenfeld neu ausgerichtet.“ Es gehe an vielen Ecken voran, aber Stadtentwicklung ist ein langwieriger Prozess. „Es bleibt in den nächsten Jahren genug zu tun, denn der Masterplan zeigt noch viele Ziele und offene Maßnahmen bis 2030 auf – so zum Beispiel das Neubaugebiet Bieber Waldhof-West, das wir als nachhaltiges Wohnquartier mit dem hochwertigen Konzept, das der 2019 durchgeführte städtebauliche Ideenwettbewerb aufgezeigt hat, weiter voranbringen wollen.“

Der Masterplan wurde im Jahr 2015 gemeinsam von der Stadt und dem Verein „Offenbach offensiv“ beauftragt. Die Erarbeitung erfolgte durch das Planungsbüro Albert Speer und Partner. Die Offenbacher Bürgerinnen und Bürger sowie lokale Akteure wurden in die Erarbeitung des Konzepts intensiv eingebunden. Und auch nach Fertigstellung des Masterplans findet regelmäßig ein Austausch zu dessen Umsetzung statt. So findet – mit der pandemiebedingten Ausnahme 2020 – einmal jährlich der Tag des Masterplans statt. Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen sich über den Masterplan und dessen Umsetzung zu informieren, aber auch zu beteiligen und sich einzubringen. Hierzu konnten in den letzten Jahren insgesamt über 600 Gäste begrüßt werden. Über 32.000 Mal wurde die Website mit Informationen zum Masterplan angeklickt. Außerdem tagt mit dem Masterplanbeirat zweimal jährlich ein 16-köpfiges Gremium aus Vertretern der Stadt, der örtlichen Wirtschaft, privaten Investoren und zivilgesellschaftlichen Akteuren.

Dauerhafter Bürger-Dialog zum Masterplan

„Die regelmäßige Begleitung der Umsetzung durch den Tag des Masterplans und den Masterplanbeirat sind eine Besonderheit, die es so in anderen Städten nicht gibt. Auf diese Weise können wir dauerhaft den Dialog zur Entwicklung unserer Stadt fortsetzen“, so Oberbürgermeister Schwenke. Frank Achenbach, Geschäftsführer des Vereins Offenbach offensiv, bestätigt: „Die Kooperation zwischen Stadt und Verein lebt. Das wird im Beirat deutlich, aber auch bei aus dem Masterplan hervorgegangenen gemeinschaftlichen Projekten. Mit dem Zukunftskonzept ,Offenbach Mitte‘ haben wir gemeinsam eine Perspektive für die Innenstadt entwickelt. Das Projekt ,Designpark‘ wird dazu beitragen, den Innovationscampus zu einem besonderen Ort der Innovation und Kreativität für Unternehmen zu machen.“

Positiver Wandel von Image und Perspektiven Offenbachs

Nach fünf Jahren Masterplan habe sich die Stimmung in der Stadt sowie deren Wahrnehmung geändert, befindet Achenbach: „Die Perspektiven für den Standort sind positiver geworden und das Image der Stadt wandelt sich. Offenbach wird als cool und kantig beschrieben, als kreativ und unkonventionell. Als wir 2015 mit der Erarbeitung begonnen haben, war das noch kaum absehbar. Zwar stehen noch viele Herausforderungen an, doch insgesamt kann man sagen: Der Masterplan ist ein Erfolgsprojekt.“

Wie geht es nun mit dem Masterplan weiter? „Für die nähere Zukunft stehen die Umsetzung des Zukunftskonzepts für die Innenstadt, die Entwicklung des Designparks, des Innovationscampus sowie die Neupositionierung des Kaiserlei im Fokus für den Bereich Wirtschaft“, so Schwenke: „Die Corona-Pandemie beschleunigt hier Veränderungen, auf die wir flexibel reagieren. Mit dem Offenbacher Konjunkturpaket und der Erstellung des Feste-Programms haben wir eine Brücke gebaut, um auch die längerfristigen Vorhaben zur zukunftsweisenden Ausrichtung der Offenbacher Innenstadt in Angriff nehmen zu können.“ Schwenke und Weiß betonen abschließend: „Der Masterplan wird uns auch in den nächsten Jahren Orientierung und Motivation geben, gemeinsam den Wohn- und Wirtschaftsstandort Offenbach positiv weiterzuentwickeln.“ 

18. März 2021