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22 Stunden lang wurde am 14. und 15. November der Beton für den ersten Brückenüberbau der westlichen Auffahrtsrampe Richtung Darmstadt zur A661 gegossen. Zwei Teams von 20 Fachleuten waren dafür abwechselnd im Einsatz, damit alles aus einem Guss ist.
Beton wird auf die Stahlarmierung für den Rampenbau gepumpt.
Beton wird auf die Stahlarmierung für den Rampenbau am Kaiserlei gepumpt. © Stadt Offenbach / georg-foto.de

Nebel liegt noch über der Baustelle am Kaiserlei. Auf dem Gerüst über der Fahrbahn dröhnen Motoren, vibriert der Boden und rhythmisches Geräusch ist zu hören. Unbemerkt von vielen Verkehrsteilnehmern unten pumpen zwei lange Arme ohne Unterlass: Beton schießt schubweise aus zwei von oben herabhängenden Schläuchen. Fachleute bewegen die Schläuche über das zu betonierende riesige Feld aus verflochtenen Stahlsträngen.

Dahinter entfernen mehrere Bauarbeiter mit schweren vibrierenden Stempeln die Luft aus dem flüssigen Beton - dazu müssen die Stempel immer wieder neu zwischen die Strahlstränge eingefädelt werden. Stunde um Stunde und Meter um Meter arbeiten sich die Männer vorwärts.

Frisch gelieferter Beton wird umgehend mit Pumpen durch Rohre hoch gepumpt
Frisch gelieferter Beton wird umgehend mit Pumpen durch Rohre hoch gepumpt © Stadt Offenbach / georg-foto.de

Der im Mischwerk angepasst zur aktuellen Witterung hergestellte Beton wird frisch per Lastwagen angeliefert - 120 Lieferungen. 100 Sattelzüge mit Kies und 20 Lastwagen mit Zement haben dafür zuvor die Betonmischanlage im Viertelstundentakt beliefert.

Der frische Beton füllt über eine Rutsche gleichmäßig die Trichter der beiden Pumpen. Die haben ihren eigenen Rhythmus - denn zwei gegenläufig arbeitende Kolben befördern den Beton durch lange Rohre nach oben hoch in die Schläuche und von da auf die Verschalung des Brückenbauwerks für die Rampe. Noch stehen die Männer hier auf Stahlgeflecht - später werden hier täglich tausende Fahrzeuge Richtung Darmstadt auf die A661 fahren.

Flügelglätter ziehen den Beton glatt bevor er ganz aushärtet.
Flügelglätter ziehen den Beton glatt bevor er ganz aushärtet. © Stadt Offenbach / georg-foto.de

Während einige Meter weiter vorne der frische Beton gegossen und bearbeitet wird, zieht er hinten schon an und muss abgezogen und später mit einem Flügelglätter noch glatt gerieben werden. Zwei große an Teller erinnernde Scheiben vibrieren dabei fortlaufend unter dem Sitz des Maschinenführers, der damit elegant in Schleifen über die graue Fläche gleitet. 

Während der Beton gegossen wird, entstehen in regelmäßigen Abständen auch Probewürfel, die in ein Labor gefahren werden. Fortlaufende Tests zeigen den Experten, wie weit der Beton abbindet.

Um Schwindrisse zu vermeiden und sicher zu stellen, dass das Bauwerk später dauerhaft tragfähig ist, sind durch das ganze Bauwerk dicke Rohre mit griffiger Außenschicht verlegt (siehe Luftbild - immer über den Pfeilern zu sehen). Zu einem genau berechneten Zeitpunkt - über die im Labor getesteten Würfel - werden in diesen Rohren unzählige verdrillte Stahlbänder unter tonnenschwere Spannung gesetzt. Damit vergrößert sich das Volumen. Ist der Beton ausgehärtet, werden auch die Rohre innen noch mit Zement verpresst. Das Luftbild zeigt auch die auf und absteigend verlegten Rohre in der Armierung.

Luftbild zeigt die Verschalung und Armierung für das Brückenbauwerk.
Luftbild zeigt die Verschalung und Armierung für das westliche Brückenbauwerk. © Stadt Offenbach / georg-foto.de

Als Form für Beton und Stahlstreben dienen 250 Konstruktionen aus Holz. Sie werden für jeden Brückenbau gesondert angefertigt und mit allen Bögen und Winkeln genau berechnet. Wenn die Verschalung ihren Zweck erfüllt hat, wird sie abgebaut und für die andere Seite (Abfahrt von A661 zur Strahlenbergerstraße) in Teilen wieder eingesetzt.

Am Kaiserlei sind neben normalen Gerüsten unter den Holzverschalungen riesige Stahlträger auf großen Fundamenten im Einsatz - sie überspannen den S-Bahn-Tunnel.

Zahlen und Fakten

Für die Frankfurt zugewandte Rampe wurden 1200 Kubikmeter Beton hoher Qualität mit mehreren Pumpen auf die Holzschalung gepumpt. Der im Mischwerk fertig gemischte Beton wurde mit rund 120 Fahrzeugen im Viertelstundentakt auf die Baustelle gefahren. Rund 3000 Tonnen Material wurden innerhalb von 22 Stunden verarbeitet. Das entspricht 100 Sattelzügen Kies und 20 Lastwagen mit Zement. 250 gebogene Holzkonstruktionen bilden die Verschalung für das Bauwerk.

Video vom Beton gießen am Kaiserlei

Für eine höhere Auflösung auf das Zahnrad klicken und 720p HD auswählen.

Beton für erstes Brückenbauwerk am Kaiserlei gegossen - neue Rampe zur A661 entsteht © Stadt Offenbach / georg-foto.de

16. November 2018, aktualisiert am 20. November 2018