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Luftbild vom Kaiserlei mit Baustelle
Luftbild vom Kaiserlei mit Baustelle © georg-foto / Stadt Offenbach am Main

Das Offenbacher Gewerbegebiet Kaiserlei hat enormes Potenzial für Dienstleistungsunternehmen an der gemeinsamen Stadtgrenze zu Frankfurt. Mit der größten Infrastrukturmaßnahme seit vielen Jahrzehnten optimiert die Stadt noch bis 2020 die Verkehrsströme rund um den Kaiserlei-Anschluss an die Autobahn 661.

„Damit ermöglichen wir auch die Erschließung neuer Gewerbeflächen an diesem erstklassigen Standort“, betont Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke, der die Vermarktung des Kaiserleis in diesem Jahr deutlich intensiviert hat.

Vorgesehen sind in dem Quartier auch neue Hochhäuser, bestätigte Schwenke am Freitag einen Bericht der Deutschen Presseagentur.

Zwei der Grundstücke, auf denen bis zu 110 Meter hohe Hochhäuser erlaubt sind, sind im alleinigen Besitz der Stadt Offenbach. Für diese Hochhäuser gibt es Baurecht. Bei planmäßigem Verlauf der Kaiserleibaustelle könnten hier ab 2020 die Flächen für Bauarbeiten genutzt werden. Oberbürgermeister Schwenke hat daher im abgelaufenen Jahr 2018 begonnen, über diese Grundstücke Gespräche zu führen.

„Erste Projektentwickler haben Geld in die Hand genommen, um hier Planungen und Modelle zu entwickeln. Die Vergabe der Grundstücke wird auf jeden Fall an eine hundertprozentige bürogewerbliche Nutzung gebunden“, teilte Schwenke mit.

Ein weiteres Grundstück ist im Besitz eines Projektentwicklers. Die Stadt ist im Kontakt mit dem Projektentwickler, der derzeit abwägt, ob er ein Hochhausprojekt angehen will. Der vierte mögliche Standort liegt auf der Fläche, die aktuell für eine mögliche Multifunktionsarena reserviert ist. Die Stadt Offenbach steht dem Projekt der Multifunktionsarena positiv gegenüber.

„Es wäre ein Beitrag zur Belebung des Kaiserleiviertels, dann wären nur vier Hochhäuser möglich“, so Schwenke.

Nur für den Fall, dass die Multifunktionsarena auf den letzten Metern – entgegen dem Wunsch der Stadt Offenbach – noch scheitern würde, wäre aus Offenbacher Sicht das dort erlaubte Bürohochhaus die erste Wahl.

Der fünfte mögliche Hochhausstandort liegt auf einer Fläche, die sich im Streubesitz befindet. Dieser Standort wäre aus Sicht der Stadt Offenbach weiterhin für ein Bürohochhaus ideal geeignet, die Realisierung liegt aber nicht in der Hand der Stadt.

Die Leerstandsquoten für Bürogewerbeflächen sind in Offenbach in den vergangenen Jahren gesunken. Die weiterhin an einer Verbesserung ihrer Finanzlage arbeitende Stadt hat daher hohes Interesse daran, mehr Bürogewerbeflächen in der Stadt zu ermöglichen.

Stadtplan mit den fünf möglichen Standorten
Visualisierung der fünf möglichen Hochhaus-Standorte © Stadt Offenbach

Hintergrund Kaiserlei-Entwicklung:

Zur Entwicklung des Kaiserleigebietes wurde Anfang der 1990er Jahre ein städtebaulicher Wettbewerb ausgelobt und gemeinsam von den Städten Frankfurt und Offenbach ein Rahmenplan erstellt. Das Konzept sah am Kaiserlei vier Hochhäuser in den vier Quadranten  des mittlerweile im Rückbau befindlichen Verkehrskreisels vor, darunter ein Hochhaus, dass auf Frankfurter Gemarkung realisiert werden sollte. Das Konzept basierte auf einer Mischnutzung aus Arbeiten und Wohnen.

Zur Ansiedlung von Hyundai wurde ab Ende der 1990er Jahre der Bebauungsplan 609 aus dem Rahmenplan entwickelt und 2002 rechtskräftig. Er beinhaltet Mischnutzung in 5- bis 6-geschossiger Bebauung, keinen Hochhausstandort. Mit Inkrafttreten des Siedlungsbeschränkungsbereiches des Frankfurter Flughafens (Regionaler Flächennutzungsplan 2010) war eine Wohnnutzung nicht mehr durchsetzungsfähig, so dass das Gesamtkonzept überarbeitet werden musste.

Der neue Rahmenplan Kaiserlei – ohne Wohnnutzung – wurde 2012 erarbeitet und 2013 beschlossen – sowohl in Offenbach als auch in Frankfurt. Er berücksichtigt Grenzkorrekturen zwischen den beiden Städten, fokussiert auf gewerbliche Nutzung und ermöglicht drei Hochhäuser bis 110 Metern Höhe, für die mit dem Rahmenplan jedoch noch kein Baurecht vorliegt. Ein „erweiterter Bearbeitungsbereich“ des Rahmenplans ermöglicht weitere zwei Hochhausstandorte. Die schrittweise Realisierung dieser insgesamt fünf Standorte – bzw. bei Realisierung der Multifunktionsarena vier Standorte – ist das Ziel der Stadt Offenbach.

2014 wurden aus dem neuen Rahmenplan zwei neue Bebauungspläne abgeleitet: B-Plan 610 und 614. In beiden Plänen sind insgesamt drei Baufelder für je ein Hochhaus bis zu 110 Metern Höhe festgesetzt. An drei Standorten könnte als mit Baurecht sofort losgelegt werden, darunter die beiden Standorte im Besitz der Stadt Offenbach. Für die weiteren Hochhäuser im Stadtgebiet nördlich der Strahlenbergerstraße liegt noch kein Baurecht vor. Der Masterplan aus dem Jahr 2016 äußert sich nicht konkret zur denkbaren Hochhausbebauung, betont aber nochmals die Absicht, das Kaiserleigebiet bürogewerblich zu entwickeln. Er fokussiert auf die Qualifizierung und städtebauliche Aufwertung der Freiräume, die Schaffung weiterer Qualitäten durch ein gemischtes Angebot für die Beschäftigten am Standort sowie Vorschläge zur Profilierung der gewerblichen Teilbereiche des Kaiserleis.

Weitere Informationen:

Der Kaiserlei-Rahmenplan im Download zeigt auf Seite 5 eine Chronologie der Planung auf. Auf Seite 29 finden Sie die fünf möglichen Hochhaus-Standorte visualisiert.

21. Dezember 2018