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Der Individualverkehr im Rhein-Main-Gebiet wächst. Täglich nutzen rund 66.000 Fahrzeuge den Kreisverkehr im Kaiserleiviertel. Schon für 2020 werden rund 79.000 Kraftfahrzeuge prognostiziert. Längerfristig rechnen Prognosen mit 94.000 Fahrzeugen pro Tag an diesem Verkehrsknoten. Dafür ist der 1965 gebaute Kaiserleikreisel nicht ausgelegt.

Um den Verkehrsknoten als wichtige Verbindung zwischen Offenbach und Frankfurt sowie als Zubringer für den Frankfurter Flughafen leistungsfähiger zu machen, wird der Kreisel durch Kreuzungen ersetzt. Parallel werden die Anschlüsse an die Bundesautobahn 661 (A661) und weiterführende Straßen neu gebaut.

„Wir wollen Offenbach mit der Entwicklung des Kaiserleis voranbringen. Dazu gehört auch eine leistungsfähige Verkehrsanbindung, damit unsere gute Lage mitten im Rhein-Main-Gebiet sich weiter auszahlt. Nach Erstellung eines gemeinsamen Stadtplanes rücken Offenbach und Frankfurt jetzt auch verkehrstechnisch näher zusammen mit einer direkten Verbindung ungestört von der Anbindung an die Autobahn“, sagt Oberbürgermeister Horst Schneider.

Größtes hessisches Verkehrsinfrastrukturprojekt im Straßenbau

Der gesamte Umbau ist derzeit das größte Verkehrsinfrastrukturprojekt im Straßenbau in Hessen. Er soll vorrangig die Verkehrsströme entflechten und den Fernverkehr vom Regional- und Nahverkehr. Die Stadt Offenbach verfolgt damit auch das Ziel, den Verkehrsfluss am Kaiserlei nach dem Neubau der Europäischen Zentralbank im Frankfurter Ostend und der Osthafenbrücke zu optimieren.

In Zukunft wird die vierspurige Strahlenbergerstraße mit den Anschlüssen an die A661 direkt verbunden. Dafür werden neue Rampen als Brückenbauwerke auf Pfeilern errichtet. Die Fundamente der Pfeiler werden in einem besonderen Verfahren im Boden verankert.

Die Berliner Straße wächst mit der Kaiserleipromenade unter der A661 hindurch zusammen. Die Kaiserleipromenade wird an ihrem anderen Ende in einem Bogen bis zur Strahlenbergerstraße weiter gebaut. Die verlängerte Kaiserleipromenade soll nach den aktuellen Planungen bereits im Oktober 2017 für den Verkehr freigegeben werden. Mit dem Umbau verbessern sich auch die Verbindungen für Radfahrer und Fußgänger: Die Rad- und Gehwege werden barrierefrei erneuert beziehungsweise ergänzt und verlaufen dann oberirdisch zwischen Frankfurt und Offenbach. Leitstreifen führen zu den Ampeln für Fußgänger. Die bereits geschlossene Unterführung wird zurückgebaut.

Ausgleich für den Naturschutz

Die Bauarbeiten sind in fünf Bauphasen eingeteilt und sollen – sofern es zu keinen unabsehbaren Verzögerungen kommt – bis Ende 2019 abgeschlossen sein. Parallel verantworten Mitarbeiter aus dem SOH-Geschäftsfeld Stadtservice den Bau eines Stauraumkanals zur Erschließung der frei werdenden Flächen. Weitere Firmen nutzen den Umbau, um Versorgungsleitungen für Strom, Gas, Wasser, Abwasser, Telekommunikation und Fernwärme neu zu verlegen.

Der Ausgleich für den Naturschutz wird durch die Straßenbegrünung und die Maßnahme im Gebiet Mainbogen-Weidenplacken geschaffen. Die bereits abgeschlossene Umsiedelung der Zauneidechsen und das Pflanzen von Hecken für Bluthänfling und Stieglitz erfolgt nach dem Artenschutzrecht.

1,8 Hektar Fläche mehr für Ansiedlung von Unternehmen

Der Rückbau des Kreisels ist zugleich Startschuss für die weitere städtebauliche Entwicklung des umliegenden Gewerbegebiets, das sich sowohl auf Offenbacher wie Frankfurter Gemarkung befindet. Offenbach gewinnt 1,8 Hektar Fläche auf der Kreiselinnenfläche für die Ansiedlung von Unternehmen. Das Gewerbegebiet soll im Zuge der Masterplan-Umsetzung als moderner und zentral gelegener Dienstleistungspark Kaiserlei positioniert werden. Rund 15 Hektar kann die Stadt dort mittel- und langfristig entwickeln. Mit Folgeprojekten sollen weitere Baugrundstücke entlang der Stockholmer und Lissabonner Straße erschlossen werden.

Kosten belaufen sich auf 37,280 Millionen Euro

Die Gesamtkosten des Projektes betragen derzeit 37,280 Millionen Euro – entsprechend des Projekt- und Einstufungsbeschlusses 2015 der Stadtverordnetenversammlung. An den Kosten beteiligen sich der Bund mit 8.833.000 Euro und das Land Hessen mit 15.603.500 Euro. Die kommunalen Anteile belaufen sich auf 12.843.500 Euro, wobei Frankfurt den größten Teil übernommen hat. Die Anlieger der Strahlenbergerstraße müssen sich gemäß gesetzlicher Vorgaben mit Straßenbeiträgen beteiligen, deren Verteilung auf die einzelnen Grundstücke zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht ermittelt werden kann.

Die Projektleitung für den Umbau dieses wichtigen Verkehrsknotens wird vom Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement der Stadt Offenbach ausgeübt. „Wir haben viel Zeit in die Planung und technische Abstimmung des komplexen Projekts mit allen beteiligten Unternehmen und Behörden investiert, um einen möglichst reibungslosen Bauablauf vorzubereiten und die Störungen für die Verkehrsteilnehmer zu minimieren. Jetzt freuen wir uns, dass wir mit den eigentlichen Bauarbeiten anfangen können“, erklärt Amtsleiter Markus Eichberger. Die OPG wurde mit der Projektsteuerung beauftragt.

Blogs, Videos und Visualisierungen

Das Amt für Öffentlichkeitsarbeit hat umfangreiche Informationen für Pendler, Bürger und Anlieger im Internet aufbereitet. Unter der Adresse www.kaiserlei-umbau.de, die auf besonders aufbereitete Seiten im städtischen Onlineauftritt führt, wird ausführlich über das Projekt und die Geschichte des Kreisels informiert; Visualisierungen veranschaulichen die neuen Verkehrsbeziehungen. Mit Blogbeiträgen, Videos und Bildern begleitet die Onlineredaktion der Stadt Offenbach die Bauarbeiten und informiert aktuell auch über die sozialen Netzwerke Facebook und Twitter.

Zahlen & Fakten

Es entstehen am Kaiserlei:

  • 40.900 Quadratmeter Straßenfläche
  • 11.220 Quadratmeter Gehweg
  • 5.660 Quadratmeter Radwege
  • 3.500 laufende Meter an Bohrpfählen mit 1,20 Meter Durchmesser
  • 317 laufende Meter an Stützwänden bis zu einer Höhe von 5,75 Meter
  • 18.600 Quadratmeter Grünfläche
  • 2.430 Meter Entwässerungs- und 1.630 Meter Sinkkastenleitungen
  • 13 Ampel-Anlagen
  • 4 Knotenpunkte als Ersatz für den Kreisel
  • 2 Fünf-Felder Brückenbauwerke mit einer Länge von 125 Meter

Es verschwinden am Kaiserlei:

  • 38.960 Quadratmeter Asphaltflächen
  • 6.900 Quadratmeter Platten- und Pflaster-Beläge
  • 1 Unterführung

21.12.2016